Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Forum zur Diskussion über den vorliegenden Entwurf einer Familienrechtsreform.
Karin
Beiträge: 811
Registriert: 08.02.2007, 09:50

Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon Karin » 10.08.2010, 09:43

http://derstandard.at/1280984261176/Hei ... me-Obsorge

SPÖ-Ministerin Heinisch-Hosek sieht trotzdem noch keinen Reformbedarf im Obsorgerecht. Zwar müsse man zwischen ledigen, verheirateten und geschiedenen Vätern unterscheiden. Aber für alle drei Fälle sei die Rechtslage in Österreich "absolut ausreichend", bekräftigt sie gegenüber Ö1.
:shock: :shock: :shock: :shock: :shock:
Liebe Grüße
Karin

Nachfolgefrau
Site Admin
Beiträge: 6362
Registriert: 27.01.2007, 23:54
Wohnort: Wien/Linz
Kontaktdaten:

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon Nachfolgefrau » 11.08.2010, 23:04

Ab auf die Müllhalde der Geschichte mit solchen Meinungen. :evil:
Site Admin / Angelika

Foren Admin
http://www.dialogfuerkinder.at

werner
Beiträge: 5383
Registriert: 29.01.2007, 07:51
Wohnort: nicht Wien

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon werner » 11.08.2010, 23:20

Das Problem mit solchen Meinungen ist, dass sie entweder unverrottbar sind oder kompostieren und dann später wieder abgewandelt neu auftauchen... :wink:
Immer daran denken:
Die Kinderzeit ist das Schönste - erst die eigene und dann die der eigenen...
Powered by: http://www.dialogfuerkinder.at

mfn
Beiträge: 176
Registriert: 09.08.2007, 09:39
Wohnort: Gloggnitz

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon mfn » 12.08.2010, 09:23

Eine prinzipielle Frage: sollte es in Ö jemals zu Möglichkeit eines Antrags auf gemeinsame Obsorge auch gegen den Willen der KM bei Trennung von Nichtverheirateten kommen, gilt das dann nur für Trennungen ab diesem Zeitpunkt, oder auch rückwirkend?

Grüße
mfn

guevara
Beiträge: 913
Registriert: 13.12.2009, 13:07

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon guevara » 12.08.2010, 10:42

mfn hat geschrieben:Eine prinzipielle Frage: sollte es in Ö jemals zu Möglichkeit eines Antrags auf gemeinsame Obsorge auch gegen den Willen der KM bei Trennung von Nichtverheirateten kommen, gilt das dann nur für Trennungen ab diesem Zeitpunkt, oder auch rückwirkend?

Grüße
mfn

wohl eher nicht, so es denn überhaupt je dazu kommen sollte... :(
siehe dazu die antwort von dr. tews:
viewtopic.php?f=5&t=4228
Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.

guevara
Beiträge: 913
Registriert: 13.12.2009, 13:07

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon guevara » 14.08.2010, 10:56

die frauenministerin will das "faustpfand" der alleinigen obsorge unverheirateter mütter weiterhin nur im deal mit mehr frauenrechten abgeben.
kindeswohl spielt bei der neuesten forderung von h-h nicht einmal eine untergeordnete rolle. oder will sie damit suggerieren: gehts den frauen gut, dann gehts auch den kindern gut?
http://diepresse.com/home/politik/innen ... k/index.do
Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.

ein mann und vater
Beiträge: 1114
Registriert: 11.12.2007, 10:59
Wohnort: sbg

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon ein mann und vater » 16.08.2010, 08:42

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/andreaskhol/587718/index.do

der mann hat nicht nur grasser als bundeskanzler verhindert, er fordert auch die angleichung er österreichischen an die deutsche gesetzgebung gemäß egmr-urteil. ihm gebührt lob!

warten wir das österreichische egmr-urteil gegen väterdiskriminierung ab! dann haben die spö-frauen ihre menschenrechtswidrige agitation schwarz auf weiß. :twisted:
ich diskutiere nicht mit dummköpfen. sie ziehen dich zuerst runter auf ihr niveau und dort haben sie dann mehr erfahrung.

sgastl
Beiträge: 965
Registriert: 27.01.2007, 21:52

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon sgastl » 16.08.2010, 09:46

mir erschließt sich immer noch nicht, welchen vorteil das KIND aus der gemeinsamen obsorge haben soll. wird das umgangsrecht in eine umgangspflicht für kinder umgewandelt? ist diese für kinder dann einklagbar?

die erfahrungen (und das sind nicht wenige) aus deutschland sind die, dass die sorgerechtsausübung so wie sie dort ist, für denjenigen bei dem die kinder sind außer aufwändig und kompliziert gar nix sind. vorteil für die kinder? KEINER.

wie soll sich denn bitte das sorgerecht im alltag äußern und wieso heißt das sorgerecht und nicht sorgepflicht?

Unsicher
Beiträge: 111
Registriert: 28.02.2007, 22:09

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon Unsicher » 16.08.2010, 16:11

Hallo sgastl,

wahrscheinlich hat es nicht viele "Vorteile", aber eher regt es zum Nachdenken an. Ich kann nur für meinen Mann sprechen. Nicht verheiratet, 1 Kind mit ehem. LG. Aussagen der KM "Kind gehört mir, da ich das Sorgerecht alleine habe. Ich erziehe das Kind, ich bestimme was gut ist für das Kind. Ich nehme das Kind dorthin, wo es richtig ist." Nachdem KM und Kind weggezogen sind, musste das Kind aus dem Kindergarten abgemeldet werden. Der KV konnte es nicht abmelden, da er kein "Sorgerecht" für das Kind hat. Er soll gefälligst für das Kind zahlen, aber nicht mitsprechen, was machen könnte.

Es ist schon klar, dass eine Lebensgemeinschaft nicht das gleiche wie ein Ehe ist, aber wenn sich 2 erwachsene Menschen dazu entscheiden, Kinder zu bekommen, sollte es im Sinne der Kinder so sein, dass beide Elternteile das Recht und die Pflicht haben, sich um das Kind zu kümmern.
Sollte eine KM Kinder haben wollen, wo Ihr niemand reinreden kann, so soll sie (auch wenn es hart klingt) zu einer Samenbank gehen.

Im Grunde geht es doch nur darum, dass nicht die KM allein mit Ihrer ablehnenden Haltung sagen kann, der KV soll kein Sorgerecht haben, nach dem Motto "Ich will halt nicht." Oder "Du bekommst es, wenn Du das und jenes tust." DAS ist nicht im Sinne der Kinder. Wenn der KV Interesse und den Willen hat, das gemeinsame Kind zu versorgen, zu erziehen etc.; er einen Antrag stellt, dann sollte ihm nicht einfach eine pauschale Ablehnung ins Haus flattern.

Nur meine Meinung...

guevara
Beiträge: 913
Registriert: 13.12.2009, 13:07

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon guevara » 20.08.2010, 14:55

die frauenministerin holt zum rundumschlag gegen väter aus:

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/ ... 760336.ece
h.-h.: "ich bin gegen eine automatische gemeinsame obsorge. väter entdecken ja oft erst nach der trennung, wie wichtig ihnen das kind ist. wenn väter sich mehr beteiligten, bekämen sie auch leichter die obsorge" (auf gnadenbasis mütterlicherseits oder wie ist das zu verstehen?).

wenn die gemeinsame obsorge von halbe-halbe im haushalt abhängig gemacht werden soll, dann frage ich mich aber schon, warum von vätern erwartet wird, einem fulltimejob nachzugehen, während fast die hälfte der mütter nur teilzeitbeschäftigt ist und 3/4(!) von ihnen mit diesem freiwillig gewählten arbeitszeitmodell zufrieden sind und auch gar keine ganztägige erwerbstätigkeit anstreben :roll:...
lediglich einem 1/4 der teilzeitbeschäftigten bleibt aufgrund von fehlenden kinderbetreuungseinrichtungen gewünschter ganztagsjob versagt.

angesichts dieser tatsachen erweist sich die behauptung der frauenministerin, männer seien fauler als frauen, zwar als purer populismus, aber als nicht zielführend!
Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.

werner
Beiträge: 5383
Registriert: 29.01.2007, 07:51
Wohnort: nicht Wien

Eine weitere Wortmeldung gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon werner » 24.08.2010, 15:38

Der Frauenring gab bekannt, dass der Großteil der Väter jener Kategorie zuzuordnen ist, die sich nach Scheidung oder Trennung nicht um ihre Kinder kümmert.
...
Von Seiten der Politik wird zu Unrecht die Gruppe der benachteiligten Väter konstruiert, die aber eben nur Einzelfälle darstellen.
Unglaublich wie viel Mühe sich manche Gruppierungen mit Recherchen machen - und das sogar noch mitten in den REM-Phasen... :evil:

http://diestandard.at/1282273374134/Kommentar-Herr-mit-der-Obsorge
Immer daran denken:
Die Kinderzeit ist das Schönste - erst die eigene und dann die der eigenen...
Powered by: http://www.dialogfuerkinder.at

sgastl
Beiträge: 965
Registriert: 27.01.2007, 21:52

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon sgastl » 24.08.2010, 15:49

guevara hat geschrieben:lediglich einem 1/4 der teilzeitbeschäftigten bleibt aufgrund von fehlenden kinderbetreuungseinrichtungen gewünschter ganztagsjob versagt.



so ein ***** ist mir schon lange nicht mehr untergekommen!! da geht mir die hutschnurr hoch. echt.

per gesetz müsste nachmittagsbetreuung in den schulen stattfinden - in wahrheit kommt sie nicht zustande - da die zeiten zu kurz sind zb. von 13.30 bis 16.00, es an der anzahl der gemeldeten kids scheitert - weil nämlich VS und HS getrennt betrachtet werden, die betreuung im vorhinein fürs ganze jahr festgesetzt werden muss - allerdings nur für die wochentage mo bis fr gilt.

dh. eine wochenendbetreuung ist nicht vorgesehen - was ist mit der krankenschwester, die wochenenddienst hat? was mit der verkäuferin, die am langen donnerstag bis 20.00 verkaufen muss und samstags den ganzen tag?

in den ferien wird natürlich KEINE betreuung angeboten. wozu auch? schließlich sind das ja nur laue 15 wochen im jahr - fenstertage noch nicht einmal berücksichtigt.

das 1/4 mag auf ihr bundesland zutreffen - hier ist es genauso - entweder wohnen sie in der landeshauptstadt oder sie haben familie - sprich großeltern - die die rundumbetreuung übernehmen. mit der pflegefreistellung hüpfen sie nämlich nicht wirklich weit, wenn sie a) interesse daran haben ihren job zu behalten und b) mehr als ein kind haben.

mir geht das geschwafel der stinkfaulen mütter, die auf kosten des unterhalts ihrer kinder leben gehörig auf den senkel. wenn nachmittagsbetreuung angeboten wird, kostet sie pro kind mind. 250 euro ohne essen. zeigen sie mir einen job, der ihnen minimum 500 euro netto mehr bringt. fakt ist, sie scheinen auch nicht fit in der lohnsteuer zu sein, denn sonst wüßten sie, dass 30 h/wochen annähernd gleichviel verdienst bedeuten denn 40 h/woche. einmal abgesehen von den politikerkindern die für lau natürlich nicht arbeiten gehen. :twisted:

werner
Beiträge: 5383
Registriert: 29.01.2007, 07:51
Wohnort: nicht Wien

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon werner » 25.08.2010, 15:39

Es wird ... bewusst suggeriert, automatische gemeinsame Obsorge bedeute eine unabänderliche staatliche Zwangsbeglückung, die auf das Kindeswohl keinerlei Bedacht mehr nehmen würde. Dabei weiß zum Beispiel auch Frauenministerin H*-H* ganz genau, dass dies nirgendwo so dogmatisch praktiziert wird und werden muss, nicht in Frankreich und nicht in Skandinavien. Überall kann das Gericht die elterliche Sorge auch nur einem Elternteil zuweisen, wenn das "Wohl des Kindes" dies verlangt. Nur ist es halt - Gott sei Dank - nicht überall so wie in Österreich, dass letztlich allein die Gnade der Kindesmutter darüber entscheidet, ob der Umgang mit dem Vater zum Wohl des Kindes ist oder nicht. Anderswo sind dafür eher objektive Kriterien ausschlaggebend.


Um eine gesetzliche gemeinsame Obsorge als unnötig hinzustellen, wird alternativ auch gern eine Verbesserung des Schlichtungswesens propagiert. Doch auch das kann unter den gegebenen rechtlichen Bedingungen allein nicht zielführend sein, denn: Eine außergerichtliche Schlichtungskultur hat nur dann eine Chance, sich zu entwickeln, wenn die Justiz beide Elternteile gleichberechtigt behandelt. Andernfalls wird stets jene Konfliktpartei, die sich rechtlich am längeren Hebel sieht, weniger bis gar nicht bereit sein, sich auf einen fairen Kommunikations- und Einigungsprozess einzulassen. Ohne rechtliches Ausbalancieren in Form einer gesetzlichen gemeinsamen Obsorge wird also auch die Idee mit der Schlichtungsstelle nicht funktionieren.


Findet jemand gute Argumente um das zu widerlegen?

http://diestandard.at/1282273504702/Kommentar-der-anderen-Obsorge-Debatte-Am-Kind-vorbeiorakeln
Immer daran denken:
Die Kinderzeit ist das Schönste - erst die eigene und dann die der eigenen...
Powered by: http://www.dialogfuerkinder.at

guevara
Beiträge: 913
Registriert: 13.12.2009, 13:07

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon guevara » 26.08.2010, 00:08

sgastl hat geschrieben:
guevara hat geschrieben:lediglich einem 1/4 der teilzeitbeschäftigten bleibt aufgrund von fehlenden kinderbetreuungseinrichtungen gewünschter ganztagsjob versagt.



so ein ***** ist mir schon lange nicht mehr untergekommen!! da geht mir die hutschnurr hoch. echt.

per gesetz müsste nachmittagsbetreuung in den schulen stattfinden - in wahrheit kommt sie nicht zustande - da die zeiten zu kurz sind zb. von 13.30 bis 16.00, es an der anzahl der gemeldeten kids scheitert - weil nämlich VS und HS getrennt betrachtet werden, die betreuung im vorhinein fürs ganze jahr festgesetzt werden muss - allerdings nur für die wochentage mo bis fr gilt.

dh. eine wochenendbetreuung ist nicht vorgesehen - was ist mit der krankenschwester, die wochenenddienst hat? was mit der verkäuferin, die am langen donnerstag bis 20.00 verkaufen muss und samstags den ganzen tag?

in den ferien wird natürlich KEINE betreuung angeboten. wozu auch? schließlich sind das ja nur laue 15 wochen im jahr - fenstertage noch nicht einmal berücksichtigt.

das 1/4 mag auf ihr bundesland zutreffen - hier ist es genauso - entweder wohnen sie in der landeshauptstadt oder sie haben familie - sprich großeltern - die die rundumbetreuung übernehmen. mit der pflegefreistellung hüpfen sie nämlich nicht wirklich weit, wenn sie a) interesse daran haben ihren job zu behalten und b) mehr als ein kind haben.

mir geht das geschwafel der stinkfaulen mütter, die auf kosten des unterhalts ihrer kinder leben gehörig auf den senkel. wenn nachmittagsbetreuung angeboten wird, kostet sie pro kind mind. 250 euro ohne essen. zeigen sie mir einen job, der ihnen minimum 500 euro netto mehr bringt. fakt ist, sie scheinen auch nicht fit in der lohnsteuer zu sein, denn sonst wüßten sie, dass 30 h/wochen annähernd gleichviel verdienst bedeuten denn 40 h/woche. einmal abgesehen von den politikerkindern die für lau natürlich nicht arbeiten gehen. :twisted:

die angaben und wertungen zu teilzeitarbeit von frauen sind dem frauenbericht 2010 entnommen!!! :mrgreen:

darin ist auch nachzulesen, dass bei den 25-49jährigen frauen ohne kinder unter 15 jahren die teilzeitquote bei 28,4% liegt, bei männern ohne kinder unter 15 jahren arbeiten 6,7% teilzeit. wenn sich also frauen für teilzeitarbeit entscheiden, muss das nicht immer mit kinderbetreuungspflichten verbunden sein...

auch wurde von mir schon an anderer stelle darauf hingewiesen, dass vermutlich (und das nicht nur wegen der geringeren lohnsteuer) bei teilzeit am ende des monats netto mehr am konto ist, als dies bei vollzeit der fall wäre, da dann der anspruch auf diverse transferleistungen meist auch gegeben ist.
ist halt eine einstellungssache, ob man seinen lebensunterhalt mit eigener arbeitsleistung bestreiten möchte, oder ob man dies lieber auf den staat abwälzen will. daher wird sich auch nicht jeder mann/jede frau so wie ich dazu entscheiden, als hoch qualifizierter facharbeiter einen fulltimejob als hilfskraft in einem handwerksbetrieb (mit geregelter 40h-woche) anzunehmen, um den kinderbetreuungspflichten gerecht zu werden.

dass für die erforderliche nachmittagsberteuung mit verköstigung des kindes (durch tagesmutter) schon mal der halbe monatslohn draufgehen kann, da die förderungen des ams zeitlich begrenzt sind, braucht man mir nicht zu sagen.

aber kinderbetreuungspflichten müssen in der frauenpolitik offenbar für alles herhalten. und DAS kann ich mittlerweile nicht mehr hören :evil:
Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.

werner
Beiträge: 5383
Registriert: 29.01.2007, 07:51
Wohnort: nicht Wien

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon werner » 19.09.2010, 20:56

Neues vom Frauenring:

http://derstandard.at/1284594507400/Kommentar-der-anderen-Streitverlaengerungsstrategie-nach-Scheidungen

Österr. Frauenring hat geschrieben:Man kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass es bei der geplanten gesetzlichen Fixierung einer automatischen gemeinsamen Obsorge keinesfalls um das Wohl der Kinder und der alleinerziehenden Mütter und Väter geht, sondern vielmehr um eine Wiedereinführung patriarchaler Rechte.
also sollen auch alleinerziehende Väter gegen patriarchale Rechte geschützt werden?


Der Österreichische Frauenring (ÖFR), Dachorganisation von mehr als 40 Frauenvereinen, spricht sich entschieden gegen die Idee der automatischen gemeinsamen Obsorge von Justizministerin Bandion-Ortner aus und bedauert es daher sehr, nicht zu dem am kommenden Montag anberaumten Runden Tisch im Justizministerium eingeladen worden zu sein.
recht so!
Immer daran denken:
Die Kinderzeit ist das Schönste - erst die eigene und dann die der eigenen...
Powered by: http://www.dialogfuerkinder.at

werner
Beiträge: 5383
Registriert: 29.01.2007, 07:51
Wohnort: nicht Wien

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon werner » 22.09.2010, 09:07

Gute Ansätze der Frau Saskia Jungnikl im Standard:

DerStandard.at hat geschrieben:Väter wollen nach der Scheidung mehr Rechte? Klar. Gebt sie ihnen. Mehr Rechte auch für ledige Väter? Geht in Ordnung. Niemand kann daran zweifeln, dass Kinder Mütter und Väter gleichermaßen brauchen. Sie haben ein Recht auf beide Elternteile. Ein neues Obsorgegesetz soll den Kindern dieses Recht geben. Doch so einfach ist es nicht. Ein Gesetz, das alle Scheidungsfälle über einen Kamm schert, hilft weder Vätern noch Müttern.

Es wäre falsch, wegen einer bestimmten Gruppe an Vätern, die sich nicht um ihre Kinder kümmern, jedem einzelnen das Recht darauf abzusprechen. Es wäre ebenso falsch, dass ein Vater ausschließlich auf das Wohlwollen der Mutter angewiesen ist, wenn er sein Kind sehen will.



Der ganze Artikel kann hier nachgelesen werden: http://diestandard.at/1284594746635/Kommentar-Mehr-Rechte-fuer-alle
Immer daran denken:
Die Kinderzeit ist das Schönste - erst die eigene und dann die der eigenen...
Powered by: http://www.dialogfuerkinder.at

sgastl
Beiträge: 965
Registriert: 27.01.2007, 21:52

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon sgastl » 22.09.2010, 10:17

womit wir wieder bei meiner bereits gestellten frage sind:

wird da sorgerecht nicht mit besuchsrecht verwechselt? zweiters hat nicht unbedingt was mit ersterem zu tun. was weiter impliziert: welchen vorteil zieht das kind aus der geteilten obsorge?

ich seh schon - ich wiederhole mich

guevara
Beiträge: 913
Registriert: 13.12.2009, 13:07

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon guevara » 22.09.2010, 21:37

sgastl hat geschrieben:womit wir wieder bei meiner bereits gestellten frage sind:

wird da sorgerecht nicht mit besuchsrecht verwechselt? zweiters hat nicht unbedingt was mit ersterem zu tun. was weiter impliziert: welchen vorteil zieht das kind aus der geteilten obsorge?

ich seh schon - ich wiederhole mich

neben dem vielbeachteten frauenbericht gabs auch einen, in den medien leider kaum erwähnten familienbericht, in dem die vorteile der gemeinsamen obsorge auch für das kind nachzulesen sind, wobei von der frauenministerin dieser familienbericht dahingehend bemängelt wurde, dass den vätern darin zu viel aufmerksamkeit geschenkt wurde :evil: :

es kommt zu einer schnelleren beruhigung der konflikte zwischen den eltern, zu häufigeren kontakten des kindes mit dem getrennt lebenden elternteil und zu einer zehnmal (!) niedrigeren kontaktabbruchsrate als bei alleiniger obsorge.
auch der unterhalt wird pünktlicher bezahlt und vom verpflichteten vor allem als angemessen angesehen.

objektiv gesehen profitieren kinder also sehr wohl von gemeinsamer obsorge. was spricht also dagegen, wenn im sinne von gleichstellung beide elternteile mit gleichen rechten und pflichten gegenüber ihrem kind ausgestattet werden?
Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.

sgastl
Beiträge: 965
Registriert: 27.01.2007, 21:52

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon sgastl » 26.09.2010, 21:23

guevara hat geschrieben:objektiv gesehen profitieren kinder also sehr wohl von gemeinsamer obsorge. was spricht also dagegen, wenn im sinne von gleichstellung beide elternteile mit gleichen rechten und pflichten gegenüber ihrem kind ausgestattet werden?


die sicht ist sehr subjektiv - mM. solange besuchsrecht keine pflicht ist. welche pflichten gehen denn mit dem sorgerecht einher, die dann einforderbar sind, vom elternteil, bei dem sich die kinder aufhalten?

ein mann und vater
Beiträge: 1114
Registriert: 11.12.2007, 10:59
Wohnort: sbg

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon ein mann und vater » 27.09.2010, 10:28

jaja, die berühmten subjektiven sichten... :roll:

eine pflicht und ein recht der gemeinsamen obsorge - und besuchsrecht hat damit bekannterweise überhaupt nichts zu tun - ist zB das vater sich bei der schule, bei den lehrern, bei den lehrstellen etc. selbst erkundigen kann, wie es um sein kind steht. dass er zeugnisse einsehen kann. dass er vom erfolg und mißerfolg und förderbedarf erfährt. dass er schlicht und einfach vater sein kann.

ohne auf den goodwill der mutter angewiesen zu sein od. 116.- für den gerichtsantrag auf eine läppische zeugniskopie zahlen muss.
ich diskutiere nicht mit dummköpfen. sie ziehen dich zuerst runter auf ihr niveau und dort haben sie dann mehr erfahrung.

sgastl
Beiträge: 965
Registriert: 27.01.2007, 21:52

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon sgastl » 27.09.2010, 10:37

ein mann und vater

sie sprechen nur von rechten. meine frage war aber:

welche PFLICHT geht mit dem sorgerecht einher. darauf hab ich bis dato noch keine antwort erhalten. dh bei gemeinsamer obsorge ist der das beherbergende elternteil auf das goodwill des zweiten obsorgeberechtigen angewiesen. :roll:

Nachfolgefrau
Site Admin
Beiträge: 6362
Registriert: 27.01.2007, 23:54
Wohnort: Wien/Linz
Kontaktdaten:

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon Nachfolgefrau » 27.09.2010, 11:39

sgastl hat geschrieben:welche PFLICHT geht mit dem sorgerecht einher. darauf hab ich bis dato noch keine antwort erhalten. dh bei gemeinsamer obsorge ist der das beherbergende elternteil auf das goodwill des zweiten obsorgeberechtigen angewiesen. :roll:

Jede unter die Obsorgeberechtigung fallende Pflicht trifft bei gemeinsamer Obsorge beide Elternteile.

Ein Praxisbeispiel, damit sie es verstehen:
Die KM meiner Stiefkinder klinkt sich komplett aus, obwohl Sohn noch bei ihr wohnt.
Daher ist es nun die Pflicht des Vaters, der seit kurzem die gemeinsame Obsorge hat, sich um die Schulanmeldung, eine Lehrstelle, Unterschriften, Dokumente, Lehrerkontakte, Freifahrtsausweise etc. des 200km entfernt lebenden Sohnes zu kümmern.
Es ist auch seine Pflicht als vollerziehungsberechtiger Elternteil, dem Sohn angemessene medizinische Betreuung zukommen zu lassen, was von der Mutter 6 Jahre lang sträflich vernachlässigt wurde.
Es ist schlicht und einfach seine Pflicht als Vater, dass aus dem Sohn was wird.

Da mir jetzt noch das kalte Grausen kommt bei der Vorstellung, was OHNE gemeinsame Obsorge aus dem Teenager geworden wäre (der Weg bergab an der Seite der KM war bereits vorgezeichnet), kann ich nur speiben bei der irrigen Feststellung, welch Einschränkungen die gemeinsame Obsorge für die ach-so-leidende KM bedeutet. DAS war jetzt subjektiv.

Auf das blödsinnige Klischee der Zustimmungspflicht od. einer Einschränkung des beherbergenden Elternteils gehe ich nicht ein, da dies einfach falsch oder zumindest sträflich subjektiv ist. Gemeinsame Obsorge bedeutet nie Einschränkung, sondern Erweiterung der Obsorgepflichten und -rechte auf beide Elternteile.
Site Admin / Angelika

Foren Admin
http://www.dialogfuerkinder.at

werner
Beiträge: 5383
Registriert: 29.01.2007, 07:51
Wohnort: nicht Wien

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon werner » 30.09.2010, 16:45

http://diestandard.at/1285199590242/Gemeinsame-Obsorge-ProContra-Damoklesschwert-oder-ein-Miteinander-muessen


2 Meinungen zum Thema "Automatische gemeinsame Obsorge nach Scheidungen" - es genügt, wenn man den Teil "Pro" gelesen hat...

Pro hat geschrieben:Es besteht die Hoffnung, dass dadurch die Bedeutung der Elternschaft nach der Trennung betont wird und die Kinder in dem Bewusstsein aufwachsen, dass Papa und Mama trotz Trennung ihnen weiter zur Verfügung stehen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Kontakt zum anderen leiblichen Elternteil für die Entwicklung des Kindes eine große Bedeutung spielt.
.
.
.
Der Erfolg der Reform des Kindschaftsrechtes wird aber zu einem großen Teil davon abhängen, inwieweit es gelingt (auch) durch gesetzliche Maßnahmen zu gewährleisten, dass der Kontakt zum anderen Elternteil nicht abreißt. Denn auch mit automatischer gemeinsamer Obsorge ist nicht gewährleistet, dass der Elternteil, bei dem sich das Kind nicht hauptsächlich aufhält, das Kind tatsächlich regelmäßig sieht.
.
Hier sieht man im europäischen Vergleich ganz deutlich, dass unser Besuchsrechtsproblem in anderen Ländern kaum existiert, denn dort hat sich in der Zwischenzeit schon herumgesprochen, dass regelmäßige Kontakte für alle Beteiligten äußerst positiv sind. Für den Elternteil, bei dem sich das Kind nicht hauptsächlich aufhält, weil dieser an der Entwicklung des Kindes teilhaben kann; für den Hauptbetreuenden, weil dieser einmal ein Wochenende ausschließlich nach seinen eigenen Bedürfnissen gestalten kann und - und das ist das Wichtigste - für die Kinder, die die Mama- und Papawelt erleben können und keine Fantasien über den anderen Elternteil entwickeln müssen.



Was mich beim "Contra" der "Frauenrechtlerin" (?) besonders stört ist folgende Aussage:
Contra hat geschrieben:Als Damoklesschwert steht nun die automatische gemeinsame Obsorge nach Scheidung, am besten auch für nicht Verheiratete im Raum. Es wird argumentiert, das dies das Beste für die Kinder ist, weil damit das "Machtvakuum" ausgeglichen ist und Mütter und Väter dann angeblich endlich die gleichen Rechte haben! Also geht es doch um ausgeweitete Macht und Rechte der Väter, aber nicht um die Rechte der Kinder?
Die Dame bestätigt mit dieser Aussage, dass Väter (eigentlich: der getrennt lebende Elternteil) dzt. weniger Rechte und Möglichkeiten haben - und sie spricht sich gegen eine Gleichstellung aus (klar: wer gibt schon gerne einen Vorteil freiwillig auf....).

Und dann noch Aussagen die entweder im vollen Bewußtsein als Unwahrheit getätigt wurden - oder doch nur ihre Begründung in einer absoluten Ahnungslosigkeit von der Materie haben (wozu sollte man sich auch mit den tatsächlichen Gegebenheiten genauer auseinandersetzen wenn man doch auch ohne Fachwissen von den Medien um seine Meinung gefragt wird?)
Contra hat geschrieben:der künftig allein erziehende Elternteil, der die gesamte Verantwortung trägt, alle Pflichten erfüllt und den Alltag mit dem Kind lebt, soll gezwungen werden, alle relevanten Entscheidungen im Einvernehmen mit dem Expartner durchzuführen.


Und zum wiederholten Male die falsche Verknüpfung Obsorge / Besuchsrecht:
Contra hat geschrieben:Und Kinder können sowieso gezwungen werden, sogar zu Besuchkontakten mit gewalttätigen Vätern.


Mir ist schon klar, warum das Justizministerium solche Personen nicht zum Arbeitskreis eingeladen hat... :wink:
Immer daran denken:
Die Kinderzeit ist das Schönste - erst die eigene und dann die der eigenen...
Powered by: http://www.dialogfuerkinder.at

werner
Beiträge: 5383
Registriert: 29.01.2007, 07:51
Wohnort: nicht Wien

Re: Heinisch-Hosek weiter gegen gemeinsame Obsorge

Beitragvon werner » 22.12.2010, 10:34

Leider (noch?) kein Durchbruch zu vermelden:

http://diestandard.at/1292462328320/Gemeinsame-Obsorge-Pilotprojekt-Schlichtungsstellen

Eines der Hauptthemen der Arbeitsgruppe, an der sowohl VertreterInnen der betroffenen Ministerien als auch verschiedener Organisationen beteiligt sind, ist der Ausbau der gemeinsamen Obsorge nach Scheidungen. Hier lässt eine Lösung weiter auf sich warten.
.
.
.
Ursprünglich hatte man eine Lösung bis Jahresende angepeilt. Es gebe unterschiedliche Standpunkte, außerdem behandle die Arbeitsgruppe mehrere Themenbereiche, erklärte der Sprecher. Man hoffe aber auf eine grundsätzliche Einigung im ersten Quartal 2011. Auf unterschiedliche Ansichten innerhalb der Arbeitsgruppe verwies auch Doris **name zensiert**, Obfrau der Fachgruppe Familienrecht der Richtervereinigung, im ORF. Es sei schwer, dort zu einem Ergebnis zu kommen - "ich glaube, das muss eine politische Entscheidung sein".
Immer daran denken:
Die Kinderzeit ist das Schönste - erst die eigene und dann die der eigenen...
Powered by: http://www.dialogfuerkinder.at


Zurück zu „Familienrechtsreform 2012 (moderiert)“