Begrenzung eines Gartens bei Genossenschafts-Reihenhäusern

Kathrin Darling
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Begrenzung eines Gartens bei Genossenschafts-Reihenhäusern

Beitragvon Kathrin Darling » 29.03.2014, 01:31

Meine 80 jährige Mutter wohnt in einem Genossenschafts-Reihenhaus. Lt. Genossenschaft ist der jeweils linke Nachbar für die Errichtung des
Gartenzaunes zuständig. Vor 50 Jahren befanden sich Spalierbäume als imaginäre Begrenzung zwischen den Grundstücken. Diese gibt es schon lange nicht mehr.
Die Nachbarin möchte keinen Zaun, meiner Mutter ist es egal. Nach meiner Mutter soll die Nichte, also deren Enkelin, die Siedlung "übernehmen". Diese möchte sehr wohl einen Zaun, hat es auch schon der Nachbarin gegenüber anklingen lassen. Diese ist nach wie vor strikt dagegen.

Meine Frage: Kann meine Nichte -sobald sie dort eingezogen ist, auf die Errichtung eines Zaunes bestehen? Wenn nicht, könnte sie - 10 cm auf ihrer Seite einen Zaun errichten?

Zusätzlich bitte ich noch um Auskunft, ob es Sache der Genossenschaft ist, die bereits sehr brüchigen gemauerten Torstützen des Gartentores zu erneuern oder ob dies meine Mutter machen muss?

Vielen Dank für Ihre Antworten.

Limonea
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Re: Begrenzung eines Gartens bei Genossenschafts-Reihenhäuse

Beitragvon Limonea » 29.03.2014, 12:34

In Eigenregie würde ich es nicht machen. Laut Bauordnung wäre ein üblicher Zaun zwar nicht bewilligungspflichtig, aber die Genossenschaft muss so ziemlich alles genehmigen, was verändert wird. Sie kann zb vorschreiben, welche Art von Begrenzung errichtet werden darf, zb eben wieder Spalierbäume. Diese sind mE keineswegs eine imaginäre Begrenzung, sondern eine tatsächliche. Nachdem die Nachbarin schon jetzt strikt gegen den Zaun ist, wäre es wohl vernünftiger eher den Konsens mit der Genossenschaft und der Nachbarin zu suchen. Vielleicht ist sie ja mit einer pflanzlichen Begrenzung noch am ehesten einverstanden.
Gönnen Sie Ihrer 80jährigen Mutter das offensichtlich gute nachbarschaftliche Verhältnis, welches sie seit Jahrzehnten hat. Konflikte kann man auch noch austragen, wenn die Nichte tatsächlich eingezogen ist.
Die Torstützen sind mE von der Genossenschaft zu erneuern.

ulrich
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Re: Begrenzung eines Gartens bei Genossenschafts-Reihenhäuse

Beitragvon ulrich » 29.03.2014, 14:19

Limonea hat geschrieben:In Eigenregie würde ich es nicht machen. ....

Darüber hinaus würde ich einmal mit dem zuständigen Hausverwalter reden. Nicht jede Genossenschaft hat ja gleiche Verträge und Regeln.
Grundsätzlich (aber da bin ich ein wenig berufsbedingt vorbelastet) würde ich auch der Nichte nicht dazu raten, gleich mit einem Konflikt bezüglich des Zaunes einzuziehen, sondern einen Konsens zu suchen.


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