Namensrecht Kinder

Forum zur Diskussion über den vorliegenden Entwurf einer Familienrechtsreform.
werner
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Namensrecht Kinder

Beitragvon werner » 26.10.2012, 12:18

§ 155. (1) ABGB hat geschrieben: Das Kind erhält den gemeinsamen Familiennamen der Eltern. Es kann aber auch der Doppelname eines Elternteils (§ 93 Abs. 3) zum Familiennamen des Kindes bestimmt werden.
(2) Führen die Eltern keinen gemeinsamen Familiennamen, so kann zum Familiennamen des Kindes der Familienname eines Elternteils bestimmt werden. Wird hiefür ein aus mehreren voneinander getrennten oder durch einen Bindestrich verbundenen Bestandteilen bestehender Name herangezogen, so können der gesamte Name oder dessen Bestandteile verwendet werden. Es kann auch ein aus den Familiennamen beider Elternteile gebildeter Doppelname bestimmt werden; dabei dürfen aber höchstens zwei Bestandteile dieser Namen verwendet werden. Ein Doppelname ist durch einen Bindestrich zwischen dessen einzelnen Bestandteilen zu trennen.
(3) Mangels einer solchen Bestimmung erhält das Kind den Familiennamen der Mutter.


Dazu noch die Erläuterungen:
="Zu § 155 ABGB neu"]Die neue Bestimmung hält zum einen an der Idee des einheitlichen Familiennamens für die ganze Familie fest und zielt darauf ab, eine möglichst weitgehende Übereinstimmung von Eltern- und Kindesnamen zu erreichen. Zum anderen erreicht sie aber auch eine flexible, dem fortschreitenden gesellschaftlichen Wandel entsprechende Gestaltung des Kindesnamens und überlässt es den Eltern, sich für die eine oder andere Variante zu entscheiden.
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Es ist nun auch nicht mehr notwendig, in amtlichen Lichtbildausweisen denjenigen
Bestandteil zu kennzeichnen, der gemeinsamer Familienname ist.
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Führen die Eltern keinen gemeinsamen Familiennamen, z. B. weil sie sich bei der Eheschließung für die Beibehaltung des bisherigen Namens entschieden haben oder weil das Kind unehelich ist, so eröffnet Abs. 2 die Möglichkeit, den Familiennamen eines der Elternteile oder einen aus den Familiennamen beider Elternteile zusammengesetzten Doppelnamen zum Familiennamen des Kindes zu bestimmen.


Wichtig sind noch die Übergangsbestimmungen:
="§ 1503. (1) ABGB"]Für das Inkrafttreten des Kindschafts- und Namensrechts-Änderungsgesetzes 2012, BGBl.
I xxx/2012, gilt Folgendes:
1. Das KindNamRÄG 2012 tritt, soweit im Folgenden nichts anderes bestimmt ist, mit 1. Februar 2013 in Kraft.
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3. Die §§ 155 bis 157 in der Fassung dieses Bundesgesetzes sind auf Kinder anzuwenden, deren Geburt nach dem 31. März 2013 beurkundet wird. § 139 in der Fassung des NamRÄG 1995, BGBl. Nr. 25/1995, ist auf Kinder anzuwenden, deren Geburt vor dem 1. April 2013 beurkundet wird.
4. Ehegatten, die die Ehe vor dem 1. April 2013 geschlossen haben, sowie Kinder, deren Geburt oder Annahme an Kindesstatt vor diesem Zeitpunkt beurkundet worden ist, können ihre Namen ab dem 1. Juni 2013 nach den Regeln dieses Bundesgesetzes bestimmen.
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Re: Namensrecht Kinder

Beitragvon Angelika » 29.10.2012, 12:10

werner hat geschrieben:
§ 155. (3) ABGB hat geschrieben:Mangels einer solchen Bestimmung erhält das Kind den Familiennamen der Mutter.


Lustig, dass wir beim letzten Vereinsabend höchst emotionelle Diskussionen darüber hatten, dass Kinder mangels Einigung nun automatisch den mütterlichen Familiennamen bekommen werden.
Wer hat sich eigentlich darüber mokiert, dass eheliche Kinder derzeit (und die vielen Jahre seit der letzten Novelle) mangels Einigung automatisch den Familiennamen des Vaters erhalten? :mrgreen:
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Re: Namensrecht Kinder

Beitragvon dgt » 29.10.2012, 14:40

Angelika hat geschrieben:
werner hat geschrieben:
§ 155. (3) ABGB hat geschrieben:Mangels einer solchen Bestimmung erhält das Kind den Familiennamen der Mutter.


Lustig, dass wir beim letzten Vereinsabend höchst emotionelle Diskussionen darüber hatten, dass Kinder mangels Einigung nun automatisch den mütterlichen Familiennamen bekommen werden.
Wer hat sich eigentlich darüber mokiert, dass eheliche Kinder derzeit (und die vielen Jahre seit der letzten Novelle) mangels Einigung automatisch den Familiennamen des Vaters erhalten? :mrgreen:

Es ist eigentlich eine echte Diskussion für de Würschte. Wenn sich Eltern darüber nicht einmal mehr einig sind, sollten Sie es lassen.
Ich sehe es auch auch ausgleich für eine jahrelange umgekehrte Situation. UND statistisch auch sachgerecht. Wenn nach einer Scheidung zu 85% die Mütter die Obsorge erhalten (Pflege und Erziehung) ist es nur sachgerecht, wenn im zweifel die Kinder den Nachnamen der Mutter erhalten.


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