Briefe unterschlagen

teilzeitpapa
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Briefe unterschlagen

Beitragvon teilzeitpapa » 09.10.2015, 16:07

Sehr geehrtes Austrian Law Team,

sollte der Beitrag nicht in dieses Unterforum passen, möchte ich mich dafür entschuldigen.

Mir ist etwas widerfahren und ich möchte fragen, ob es Sinn macht, Anzeige zu erstatten.
Ich bin seit Nov. 2014 (auf Wunsch und betreiben meiner Ex Frau) geschieden. Unser Verhältnis, seit ihrer Affäre und der darauffolgenden Scheidung, ist mehr als unterkühlt, aber aufgrund unserer 2 Kinder ist Kontakt vorhanden.
Jetzt ist es so, das ich in 7 Monaten 2 mal umgezogen bin. Im ganzen durcheinander habe ich vergessen die Versicherungsgesellschaft , bei der mein KFZ Haftpflichtversichert ist, auf die neue Adresse hinzuweisen. (Die der Lebensversicherung habe ich ändern lassen, die der KFZ vergessen, obwohl der gleiche Konzern)

Nachdem ich vorige Woche bemerkt hatte, das die Versicherung wohl schon fällig sein üsste, habe ich bei der Versicherung nachgefragt. Ich bekam die Information, das der Vertrag bereits in Klage sei. Daraufhin habe ich sofort die offene Prämie (inkl. Mahnkosten) und die Klagspesen bezahlt (wurde ja nicht mutwillig nicht bezahlt). Der Versicherungsschutz ist jetzt wieder vorhanden.

Die dame bei der versicherung hat mir gesagt, das der Erlagschein und die mahnungen an meine alte Adresse (an der mittlerweile wieder meine Ex-Frau wohnt) geschickt wurden.
Meine Ex hat mir diese Briefe nicht weitergeleitet.
Heute habe ich sie persönlich darauf angesprochen. Sie hat zugegeben die Briefe alle wieder zur Post getragen zu haben und dort behauptet , sie wisse nicht wo ich jetzt wohnhaft wäre.
Dies ist ncht wahr, nachdem wir gemeinsame Obsorge bei 50/50 Betreuung haben, wurden die Kinder des öfteren von ihr zu mir gebracht (sie wusste also die Adresse) Weiters habe ich ihr meine Meldeadresse sehr wohl bekannt gegeben.
uch hätte sie die Briefe einfach meiner Tochter in die Schultasche stecken können und so an mich weiterleiten. Sie hat aber nicht mal per SMS gemeldet, das überhaupt post für mich gekommen wäre.

Jetzt zur eigentlichen frage, hat es sinn die Kosten für die Klage und der Mahnung von meiner Ex-Frau einzuklagen? Oder hat das aufgerund der summe (ca.260 EUR) keinen Sinn?

Liebe Grüße
teilzeitpapa

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dgt
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Re: Briefe unterschlagen

Beitragvon dgt » 09.10.2015, 21:15

teilzeitpapa hat geschrieben:Sehr geehrtes Austrian Law Team,

sollte der Beitrag nicht in dieses Unterforum passen, möchte ich mich dafür entschuldigen.

Mir ist etwas widerfahren und ich möchte fragen, ob es Sinn macht, Anzeige zu erstatten.
Ich bin seit Nov. 2014 (auf Wunsch und betreiben meiner Ex Frau) geschieden. Unser Verhältnis, seit ihrer Affäre und der darauffolgenden Scheidung, ist mehr als unterkühlt, aber aufgrund unserer 2 Kinder ist Kontakt vorhanden.
Jetzt ist es so, das ich in 7 Monaten 2 mal umgezogen bin. Im ganzen durcheinander habe ich vergessen die Versicherungsgesellschaft , bei der mein KFZ Haftpflichtversichert ist, auf die neue Adresse hinzuweisen. (Die der Lebensversicherung habe ich ändern lassen, die der KFZ vergessen, obwohl der gleiche Konzern)

Nachdem ich vorige Woche bemerkt hatte, das die Versicherung wohl schon fällig sein üsste, habe ich bei der Versicherung nachgefragt. Ich bekam die Information, das der Vertrag bereits in Klage sei. Daraufhin habe ich sofort die offene Prämie (inkl. Mahnkosten) und die Klagspesen bezahlt (wurde ja nicht mutwillig nicht bezahlt). Der Versicherungsschutz ist jetzt wieder vorhanden.

Die dame bei der versicherung hat mir gesagt, das der Erlagschein und die mahnungen an meine alte Adresse (an der mittlerweile wieder meine Ex-Frau wohnt) geschickt wurden.
Meine Ex hat mir diese Briefe nicht weitergeleitet.
Heute habe ich sie persönlich darauf angesprochen. Sie hat zugegeben die Briefe alle wieder zur Post getragen zu haben und dort behauptet , sie wisse nicht wo ich jetzt wohnhaft wäre.
Dies ist ncht wahr, nachdem wir gemeinsame Obsorge bei 50/50 Betreuung haben, wurden die Kinder des öfteren von ihr zu mir gebracht (sie wusste also die Adresse) Weiters habe ich ihr meine Meldeadresse sehr wohl bekannt gegeben.
uch hätte sie die Briefe einfach meiner Tochter in die Schultasche stecken können und so an mich weiterleiten. Sie hat aber nicht mal per SMS gemeldet, das überhaupt post für mich gekommen wäre.

Jetzt zur eigentlichen frage, hat es sinn die Kosten für die Klage und der Mahnung von meiner Ex-Frau einzuklagen? Oder hat das aufgerund der summe (ca.260 EUR) keinen Sinn?

Liebe Grüße
teilzeitpapa

Ich würde dringend davon abraten.
a) die Ex würde im Gerichtsverfahren wohl leugnen und SIE sind beweispflichtig, dass die Ex böswillig bei der Post falsche Angaben gemacht hat.
b) Sie setzen sich einem Mitversdchuldenseinwand aus (warum wurde kein Postnachsendeauftrag errichtet); Sie haben die Meldung bei der Versicherung versehentlich unterlassen
c) alleine die Kosten der Klage (wenn Sie durch einen Anwalt vertreten sind) betragen € 170,00
wenn sich die Ex wehrt sind mit dem fälligen Einspruch schon 300 € verprozessiert. Insgesamt werden auf jeder Seite wohl mindestens € 750,00 Kosten auflaufen. The loser takes them all. Wenn man sich vergleicht, kann man es gleich bleiben lassen, weil dann bleibt kein Geld
d) nehmen Sie es als ärgerliches, aber nicht allzu teures Lehrgeld.

teilzeitpapa
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Re: Briefe unterschlagen

Beitragvon teilzeitpapa » 10.10.2015, 16:00

dgt hat geschrieben:
teilzeitpapa hat geschrieben:Sehr geehrtes Austrian Law Team,

sollte der Beitrag nicht in dieses Unterforum passen, möchte ich mich dafür entschuldigen.

Mir ist etwas widerfahren und ich möchte fragen, ob es Sinn macht, Anzeige zu erstatten.
Ich bin seit Nov. 2014 (auf Wunsch und betreiben meiner Ex Frau) geschieden. Unser Verhältnis, seit ihrer Affäre und der darauffolgenden Scheidung, ist mehr als unterkühlt, aber aufgrund unserer 2 Kinder ist Kontakt vorhanden.
Jetzt ist es so, das ich in 7 Monaten 2 mal umgezogen bin. Im ganzen durcheinander habe ich vergessen die Versicherungsgesellschaft , bei der mein KFZ Haftpflichtversichert ist, auf die neue Adresse hinzuweisen. (Die der Lebensversicherung habe ich ändern lassen, die der KFZ vergessen, obwohl der gleiche Konzern)

Nachdem ich vorige Woche bemerkt hatte, das die Versicherung wohl schon fällig sein üsste, habe ich bei der Versicherung nachgefragt. Ich bekam die Information, das der Vertrag bereits in Klage sei. Daraufhin habe ich sofort die offene Prämie (inkl. Mahnkosten) und die Klagspesen bezahlt (wurde ja nicht mutwillig nicht bezahlt). Der Versicherungsschutz ist jetzt wieder vorhanden.

Die dame bei der versicherung hat mir gesagt, das der Erlagschein und die mahnungen an meine alte Adresse (an der mittlerweile wieder meine Ex-Frau wohnt) geschickt wurden.
Meine Ex hat mir diese Briefe nicht weitergeleitet.
Heute habe ich sie persönlich darauf angesprochen. Sie hat zugegeben die Briefe alle wieder zur Post getragen zu haben und dort behauptet , sie wisse nicht wo ich jetzt wohnhaft wäre.
Dies ist ncht wahr, nachdem wir gemeinsame Obsorge bei 50/50 Betreuung haben, wurden die Kinder des öfteren von ihr zu mir gebracht (sie wusste also die Adresse) Weiters habe ich ihr meine Meldeadresse sehr wohl bekannt gegeben.
uch hätte sie die Briefe einfach meiner Tochter in die Schultasche stecken können und so an mich weiterleiten. Sie hat aber nicht mal per SMS gemeldet, das überhaupt post für mich gekommen wäre.

Jetzt zur eigentlichen frage, hat es sinn die Kosten für die Klage und der Mahnung von meiner Ex-Frau einzuklagen? Oder hat das aufgerund der summe (ca.260 EUR) keinen Sinn?

Liebe Grüße
teilzeitpapa

Ich würde dringend davon abraten.
a) die Ex würde im Gerichtsverfahren wohl leugnen und SIE sind beweispflichtig, dass die Ex böswillig bei der Post falsche Angaben gemacht hat.
b) Sie setzen sich einem Mitversdchuldenseinwand aus (warum wurde kein Postnachsendeauftrag errichtet); Sie haben die Meldung bei der Versicherung versehentlich unterlassen
c) alleine die Kosten der Klage (wenn Sie durch einen Anwalt vertreten sind) betragen € 170,00
wenn sich die Ex wehrt sind mit dem fälligen Einspruch schon 300 € verprozessiert. Insgesamt werden auf jeder Seite wohl mindestens € 750,00 Kosten auflaufen. The loser takes them all. Wenn man sich vergleicht, kann man es gleich bleiben lassen, weil dann bleibt kein Geld
d) nehmen Sie es als ärgerliches, aber nicht allzu teures Lehrgeld.



Danke, das dachte ich mir schon, das es nur kosten verursacht und in keinem verhältnis steht.

Das Leben wird ihr sowieso irgendwann alles zurückzahlen, davon bin ich überzeugt ;-)


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