Mieterhöhung

viper
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Mieterhöhung

Beitragvon viper » 01.11.2012, 12:22

Hallo,

hab schon wieder eine dumme Frage.

Ich habe bis jetzt Euro 200 Miete bezahlt (Anerkennungsmiete) ohne jegliche Wertanpassung.
Nun habe ich einen neuen Vermieter und der will ab heute 550 haben - wird jetzt nach Richtwert abgerechnet mit einem Nachlass von 13% (weil er so nett ist). Ausserdem solls eine jährliche Wertanpassung geben.

Muss ich das so akzeptieren oder kann ich da noch was tun?

Bin schon gespannt......

viper
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Re: Mieterhöhung

Beitragvon viper » 01.11.2012, 12:24

... ach so - ich unterliege voll dem MRG

Bernd Podhradsky

Re: Mieterhöhung

Beitragvon Bernd Podhradsky » 02.11.2012, 00:03

Grundsätzlich ist der Erwerber einer Liegenschaft an die Mietverträge des Veräußerers mit den Bewohnern der Liegenschaft gebunden (§ 2 Abs 1 MRG), er tritt als Vermieter in den Mietvertrag ein und hat ihn auch weiterhin zu erfüllen. Ausgenommen sind lediglich ungewöhnliche Nebenabreden, mit denen der Erwerber nicht rechnen musste, wenn sie ihm unbekannt waren.

Handelt es sich um einen unbefristeten Bestandvertrag, so kann der Vermieter ohnehin nur aus wichtigem Grund (§ 30 MRG) kündigen. Das Gesetz zählt einige Tatbestände auf, die aber lediglich beispielhaft zu verstehen sind (zB mangelnder Bedarf des Bestandnehmers, Vertragsverletzungen des Bestandnehmers usw). Selbst wenn ein solcher Grund vorliegt, kann der Vermieter nur gerichtlich kündigen (§ 33 MRG).

Eine "erzwungene", dauerhafte Erhöhung halte ich daher nicht für möglich. Lediglich unter bestimmten Voraussetzungen (Sanierungsarbeiten, wenn die Mietzinsrücklagen nicht ausreichen) kann eine vorübergehende Mietzinserhöhung erzwungen werden.

Wichtig: Obiges bezieht sich ausschließlich auf Bestandverträge, die in den Vollanwendungsbereich des MRG fallen!

Beste Grüße,
Bernd


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