Deckungsklage gegen Versicherung

gerecht99
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Deckungsklage gegen Versicherung

Beitragvon gerecht99 » 01.01.2011, 21:55

Ich habe eine umfassende Rechtsschutzversicherung in der unter anderem der Vertragsrechtsschutz beinhaltet ist. Nachdem meine Ex-Frau vor einem Jahr als Flucht vor ihren finanziellen Problemen in Privatkonkurs gegangen ist, hat sich einer ihrer Gläubiger bei mir aufgrund einer Ausfallsbürgschaft schadlos gehalten. Ich konnte mich in einem Vergleich mit dem Gläubiger einigen und möchte nun den Vergleichsbetrag von meiner Ex-Frau einklagen. Die Rechtsschutzversicherung weigert sich hierfür die Deckung zu übernehmen, mit dem Argument, es bestehe kein Vertragsverhältnis zwischen mir und meiner Ex-Frau. Die Ausfallsbürgschaft entstand aus einer von mir übernommen Bürgschaft während der aufrecheten Ehe für einen Kredit meiner Ex-Frau. Im Zuge des Aufteilungsverfahrens wurde die Bürgschaft zu einer Ausfallsbürgschaft umgewandelt. Ich habe leider nur Kopien der Bürgschaftsverträge und bekomme vom ehemailgen Kreditgeber keine Kopie des Kreditvertrages.
Auf das Argument hin, dass der Bürgschaftsvertrag ein Bestandteil des Kreditvertrages sei und es somit ein Vertragsverhältnis zwischen meiner Ex-Frau und mir in diesem Zusammenhang gab, bekam ich als Stellungnahme, dass dieses Vertragsverhältnis nicht nachvollzogen werden kann, daher keine Deckung.
Ich finde das absurd. Nächster Schritt, soweit ich informiert bin, Deckungsklage gegen Versicherung...aber was bringt das...........?

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Re: Deckungsklage gegen Versicherung

Beitragvon guevara » 02.01.2011, 11:54

gerecht99 hat geschrieben:Nachdem meine Ex-Frau vor einem Jahr als Flucht vor ihren finanziellen Problemen in Privatkonkurs gegangen ist,... möchte (ich) nun den Vergleichsbetrag von meiner Ex-Frau einklagen.

rechtlichen rat kann ich ihnen keinen geben, aber ich frage mich, ob es überhaupt dafürsteht, in eine deckungsklage gegen die versicherung geld, zeit und nerven zu investieren, wenn selbst bei einem erfolg der klage aller voraussicht nach dann bei ihrer ex nichts zu holen ist :?
einem nackten kann man bekanntlich nicht in die taschen greifen...
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gerecht99
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Re: Deckungsklage gegen Versicherung

Beitragvon gerecht99 » 02.01.2011, 13:13

ich hatte bis vor kurzem auch diese ansicht, aber die finanziellen umstände meiner ex-frau haben sich gott sei dank wesentlich verbessert, sodass die forderungen meines wissens nach durchaus einbringbar sind. sonst würd ich mir das ganze nicht antun. alle versuche das geld dirket von ihr zu erhalten, hat sie allerdings mit dem hinweis, klags doch ein abgeschmettert....und gehörig wie wir ex-männer nun sind möchte ich das nun auch tun

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Re: Deckungsklage gegen Versicherung

Beitragvon guevara » 02.01.2011, 14:49

gerecht99 hat geschrieben:die finanziellen umstände meiner ex-frau haben sich gott sei dank wesentlich verbessert, sodass die forderungen meines wissens nach durchaus einbringbar sind.

persönlich hatte ich ja mit schulden und privatkonkurs noch nie zu tun ( :D ), aber der verfahrensablauf zur entschuldung des schuldners ist sehr komplex, weshalb ich auch nicht beurteilen kann, ob ihre hoffnungen berechtigt sind, den vergleichsbetrag erfolgreich bei der ex einklagen zu können.
http://www.privatkonkurs.at/content/pk_abschoepf.php

der "rat" ihrer ex, (die zwangsläufig mit dem thema privatkonkurs bestens vertraut scheint) den betrag doch einzuklagen, spricht nicht gerade dafür, dass eine dbzgl. klage erfolgreich wäre.

mein tipp:
erkundigen sie sich doch kostenlos bei kompetenter stelle (staatl. schuldnerberatung 8) ) in ihrer nähe, wie ihre chancen bei einer klage stehen, bevor sie schweres geschütz gegen die versicherungsanstalt auffahren...
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gerecht99
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Re: Deckungsklage gegen Versicherung

Beitragvon gerecht99 » 02.01.2011, 15:43

Herzlichen Dank für den Hinweis und den hilfreichen Link. Die Sachlage vom Privatkonkurs ist so, dass dieser bereits abgeschlossen ist, da den Gläubigern damals ein Zahlungsplan mit der sofortigen Zahlung von 10% des Obligos angeboten wurde. Dieser Betrag wurde fristgerecht von der Schuldnerin bezahlt und es wurde somit Restschuldbefreiung erteilt. Was allerdings im Privatkonkurs von meiner Seite nur bedingt angemeldet werden konnte, ware die Forderung eben aus meiner Ausfallsbürgschaft. Die Einigung aus dem Vergleich wurde erst nach Abschluss des Privatkonkurses getroffen.
Soweit ich weiß steht mir das Recht zu, diese Forderungen nun gegen meine Ex-Frau schlagend zu machen (innerhalb einer 30 jährigen Frist).Diese Forderungen wurde ja im Konkursverfahren nicht berücksichtigt. Es gab auch keine 10% Quotenzahlung von ihr an mich über diesen Betrag. Aber sie sehen, das Thema scheint rechtlich sehr umfangreich zu sein, deshalb ab in die Hände der Profis, die Kosten dafür kann ich mir als Familienvater allerdings nicht leisten, deshalb sollte dies durch die Rechtsschutzversicherung passieren (deshalb habe ich sie ja). Nur ich denke, die weiß was auf sie zukommt und will offensichtlich mit allen Mitteln eine Deckung versagen. Aber ganz kampflos möcht ich mich dieser Übermacht nicht beugen müssen, zumal die Begründung der Ablehung ja nicht wirklich schlüssig ist

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Re: Deckungsklage gegen Versicherung

Beitragvon guevara » 02.01.2011, 19:35

ohne den genauen wortlaut allfälliger klauseln ihrer rechtsschutzpolizze zu kennen, wäre es unseriös, den ausgang einer angestrengten deckungsklage gg. die versicherung abzuschätzen.
da ihnen ihre rechtsschutzversicherung keinen ra zur beabsichtigten klage gg. die ex beistellen will, wird sie dies verständlicherweise bei einer klage gg. sich selber erst recht nicht tun :|

wenn sie sich "nicht ganz kampflos dieser übermacht beugen" wollen, bleibt ihnen wohl nur, sich einen spezialisierten ra auf eigene kosten zu suchen, wobei der ausgang der verfahren sowohl gg. das versicherungsunternehmen, als auch gg. die ex weiterhin ungewiss bleibt.

es würde mich auch nicht wundern, wenn im gegensatz zu ihnen ihre ex-frau bei einer klage rechtliche unterstützung auf staatskosten ("verfahrenshilfe") erhielte.

sehen sie sich also vor, damit sie sich letztendlich nicht mit den folgekosten von 2 verlorenen klagen konfrontiert sehen...
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Re: Deckungsklage gegen Versicherung

Beitragvon dgt » 02.01.2011, 22:51

gerecht99 hat geschrieben:ich hatte bis vor kurzem auch diese ansicht, aber die finanziellen umstände meiner ex-frau haben sich gott sei dank wesentlich verbessert, sodass die forderungen meines wissens nach durchaus einbringbar sind. sonst würd ich mir das ganze nicht antun. alle versuche das geld dirket von ihr zu erhalten, hat sie allerdings mit dem hinweis, klags doch ein abgeschmettert....und gehörig wie wir ex-männer nun sind möchte ich das nun auch tun

mE ist die Klage aus rechtlichen Gründen tatsächlich aussichtlos. Mit einem Zahlungsplan oder Ausgleich verlieren auch die Bürgen irhe Regeressansprüche. Eine kurze Beratung bei einem Insolvensp3ezialisten kann (relativ billig) Klarheit schaffen.

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Re: Deckungsklage gegen Versicherung

Beitragvon gerecht99 » 03.01.2011, 11:07

Sg. Hr. Dr. Tews,

herzlichen Dank für die rechtliche Einschätzung, ich kenne leider keinen Insolvenzspezialisten und auf die Schuldnerberatung möcht ich mich erhlich gesagt nicht verlassen, den die hatten ja meine Ex-Frau vertreten.
Wenn es wirklich so ist wie sie sagen, dann macht das Ganze natürlich keinen Sinn...

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Re: Deckungsklage gegen Versicherung

Beitragvon guevara » 03.01.2011, 11:55

gerecht99 hat geschrieben:...auf die Schuldnerberatung möcht ich mich erhlich gesagt nicht verlassen, den die hatten ja meine Ex-Frau vertreten.

ihre ex wurde vermutlich von keiner privaten, sondern eben von einer staatl. schuldnerberatung betreut, dh. diese darf daher auch nicht parteiisch agieren.

wenn sie allerdings dieser staatl. institution kein vertrauen schenken können, könnten sie die chancen einer erfolgreichen klage gg. die ex auch im rahmen eines kostenlosen erstgesprächs mit einem spezialisierten ra ausloten lassen. viele anwälte bieten diesen service ihren potenziellen mandanten an :wink:
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Bernd Podhradsky

Re: Deckungsklage gegen Versicherung

Beitragvon Bernd Podhradsky » 04.01.2011, 11:48

gerecht99 hat geschrieben:...ware die Forderung eben aus meiner Ausfallsbürgschaft. Die Einigung aus dem Vergleich wurde erst nach Abschluss des Privatkonkurses getroffen.
Soweit ich weiß steht mir das Recht zu, diese Forderungen nun gegen meine Ex-Frau schlagend zu machen (innerhalb einer 30 jährigen Frist).Diese Forderungen wurde ja im Konkursverfahren nicht berücksichtigt. Es gab auch keine 10% Quotenzahlung von ihr an mich über diesen Betrag...


Als kleine Ergänzung zur bereits erfolgten Antwort von dgt: natürlich gab es keine Quote an sie aus dem Ausgleich; die Ausfallsbürgschaft hat ja eben genau die Aufgabe, jene Kosten zu decken, die gegen den Hauptschuldner nicht (erfolgreich) vollstreckt werden konnten. Ihre Verbindlichkeit ist ja praktisch ein Ergebnis dieses Verfahrens. Regressansprüche sind in so einem Falle dann eben nicht mehr vorhanden.

An sich ist das auch richtig, denn es hätte - ehrlich gestanden - wohl absolut keinen Sinn einer Person die (teilweise) Entschuldung durch Privatinsolvenz zu gestatten (sprich zB nur 20 % der Gläubigerforderungen zu befriedigen), ihn danach aber mir Regressforderungen von Ausfallsbürgern (die die restlichen 80 % ergeben können) zu konfrontieren - dann wären wir wieder auf 100 % Schuldenberg.

Beste Grüße,
Bernd Podhradsky


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