Erbe - Lebensversicherung -- Unklarheiten

cameron9
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Erbe - Lebensversicherung -- Unklarheiten

Beitragvon cameron9 » 11.10.2018, 11:51

Sehr geehrter Hr. Dr. Tews,
sehr geehrte Forengemeinde,

folgender Sachverhalt stellte sich dar.

Vor ca. 2 Wochen meldet sich über einen Verwandten ein Ahnenforscher(Geneologe) bei mir und wollte meine Personaldaten haben.
Diese benötige er für eine große österr. Versicherungsanstalt. Im Frühjahr 2018 sei eine Großtante verstorben und diese habe eine Lebensversicherung mit angeführten Begünstigten hinterlassen. Es ginge dabei, lt. Ahnenforscher, um einen hohen Geldbetrag. Es gäbe keine Kinder der Verstorbenen. Die Begünstigten auf der Lebensversicherung, seien jedoch auch schon verstorben. Einer davon war unser Großvater.
Der Ahnenforscher nannte weder die Versicherungsgesellschaft noch die Höhe der Summe in der Lebensversicherung.

Vor ein paar Tagen bekamen wir(meine 3 Geschwister, ein Onkel und ich) einen Brief(kein Einschreiben) von der ERGO-Vers.
Die ERGO teilte mit, dass eben wie oa. im Frühjahr eine Großtante verstorben ist und es eine Lebensversicherung gibt. Diese sei jedoch nicht auf Begünstigte ausgestellt sondern lautet "auf die gesetzlichen Erben". Zudem ginge es nicht um eine große Summe sondern handelt es sich lediglich um eine kleine Lebensversicherung. Ausbezahlt werden 1/16 des Vertragserlöses, sprich je 358 Euro an meine 3 Geschwister und mich und an den Onkel 1/10. Zu mehr seien wir nicht bezugsberechtigt. Der beiliegende Zettel solle ausgefüllt werden, um die angeführten Verwandtschaftsverhältnisse zu bestätigen. Nachdem Retournieren des beiliegenden Formulars, wird der angegebene Betrag sofort überwiesen.

Da sich die Angaben der Versicherung mit denen des Ahnenforschers in keinster Weise decken, wurde mit der Sachbearbeiterin der ERGO tel. Kontakt aufgenommen. Diese gab an, dass die Polizze im Laufe der Zeit einmal geändert wurde und dass diese def. auf "die gesetzlichen Erben" lautet. Von Begünstigten war nie die Rede. Zudem handelt es sich nicht um eine höhere Geldsumme sondern um eine eher kleinere Lebensversicherung, welche die Verstorbene abgeschlossen hat.
Es wurde von mir die genaue Versicherungssumme erfragt. Dazu durfte mir die Sachbearbeiterin keine Auskunft erteilen. Als Zusatz der Sachbearbeiterin - man könne sich die Gesamtsumme ja selbst ausrechnen.
Auf die Frage wer der zuständige Notar sei, wurde angegeben, dass es keinen Notar gäbe. Es sei aber alles genau geprüft worden und alles sei korrekt. Die Vers. würde sich auf kein kriminelles Handeln oder ähnlich Angedachtes einlassen.

Da im Schreiben der ERGO weiters steht, dass die Verlassenschaft nach der Verstorbenen aufgrund eines Testaments beendet wurde und das gesetzliche Erbrecht nicht zur Anwendung kam, sowie der Testamentserbe die Leistungen für sich beansprucht, folgte die Frage von mir, wer dieser Erbe sei. Auch dazu machte die Sachbearbeiterin keine Angaben.

In diesem Schreiben ist auch ein für mich ein wenig undurchsichtiger Satz angeführt: "Der Testamentserbe fordert die Leistung für sich, da er davon ausgeht, dass die Verstorbene, die Bezugsrechtsverfügung irrtümlich in dieser Form getätigt hat. Interpretationen des Bezugsrechts könne man nicht durchführen. Wir(die ERGO) haben uns an die verfügten Bezugsrechte zu halten".

Nach dem Telefonat mit der ERGO wurde abermals mit dem Ahnenforscher Kontakt aufgenommen und zu seinen Angaben beim Erstkontakt befragt.
Der Ahnenforscher gab dazu an, dass es sich def. um eine höhere Geldsumme handle und dass die Polizze def. auf Begünstigte lautete.
Der Ahnenforscher gab den Rat, sich diese Sache näher anzuschauen, mehr wolle er sich dazu nicht mehr äußern.



Nun meine Frage an sie Hr. Dr. TEWS und liebe Forengemeinde,

hat jemand derartige Erfahrungen gemacht, und wenn ja, wie gehe ich weiter vor.

Mein Plan wäre, dass ich bei der ERGO einen Antrag stelle, auf eine,

1. detaillierte Abrechnung der Vers.,
2. eine Kopie des Testaments,
3. eine Kopie der Erstpolizze sowie sämtl. Nachfolge(Änderungs)Polizzen,
4. Bekanntgabe des Anspar- und Rückkaufswert, sowie Bekanntgabe der gesamten Versicherungssumme und nicht nur des Erlöses,
5. Bekanntgabe des örtlich zuständigen Gerichtskommisär,
6. zudem würde ich und meine Geschwister die gesamte Versicherungssumme für uns beanspruchen und nicht nur den Erlös.

Muss mir die Versicherung, wenn ich als Bezugsberechtigter angeführt bin, oa. Auskünfte erteilen?

Für eine Auskunft von ihnen wäre ich sehr dankbar!!!

Mit bestem Dank im Voraus und
freundlichen Grüßen!!!!

BrunoBrunner
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Re: Erbe - Lebensversicherung -- Unklarheiten

Beitragvon BrunoBrunner » 15.10.2018, 14:22

Zur Sache selbst kann ich nichts beitragen, aber falls Sie wissen, wo die Tante wohnhaft war und wann sie verstorben ist, können Sie unter
https://www.notar.at/de/dienstleistunge ... verfahren/
den zuständigen Notar ausfindig machen. (Rechts das Bundesland auswählen und dann die "Verteilungsordnung" ebenfalls auf der rechten Seite anklicken)
Beste Grüße,
Bruno

cameron9
Beiträge: 6
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Re: Erbe - Lebensversicherung -- Unklarheiten

Beitragvon cameron9 » 15.10.2018, 14:52

Guten Tag,

danke für die Antwort.
Hab ein Schreiben(Antrag) an die Versicherung mittels Einschreiben gesendet.
Mal schauen ob etwas zurück kommt.

Recht herzlichen Dank nochmals!!!


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