Neuberechnung aufgrund Wegfall FBH verwehrt

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juliet67
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Neuberechnung aufgrund Wegfall FBH verwehrt

Beitragvon juliet67 » 23.09.2018, 08:13

Lieber dgt,
Mein vj Sohn (19)war letzte Woche beim Familiengericht, um eine Neuberechnung der Alimente aufgrund des Wegfalls der FBH (seit 1.7.18) zu veranlassen und sich ggf gleich aurechnen zulassen, was ihm nach Berechnungsformel während des Zivildiensts( ab 1.10.18) an Restunterhalt zusteht.
Die Rechtspflegerin sagte ihm wörtlich " SIE können sich schon mal gar nix ausrechnen lassen und die FBH ändert überhaupt nichts an den Alimenten.
Sie können maximal eine Erhöhung der Alimente fordern,sollte es einen triftigen Grund geben, aber sonst gar nix "

Mich wundert das ein bisschen...ist es tatsächlich so, dass der Volljährige, was das angeht keinerlei Rechte hat, sondern nur der KV?
Und da Sie schrieben, der Wegfall der FBH sei ausreichend Anlass für eine Neuberechnung, wundert mich die Aussage, das mache keinen Unterschied.
Können Sie einschätzen, wie die Differenz bei einem Geldunterhalt von dzt 782.- ausmachen würde ?

mit lieben Grüßen,
juliet 67

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dgt
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Re: Neuberechnung aufgrund Wegfall FBH verwehrt

Beitragvon dgt » 27.09.2018, 17:05

juliet67 hat geschrieben:Lieber dgt,
Mein vj Sohn (19)war letzte Woche beim Familiengericht, um eine Neuberechnung der Alimente aufgrund des Wegfalls der FBH (seit 1.7.18) zu veranlassen und sich ggf gleich aurechnen zulassen, was ihm nach Berechnungsformel während des Zivildiensts( ab 1.10.18) an Restunterhalt zusteht.
Die Rechtspflegerin sagte ihm wörtlich " SIE können sich schon mal gar nix ausrechnen lassen und die FBH ändert überhaupt nichts an den Alimenten.
Sie können maximal eine Erhöhung der Alimente fordern,sollte es einen triftigen Grund geben, aber sonst gar nix "

Mich wundert das ein bisschen...ist es tatsächlich so, dass der Volljährige, was das angeht keinerlei Rechte hat, sondern nur der KV?
Und da Sie schrieben, der Wegfall der FBH sei ausreichend Anlass für eine Neuberechnung, wundert mich die Aussage, das mache keinen Unterschied.
Können Sie einschätzen, wie die Differenz bei einem Geldunterhalt von dzt 782.- ausmachen würde ?

Einkommen des Vaters?

unhappy
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Re: Neuberechnung aufgrund Wegfall FBH verwehrt

Beitragvon unhappy » 04.10.2018, 07:56

Meines Erachtens ist die Auskunft der Rechtspflegerin moralisch völlig richtig, wenn auch rechtlich wahrscheinlich falsch. Bei einer so hohen Unterhaltsleistung wie im Falle ihres Sohnes (!782,-- monatlich!) würde sich die Nichtanrechnung der Familienbeihilfe in der Größenordnung von 100,-- monatlich bewegen (sofern man ein Nettoeinkommen von rd. 4.000,- des KV unterstellt).

Moralisch falsch schreibe ich aber deswegen, weil
a) ja nicht ihr Sohn die Familienbeihilfe bezieht, sondern höchstwahrscheinlich sie als KM,
b) offensichtlich sie als KM die treibende Kraft hinter ihrem Sohn sind (als Volljähriger könnte ja auch er sich hier im Forum um Auskünfte bemühen) und vorallem
c) ein Betrag von über 800,-- je Monat für einen Studenten schon absurd hoch sind. Vor allem wenn man davon ausgehen kann dass er ohnehin zuhause bei ihnen lebt. Wie soll ein junger Mensch mit so einem fin. Polster jemals reif werden für den Alltag? Selbst Vollzeitbeschäftigte haben oft nicht ein Nettoeinkommen in dieser Höhe.

Ich schreibe dies weil ich mich in einer ähnlichen Situation befinde, und auch mein Sohnemann jetzt erst mal studieren geht ... weil er ohnehin vom KV finanziert wird.
In seiner bisherigen Schullaufbahn - bis auf 2 Wochen Pflichtpraktikum - noch keiner einzigen Ferialtätigkeit nachgegangen ist ... weil er ohnehin vom KV finanziert wird.
usw. usw.

Hier liegt ein Fehler im System vor... und dieser Fehler nennt sich "Familienrecht". Oder würden sie bei ungeänderten Familienverhältnissen (auf deutsch: ohne Scheidung) ihrem Sohn ein Taschengeld in dieser Höhe gewähren?

gualterius
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Re: Neuberechnung aufgrund Wegfall FBH verwehrt

Beitragvon gualterius » 04.10.2018, 23:39

Genau. :!:


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