Gemeinsame Obsorge ab 1.2 2013 ????

Forum zur Diskussion über den vorliegenden Entwurf einer Familienrechtsreform.
arnika
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Gemeinsame Obsorge ab 1.2 2013 ????

Beitragvon arnika » 16.01.2013, 14:14

Hallo,
weiss wer wie der neue Gesetzt ab 1.2 2013 aussieht??

Mein LG lebt seit 2 Jahren in der Scheidung, weil seine Frau AO möchte und Lebenslangen Unterhalt für sich selbst. Für 2 Kinder zahlt er natürlich.
Bei letzter Verhandlung hat der Richter gemeint, dass er ihnen noch einen letzten Termin gibt, vieleicht können sich die beide bis dahin einigen.
Nächster Gerichtstermin in genau auf 1.2 2013 fest gelegt, sieht so aus das der Richter den neuen Gesetzt heran nehmen möchte.

Gestern hat plötzlich die Frau von meinem LG um Gespräch gebetet.
Ihr Angebot: sie ist mit GO plötzlich einverstanden aber nur, wenn mein LG ihr Exgattin UH in den nächsten 14 Jahre zahlt ( da wird die jüngste Tochter 18 ) und gleichzeitig verzichtet auf UH Anspruch von ihr, falls er Arbeitslos oder krank werden sollte und damit musste vieleicht sie dann ihm was zahlen.

Er wünscht sich GO plus Exgatin UH bis einschulung von Jüngsten Kind.

Jetzt hat er Angst, wenn er nicht dem, was sie will, zustimmt, gibt es keine GO...

Nur ist es nicht so, das seine Exfrau ein paar Monate nach der Scheidung die Alleinige Obsorge beantragen kann und die dann auch bekommt???
Dann hat sie das was sie wollte: AO und Unterhalt für sich für lange Zeit..

Mir sieht es nähnmlich danach, das sie solche Info bei Beratungsstelle bekommen hat und daswegen ist sie mit GO auf einmal einverstanden...

Mein LG zahlt pünktlich Kindesunterhalt, hat die Kinder jeden 2 Wochenende bei sich und kümmert sich. Holt sich info von Schule,....also es gibt es keinen Grund warum die GO nicht zu stande kommen konnte.
Stimmt es, dass mit dem neuen Gesetzt der Richter die GO "anordnen" darf, auch wenn die KM es nicht will???
Danke in vorrauf für Antworten

guevara
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Re: Gemeinsame Obsorge ab 1.2 2013 ????

Beitragvon guevara » 16.01.2013, 15:30

arnika hat geschrieben:Hallo,
1. Er wünscht sich GO plus Exgatin UH bis einschulung von Jüngsten Kind.

2. Jetzt hat er Angst, wenn er nicht dem, was sie will, zustimmt, gibt es keine GO...

3. Nur ist es nicht so, das seine Exfrau ein paar Monate nach der Scheidung die Alleinige Obsorge beantragen kann und die dann auch bekommt???

4. Mir sieht es nähnmlich danach, das sie solche Info bei Beratungsstelle bekommen hat und daswegen ist sie mit GO auf einmal einverstanden...

5. Stimmt es, dass mit dem neuen Gesetzt der Richter die GO "anordnen" darf, auch wenn die KM es nicht will???

1. Abgesehen davon, dass nachehelicher UH mit der Obsorgefrage rein gar nichts zu tun hat, wird ab 1. Feb. das Gericht zu entscheiden haben, ob nicht GO eher dem Kindeswohl entspricht als AO, auch wenn die Noch-Gattin dies nicht will.

2. Diese Angst ist VÖLLIG unbegründet!

3. Dieses Gesetz endet am 31. Jänner

4. Es war auch mein erster Gedanke, dass so ein "großzügiges" Angebot der Noch-Gattin ihren Ursprung in einer (Frauen)-Beratungsstelle hat :mrgreen:

Es war wohl ein letzter verzweifelter Versuch, über die Obsorge zu einer finanziellen Absicherung der Noch-Gattin bis an ihr Lebensende zu kommen, bevor ihr ab 1.Feb. endgültig "die Felle davon schwimmen"...

5. Ein ganz klares JA (siehe Punkt 1)!
Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.

werner
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Re: Gemeinsame Obsorge ab 1.2 2013 ????

Beitragvon werner » 16.01.2013, 16:29

arnika hat geschrieben:Hallo,
weiss wer wie der neue Gesetzt ab 1.2 2013 aussieht??
http://www.justiz.gv.at/internet/html/default/2c948485398b9b2a013a4a270f9f072b.de.html
(ist nicht ganz aktuell, sollte aber reichen)
Immer daran denken:
Die Kinderzeit ist das Schönste - erst die eigene und dann die der eigenen...
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guevara
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Re: Gemeinsame Obsorge ab 1.2 2013 ????

Beitragvon guevara » 16.01.2013, 17:08

arnika hat geschrieben:weiss wer wie der neue Gesetzt ab 1.2 2013 aussieht??

Wenn Sie nur den entsprechenden Paragrafen meinen, welcher das Obsorgezuteilungsverfahren nach einer Scheidung ab 1. Feb. regelt:

§ 180. (1) Sofern dies dem Wohl des Kindes entspricht, hat das Gericht eine vorläufige Regelung der
elterlichen Verantwortung (Phase der vorläufigen elterlichen Verantwortung) zu treffen, wenn
1. nach Auflösung der Ehe oder der häuslichen Gemeinschaft der Eltern binnen angemessener Frist eine
Vereinbarung nach § 179 nicht zustande kommt oder
2. ein Elternteil die Übertragung der alleinigen Obsorge an ihn oder seine Beteiligung an der Obsorge
beantragt.
Die Phase der vorläufigen elterlichen Verantwortung besteht darin, dass das Gericht einem mit der Obsorge
betrauten Elternteil unter Aufrechterhaltung der bisherigen Obsorgeregelung für einen Zeitraum von sechs
Monaten die hauptsächliche Betreuung des Kindes in seinem Haushalt aufträgt und dem anderen ein derart
ausreichendes Kontaktrecht einräumt, dass er auch die Pflege und Erziehung des Kindes wahrnehmen kann. Für
diesen Zeitraum sind im Einvernehmen der Eltern oder auf gerichtliche Anordnung die Details des
Kontaktrechts, der Pflege und Erziehung sowie der Unterhaltsleistung festzulegen.
(2) Nach Ablauf des Zeitraums hat das Gericht auf der Grundlage der Erfahrungen in der Phase der
vorläufigen elterlichen Verantwortung einschließlich der Leistung des gesetzlichen Unterhalts und nach
Maßgabe des Kindeswohls über die Obsorge endgültig zu entscheiden. Zum Zweck der Vorbereitung der
Entscheidung kann das Gericht die Phase der vorläufigen elterlichen Verantwortung auch verlängern. Wenn das
Gericht beide Eltern mit der Obsorge betraut, hat es auch festzulegen, in wessen Haushalt das Kind
hauptsächlich betreut wird.
(3) Ist die Obsorge im Sinn des Abs. 2 endgültig geregelt, so kann jeder Elternteil, sofern sich die
Verhältnisse maßgeblich geändert haben, bei Gericht eine Neuregelung der Obsorge beantragen. Für die
Änderung einer geregelten Obsorge gelten die Abs. 1 und 2 entsprechend.
Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.

arnika
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Re: Gemeinsame Obsorge ab 1.2 2013 ????

Beitragvon arnika » 16.01.2013, 17:33

Danke schön für info,
das macht Hoffnung, das es doch noch ganz gut klappen konnte, vor allem zum wohle den Kindern.

mama_p
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Re: Gemeinsame Obsorge ab 1.2 2013 ????

Beitragvon mama_p » 17.01.2013, 08:52

guevara hat geschrieben:
Die Phase der vorläufigen elterlichen Verantwortung besteht darin, dass das Gericht einem mit der Obsorge
betrauten Elternteil unter Aufrechterhaltung der bisherigen Obsorgeregelung für einen Zeitraum von sechs
Monaten die hauptsächliche Betreuung des Kindes in seinem Haushalt aufträgt und dem anderen ein derart
ausreichendes Kontaktrecht einräumt, dass er auch die Pflege und Erziehung des Kindes wahrnehmen kann. Für
diesen Zeitraum sind im Einvernehmen der Eltern oder auf gerichtliche Anordnung die Details des
Kontaktrechts, der Pflege und Erziehung sowie der Unterhaltsleistung festzulegen.


1. wie soll das in der praxis dann genau aussehen bzw. umgesetzt werden? bzw. welchen aufgaben und pflichten soll/muss der besuchsberechtigte elternteil nachkommen?


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