Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

gualterius
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Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

Beitragvon gualterius » 02.02.2016, 00:09

Hallo!
Kindesmutter schrieb mir per SMS, sie würde in Zukunft die Kinder (7 und 6) früher (unbestimmt) abholen, weil sie es nicht anders lösen könnte, dass die Hausübung (HÜ) erledigt sei. Sie hätten sonst am Sonntag zu viel Stress.

Hintergrund: sie hat erst vorletztes Wochenende den Kindern zum ersten mal HÜ mitgegeben. Sonst waren die bereits erledigt.

Weiterer Hintergrund: sie will mehr Geld. Das kriegt sie nur übers Gericht. Darum rächt sie sich jetzt vorweg mit gekürzten Kinderzeiten und zeigt, wo der Hammer hängt. Wir sind seit 3 Jahren getrennt. Der übliche Kontakt zu den Kindern war im ersten Jahr täglich, ist seit 2 Jahren Freitag 13:00 bis Samstag 17:00 Uhr wöchentlich und manchmal auf Zuruf mehr. Daher bisher ohne Gericht.

Der Ton mit ihr ist ganz entscheidend für ihre Laune, daher zittere ich da "ein wenig viel" herum, wie ich am klügsten protestieren soll. Was blüht mir bei Gericht? Die Familiengerichtshilfe?

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Re: Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

Beitragvon Angelika » 02.02.2016, 14:05

Sie sollten sich endlich um eine gerichtliche Regelung bemühen, sonst sind sie den Launen der KM hilflos ausgeliefert. Also detaillierten Antrag stellen (Uhrzeiten! Ferien! Feiertage!) und ein Verfahren starten. Klare Regel - gute Freundschaft. Auch für die Kinder ist Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit am wichtigsten.

Oft kommt in solchen Verfahren auf Auftrag BG dann die Familiengerichtshilfe ins Spiel und das ist erfahrungsgemäß etwas GUTES! (Weil der meist unfähige JWT deshalb nicht mehr mitspielt.)
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Re: Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

Beitragvon gualterius » 03.02.2016, 01:25

Vielen Dank. Ich war bereits heut am Amtstag auf dem Gericht. Dort waren zwei Damen von einer Familienberatungsstelle, also keine Gerichtsangestellten. Die hatten ein Buch zur Hand mit dem Titel "Scheidungsratgeber für Frauen". Ist ja eine Ironie. Ich sagte, ich will meine Kinder mehr sehen, mein Wunsch sei die Doppelresidenz (mein Ziel 3,5 Tage die Woche). Die erste Frage war, ob denn das auch gut sei für die Kinder...

Sie sagten u.a., ich müsse bei einem Richter einen Antrag stellen auf Doppelresidenz. Das ginge dann aber nur mit GO. Besser wäre es, so schickten sie voraus, die KM sei einverstanden, dann ginge das sehr schnell, sonst wird's schwierig. Der Richter würde dann als erstes die Familiengerichtshilfe einschalten.

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Re: Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

Beitragvon Angelika » 03.02.2016, 13:32

Wie auch immer.
Vollkommen egal, was ihnen die beraterinnen dort gesagt haben. Sie müssen einen Antrag stellen und eni Verfahren einleiten.

Natürlich ist bei "Doppelresidenz" die GO viel praktischer, die Kinder brauchen sie ja als gesetzlichen Vertreter/Erziehungsberechtigten in der Zeit, wo sie bei ihnen wohnen. Sie müssen Dinge unterschreiben, zum Arzt gehen dürfen etc etc.
Vorgeschrieben ist dies allerdings mE nicht.

Ob der Richter im Verfahren die Familiengerichtshilfe beauftragt, obliegt alleine ihm selbst.

Natürlich geht alles extrem viel einfacher und schneller, wenn die KM mit allem einverstanden ist....

PS.: Ich würde aber niemals mit IHREM Wunsch, die Kinder öfter zu sehen, argumentieren. Sondern mit dem Wohl der Kinder, dass durch das Modell weitaus besser gewährleistet ist. Kontaktrecht ist ein Recht der Kinder!
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Re: Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

Beitragvon gualterius » 05.02.2016, 16:42

Hallo Angelika! Danke!

Ich werde vorerst keine Doppelresidenz beantragen (nach Absprache mit einem weiteren „Berater". Verzeihung, wenn ich zweigleisig fahre, aber 4 Augen fällt mehr auf; andererseits kann ich hierbei die Sache dokumentieren, auch im Interesse anderer Betroffener), sondern erstmal das Gewohnte festlegen. Die Mutter ist zu gefährlich und eine klassische "dem wird ich's zeigen" - Mutter. Außerdem hat der Vater der KM Beziehungen nach oben.

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Re: Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

Beitragvon dgt » 06.02.2016, 17:22

gualterius hat geschrieben:HAußerdem hat der Vater der KM Beziehungen nach oben.

Und wieder eine Verschwörungstheorie. Wird häufig geäußert, jedoch mE praktisch immer unerheblich.

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Re: Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

Beitragvon gualterius » 08.02.2016, 00:41

Ok, habe verstanden.
Ist sogar durch den "Dämpfer" ein guter Hinweis. Sie nimmt sich nämlich selber zu wichtig. Im Grunde hat sie jedoch nur die gleiche Ausgrenzungsstrategien wie die meisten. Diese sind allerdings erheblich, ob Beziehungen nach oben oder nicht.

Jetzt hat sie den Kindern keine Instrumente für die Kinder mitgegeben. Damit sagt sie mir ohne Worte, ich sei vom Mitspracherecht was "Üben" angeht entbunden. Mein Sohn sagte auf die Frage, warum sie diesmal keine Instrumente dabei hätten, die KM hätte gesagt, "wir üben bei dir ned". Unsinn.

Ansonsten sind jetzt erstmal Ferien. Der Ferienkontakt klappt soweit. Keine Kürzungen. Ich habe trotzdem die Nachlieferung der Instrumente erbeten.

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Re: Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

Beitragvon gualterius » 15.02.2016, 13:10

Ich schreite morgen wohl zur Tat. Habe einen Termin beim zuständigen Richter, geordnet nach den Nachnamen - Buchstaben der Kinder.
Wie sehen Sie die Gefahr einer "Kriegseröffnung" mit entsprechendem "Schusswechsel"?
Also, aus Sicht der Mutter muss das ja eine Majestätsbeleidigung sein, dass ich nicht mehr sie bestimmen lassen will, wann und wie oft die Kinder bei mir sein wollen. (Habe es bewusst so formuliert, sie will eigentlich bestimmen, was die Kinder zu wollen haben.)
Was halten Sie daher von einer Doppelstrategie? Freundlich bei allen Zusammenkünften in der Öffentlichkeit wie Schule, Kirche etc. und trotzdem eine gerichtliche Regelung, die ihr die alleinige Bestimmung entzieht?

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Re: Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

Beitragvon Angelika » 15.02.2016, 15:22

gualterius hat geschrieben:Ich schreite morgen wohl zur Tat. Habe einen Termin beim zuständigen Richter, geordnet nach den Nachnamen - Buchstaben der Kinder.
Wie sehen Sie die Gefahr einer "Kriegseröffnung" mit entsprechendem "Schusswechsel"?
Also, aus Sicht der Mutter muss das ja eine Majestätsbeleidigung sein, dass ich nicht mehr sie bestimmen lassen will, wann und wie oft die Kinder bei mir sein wollen. (Habe es bewusst so formuliert, sie will eigentlich bestimmen, was die Kinder zu wollen haben.)
Was halten Sie daher von einer Doppelstrategie? Freundlich bei allen Zusammenkünften in der Öffentlichkeit wie Schule, Kirche etc. und trotzdem eine gerichtliche Regelung, die ihr die alleinige Bestimmung entzieht?

Gefahr des Konflikts ist natürlich gegeben, wie bei allen Obsorgestreitigkeiten.
Und ihre Doppelstrategie ist natürlich keine sondern das ist der einzig gangbare und wünschenswerte Weg.
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Re: Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

Beitragvon Limonea » 15.02.2016, 18:13

gualterius hat geschrieben:Also, aus Sicht der Mutter muss das ja eine Majestätsbeleidigung sein

Das nennt man eine Unterstellung und ist sicher keine gute Gesprächsbasis.

gualterius hat geschrieben:Was halten Sie daher von einer Doppelstrategie? Freundlich bei allen Zusammenkünften in der Öffentlichkeit wie Schule, Kirche etc.

Ein zivilisiertes Aufeinandertreffen, vor allem in Anwesenheit der Kinder, ist doch hoffentlich eine Selbstverständlichkeit und keine Strategie.

Wie wäre es mal vorerst mit einem Vorschlag für eine Mediation?

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Re: Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

Beitragvon gualterius » 15.02.2016, 18:46

Limonea hat geschrieben:Das nennt man eine Unterstellung und ist sicher keine gute Gesprächsbasis...

Ist das ein Test für morgen? Die Gesprächsbasis hat die KM verschlechtert. Die Dame benimmt sich leider auch wirklich so, dass eine Infragestellung ihrer Entscheidungen wie eine Majestätsbeleidigung sei... es wäre in anderen Worten für sie selbstverständlich, immer alles zu tun und zu akzeptieren, was sie bestimmt. Aber der Richter hält das sicher auch für eine Unterstellung.

Limonea hat geschrieben:Ein zivilisiertes Aufeinandertreffen, vor allem in Anwesenheit der Kinder, ist doch hoffentlich eine Selbstverständlichkeit und keine Strategie.

Der Richter wird hoffentlich nicht zwischen Strategie und Selbstverständlichkeit unterscheiden dürfen. Wie soll das juristisch gehen?

Limonea hat geschrieben:Wie wäre es mal vorerst mit einem Vorschlag für eine Mediation?

Mediation hat nichts gebracht und bringt nichts, wegen der Ungleichheit von Mann und Frau im Familienrecht. Wenn die Mediation scheitert, scheitert sie nur für den Vater. Das weiß jede Mutter, die in eine Mediation geht, aus der Frauenberatung.

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Re: Kontaktreduktion aufgrund versäumter Hausübung

Beitragvon Angelika » 16.02.2016, 09:25

Ich rate ihnen, ihre Einstellung zu überarbeiten, denn so sind sie denkbar schlecht gerüstet für kommende Gerichtsverhandlungen. Wir kennen ausreichend Fälle, wo die KM "benachteiligt" wird, wo "Strategien der Freundlichkeit" scheitern, weil auch Richter nicht auf der Nudlsuppn dahergeschwommen sind, und wo die Mediation massiv für die KM scheitert.

Auch für KVs wird das ein od. andere als Majestätsbeleidigung aufgefasst, glauben sie mir.

Richter dürfen nach eigenem Ermessen - und nur nach eigenem Ermessen - entscheiden. Er darf ihnen daher auch eine Strategie unterstellen und dementsprechend den Beschluss fassen.

Ich rate ihnen daher, sich auf das Wohl ihres gemeinsamen Kindes zu fokussieren, denn alles andere wird schiefgehen. Sie müssen mit der Mutter ihrer Kinder betreffend Kontaktrecht noch 8-9 Jahre zusammenarbeiten.

PS.: Für Verallgemeinerungen und schräge Rechtsauffassungen ist in diesem Forum kein Platz, daher schließe ich diesen Thread.
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