Unberechtigte Anzeige mit Schmerzensgeld?? HILFE

LadyViolet
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Unberechtigte Anzeige mit Schmerzensgeld?? HILFE

Beitragvon LadyViolet » 02.10.2010, 02:22

Hallo!

Ich habe ein Problem, für das weder ich noch mein Bruder irgendwie eine Lösung finden. Und zwar sieht das Problem folgendermaßen aus:
Mein Bruder fuhr vor etwa 3 Wochen mit dem Fahrrad auf der Straße und ist in eine Einbahn eingebogen. Dabei ist eine ältere Dame auf dem Fahrrad erschrocken, die sich auf der Straßenseite befunden hat und ist daraufhin gestürzt (es gab kein Auffahren oder Sonstiges, keine Berührung, gar nichts! Sie ist einfach nur erschrocken).
Mein Bruder - wie hilfsbereit er immer ist - stellt natürlich wie mans auch macht, sein Fahrrad auf die Seite und hilft der älteren Dame auf, die durch den Sturz halt genau auf die Bordsteinkante gefallen ist. Sie jammert kurz, dass ihr Arm wehtut, daraufhin meint mein Bruder, dass er sie gern ins Krankenhaus führt und entschuldigt sich gleich bei ihr. Sie meint aber, sie möchte nicht ins Krankenhaus und will aber seine Kontaktdaten haben, falls sie sich doch verletzt haben sollte.
Ja..hat mein Bruder natürlich gemacht, hat sich nochmals entschuldigt und ist dann weitergefahren.

Gestern kam die Dame (nach 3 Wochen!) dann mit gegipsten Arm vor unsere Haustür und meinte, sie möchte Schmerzensgeld haben. Ebenfalls habe sie schon Anzeige erstattet, da sie durch den Unfall nicht in den Urlaub fahren konnte und den Urlaub stornieren musste.

Wir haben jetzt natürlich Angst was da auf meinen Bruder zukommt. Er ist seit März diesen Jahres volljährig und muss nun für alles Grade stehen.

Meine Fragen lauten deswegen..
Muss er Schlimmes befürchten?
Kann er eventuell vorbestraft werden?
Trifft ihm überhaupt eine Schuld?
Wird die Sache vor Gericht gehen?
Mit welcher Höhe ans Schmerzensgeld kann er schlimmstenfalls rechnen?
Und können ihn eventuell noch weitere Kosten entstehen? (z.B. dass die alte Dame meint, ihr Fahrrad ist durch den Sturz ruiniert und er muss auch dieses ersetzen).

Hat jemand von Euch vielleicht sogar schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht??

Ich hab mich zwar ein Jahr mit Rechtssachen in der Schule auseinandergesetzt, aber das ist mir irgendwo zu hoch. Ich frag mich halt wirklich, ob er für die ganze Sache überhaupt zur Rechenschaft gezogen werden kann, wo er nicht mal direkt für den Sturz verantwortlich war.

Danke schon jetzt für Eure Antworten!! =)

Liebe Grüße
LadyViolet

werner
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Re: Unberechtigte Anzeige mit Schmerzensgeld?? HILFE

Beitragvon werner » 02.10.2010, 13:57

Leider eine schlechte Nachricht:
Sie befinden sich hier in einem Forum für "Familienrecht" - ihr Fall fällt jedoch in ein anderes Gebiet (Zivilrecht?). Natürlich hoffe ich trotzdem für sie, dass sich auch hier jemand mit ihrem Problem auskennt und ihnen eine rechtskundlich fundierte Antwort geben kann...
Immer daran denken:
Die Kinderzeit ist das Schönste - erst die eigene und dann die der eigenen...
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Bernd Podhradsky

Re: Unberechtigte Anzeige mit Schmerzensgeld?? HILFE

Beitragvon Bernd Podhradsky » 11.10.2010, 11:29

Soweit ich das herauslesen kann geht es primär um eine Schadenersatzforderung; einerseits um das Schmerzengeld, andererseits um die entgangene Urlaubsfreude.

Im Rahmen des deliktischen Schadenersatzes (um den es hier geht) ist die entgangene Urlaubsfreude keinesfalls ersatzfähig - das kann man ausschließen.

Fraglich ist, was es mit dem Schmerzengeld auf sich hat; ihr Bruder war sicherlich kausal für die Verletzung der Dame, allerdings müsste man hier Details wissen: ist er gegen die Einbahn gefahren? Ist er ungewöhnlich schnell oder riskant gefahren? Kurz gesagt: gibt es keinen Anhaltspunkt für eine Sorgfaltswidrigkeit ihres Bruders (sprich: wenn er sich "normal" verhalten hat und die Dame einfach so erschrocken ist), dann besteht auch auf das Schmerzengeld kein Anspruch.

Eine strafrechtliche Verurteilung kann ich mir nicht vorstellen.

Beste Grüße,
Bernd

LadyViolet
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Re: Unberechtigte Anzeige mit Schmerzensgeld?? HILFE

Beitragvon LadyViolet » 12.10.2010, 13:52

Vielen Dank für die Antwort!!

Ich würde dazu gerne noch paar Dinge sagen:
Mein Bruder ist leider wirklich gegen die EInbahn gefahren, allerdings konnte er das nicht wissen. Ist jetzt etwas schwer zu erklären. Zum einen muss ich sagen, dass man nur auf diesen Weg aus unserer Wohngegend herauskommt mit dem Fahrrad, zum anderen steht leider nicht gleich in der Straße, in der er einbiegen wollte, dass es eine Einbahnstraße ist, das steht ja dann doch eigentlich immer am Anfang der Straße, genauso wie das Zeichen "ausgenommen Fahrradfahrer".

Und mein Bruder ist in einer - für seine Begriffe - normalen Geschwindigkeit gefahren. Also nicht sonderlich schnell, dass man es rasen bezeichnen kann, aber auch nicht unbedingt langsam, so wie die ältere Dame vielleicht. Das Problem ist eben, dass die ältere Frau mittlerweile behauptet hat, mein Bruder sei GERAST. Mja..alte Frauen halt.

Naja..was soll ich dazu noch groß sagen. Die Frau hat 2 Juristen in der Familie und wenn sie will, wird sie wohl alles rausholen, was sie nur kann.

Vorige Woche hat mein Bruder ein Schreiben von der Polizei bekommen, dass er eine Aussage machen muss. Auf dem Schreiben stand groß und fett "Fahrlässigkeit im Straßenverkehr". Das hört sich schon mal gar nicht gut an, wenn nicht mal beigefügt wurde, dass es ne leichte Fahrlässigkeit war.

Ja und vor 2 Wochen in etwa war die Dame bei uns, weil sie die Polizzennummer von der Versicherung haben wollte. Mein Vater hat das ganz detailliert und in aller Ruhe mit ihr gemacht, nachdem er mit dem Zuständigen von unserer Versicherung gesprochen hat. Die Frau war echt ungut..sie wollt nicht mal ihren Namen hergeben und hat gefragt, wofür wir den denn jetzt brauchen...total misstrauisch. Und sie hat uns auch ziemlich direkt ins Gesicht gesagt, dass sie ein angemessenes Schmerzensgeld haben will und, dass, falls das Schmerzensgeld von der Versicherung nicht reicht, sie auf jeden Fall noch mehr fordern wird, was wir dann logischerweise aus eigener Tasche zahlen können. Wir machen uns jetzt schon irgendwie Sorgen. Die Frau hat ja doch juristische Hilfe, die wir nicht haben...

Aus dem Grund hat mein Vater den Unfallbericht für die Versicherung auch relativ genau und zum Vorteil der Frau eben geschrieben, sprich dass er gegen die Einbahn gefahren ist. Wir hoffen halt dadurch, dass die Versicherung nun der Frau nen Betrag bezahlt, mit dem sie zufrieden ist bzw. dass sie überhaupt etwas bekommt von der Versicherung und uns dann hoffentlich in Ruhe lässt.

Ich finde die Frau ist echt nur Abschaum. Mein Bruder ist ne verantwortungsbewusst und reife Person. Er schreibt in der Schule super Noten und ist auf dem besten Weg seine Ausbildung in 2 Jahren wirklich super abzuschließen. Und jetzt kommt die daher und würde über Leichen gehen, damit sie ihr Schmerzensgeld bekommt, während er vielleicht ins Gefängnis gehen kann, weil die Versicherung nicht alles zahlen kann..?! Mir würde sowas im Leben nicht einfallen.

Wisst ihr, wie das weitergehen wird? Wenn mein Bruder die Aussage gemacht hat? Kommt es dann tatsächlich noch zu einer gerichtlichen Verhandlung??

Liebe Grüße
LadyViolet

Bernd Podhradsky

Re: Unberechtigte Anzeige mit Schmerzensgeld?? HILFE

Beitragvon Bernd Podhradsky » 12.10.2010, 14:11

LadyViolet hat geschrieben:Vielen Dank für die Antwort!!

Ich würde dazu gerne noch paar Dinge sagen:
Mein Bruder ist leider wirklich gegen die EInbahn gefahren, allerdings konnte er das nicht wissen. Ist jetzt etwas schwer zu erklären. Zum einen muss ich sagen, dass man nur auf diesen Weg aus unserer Wohngegend herauskommt mit dem Fahrrad, zum anderen steht leider nicht gleich in der Straße, in der er einbiegen wollte, dass es eine Einbahnstraße ist, das steht ja dann doch eigentlich immer am Anfang der Straße, genauso wie das Zeichen "ausgenommen Fahrradfahrer".

Und mein Bruder ist in einer - für seine Begriffe - normalen Geschwindigkeit gefahren. Also nicht sonderlich schnell, dass man es rasen bezeichnen kann, aber auch nicht unbedingt langsam, so wie die ältere Dame vielleicht. Das Problem ist eben, dass die ältere Frau mittlerweile behauptet hat, mein Bruder sei GERAST. Mja..alte Frauen halt.

Naja..was soll ich dazu noch groß sagen. Die Frau hat 2 Juristen in der Familie und wenn sie will, wird sie wohl alles rausholen, was sie nur kann.

Vorige Woche hat mein Bruder ein Schreiben von der Polizei bekommen, dass er eine Aussage machen muss. Auf dem Schreiben stand groß und fett "Fahrlässigkeit im Straßenverkehr". Das hört sich schon mal gar nicht gut an, wenn nicht mal beigefügt wurde, dass es ne leichte Fahrlässigkeit war.

Ja und vor 2 Wochen in etwa war die Dame bei uns, weil sie die Polizzennummer von der Versicherung haben wollte. Mein Vater hat das ganz detailliert und in aller Ruhe mit ihr gemacht, nachdem er mit dem Zuständigen von unserer Versicherung gesprochen hat. Die Frau war echt ungut..sie wollt nicht mal ihren Namen hergeben und hat gefragt, wofür wir den denn jetzt brauchen...total misstrauisch. Und sie hat uns auch ziemlich direkt ins Gesicht gesagt, dass sie ein angemessenes Schmerzensgeld haben will und, dass, falls das Schmerzensgeld von der Versicherung nicht reicht, sie auf jeden Fall noch mehr fordern wird, was wir dann logischerweise aus eigener Tasche zahlen können. Wir machen uns jetzt schon irgendwie Sorgen. Die Frau hat ja doch juristische Hilfe, die wir nicht haben...

Aus dem Grund hat mein Vater den Unfallbericht für die Versicherung auch relativ genau und zum Vorteil der Frau eben geschrieben, sprich dass er gegen die Einbahn gefahren ist. Wir hoffen halt dadurch, dass die Versicherung nun der Frau nen Betrag bezahlt, mit dem sie zufrieden ist bzw. dass sie überhaupt etwas bekommt von der Versicherung und uns dann hoffentlich in Ruhe lässt.

Ich finde die Frau ist echt nur Abschaum. Mein Bruder ist ne verantwortungsbewusst und reife Person. Er schreibt in der Schule super Noten und ist auf dem besten Weg seine Ausbildung in 2 Jahren wirklich super abzuschließen. Und jetzt kommt die daher und würde über Leichen gehen, damit sie ihr Schmerzensgeld bekommt, während er vielleicht ins Gefängnis gehen kann, weil die Versicherung nicht alles zahlen kann..?! Mir würde sowas im Leben nicht einfallen.

Wisst ihr, wie das weitergehen wird? Wenn mein Bruder die Aussage gemacht hat? Kommt es dann tatsächlich noch zu einer gerichtlichen Verhandlung??

Liebe Grüße
LadyViolet


Wie alt ist denn Ihr Bruder?

Ich würde Ihnen dringend raten, einen entsprechenden Spezialisten aufzusuchen; im Rahmen eines Forums ist so eine Fragestellung kaum befriedigend zu beantworten.

Eine Gefängnisstraße schließe ich nach wie vor aus. Die Schmerzengeldforderung sollten Sie allerdings bei einem Anwalt prüfen. Auch die Vorgehensweise was die Versicherung betrifft (mMn war es nicht besonders klug, hier viele Zugeständnisse zu machen) sollten Sie persönlich mit einem Anwalt besprechen.

Beste Grüße,
Bernd Podhradsky


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