Vater Sozialpädagoge, Kind benötigt einen Sozialpädagogen

ivo33
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Vater Sozialpädagoge, Kind benötigt einen Sozialpädagogen

Beitragvon ivo33 » 24.10.2015, 21:10

Guten Abend :-)

Ich würde gerne Ihre/Euere Meinung lesen.

Seit 18 Monaten läuft Antrag auf Kontakterweiterung und gemeinsame Obsorge mein Sohn, z:Z. 3,5 Jahre alt. Sein erstes Lebensjahr war ich mit ihm in Karenz, wurde nie gestillt. Trozt kurzer und unregelmäßigen Kontakte bin ich für ihn zumindestens eine sehr wichtige Bezugsperson (seinem Verhalten nach)..

Laut Bericht der Familiengerichtshilfe, usw. ist der kleine unkonzentriert, hat Muskelanspannungen, ist eher individualistisch, hat Probleme sich zu artikulieren, usw... Deswegen ist er in Betreuung von diversen Fachpersonen (bei mir spricht er nach 1 Stunde alles nach und wunderschön .-) )

Die Verhandlung ist am 6.5.2015 stattgefunden, seitdem habe ich in dieser Angelegenheit nix vom Gericht gehört....

In dieser Zeit habe ich ich mich etwas beruflich verändert. Ich bin Jugendcoach und Trainer, Sozialpädagoge im Projekt Neba, Produktionsschule, Bildung.bewegt. Ich geniesse regelmäßig interdisziplinären austausch, Intra- und Supervision, Weiterbildungen, ich bin im Kontakt mit Eltern, Behörden inkl. MA11.

Ich überlege mich beim Gericht ohne Druck zu erzeugen zu melden (na ja 6 Monate seit der Verhandlung sind vergangen und weder Entscheidung, noch eine Meldung). Ich will einfach dem Antrag auf Kontakterweiterung und auf Gemeinsame Obsroge hinzufügen, dass mein Sohn Bedarf im bestimmten Bereich hat, wo ich beruflich tätig bin, deswegen ist es von Vorteil wenn mein Sohn mit mir deutlich mehr Zeit verbring. Die "EinWirkung" in meinem Fall ist durch Vertrauensverhältnis (sehr wichtige Bezugsperson) gegenüber "dem Fremdpersonal" deutlich höher...

Bringt es was, so zu argumentieren, und sich beim Gericht in Erinnerung bringen?

Danke und Lg

Iv:-)

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Re: Vater Sozialpädagoge, Kind benötigt einen Sozialpädagoge

Beitragvon dgt » 24.10.2015, 23:08

ivo33 hat geschrieben:Guten Abend :-)

Ich würde gerne Ihre/Euere Meinung lesen.

Seit 18 Monaten läuft Antrag auf Kontakterweiterung und gemeinsame Obsorge mein Sohn, z:Z. 3,5 Jahre alt. Sein erstes Lebensjahr war ich mit ihm in Karenz, wurde nie gestillt. Trozt kurzer und unregelmäßigen Kontakte bin ich für ihn zumindestens eine sehr wichtige Bezugsperson (seinem Verhalten nach)..

Laut Bericht der Familiengerichtshilfe, usw. ist der kleine unkonzentriert, hat Muskelanspannungen, ist eher individualistisch, hat Probleme sich zu artikulieren, usw... Deswegen ist er in Betreuung von diversen Fachpersonen (bei mir spricht er nach 1 Stunde alles nach und wunderschön .-) )

Die Verhandlung ist am 6.5.2015 stattgefunden, seitdem habe ich in dieser Angelegenheit nix vom Gericht gehört....

In dieser Zeit habe ich ich mich etwas beruflich verändert. Ich bin Jugendcoach und Trainer, Sozialpädagoge im Projekt Neba, Produktionsschule, Bildung.bewegt. Ich geniesse regelmäßig interdisziplinären austausch, Intra- und Supervision, Weiterbildungen, ich bin im Kontakt mit Eltern, Behörden inkl. MA11.

Ich überlege mich beim Gericht ohne Druck zu erzeugen zu melden (na ja 6 Monate seit der Verhandlung sind vergangen und weder Entscheidung, noch eine Meldung). Ich will einfach dem Antrag auf Kontakterweiterung und auf Gemeinsame Obsroge hinzufügen, dass mein Sohn Bedarf im bestimmten Bereich hat, wo ich beruflich tätig bin, deswegen ist es von Vorteil wenn mein Sohn mit mir deutlich mehr Zeit verbring. Die "EinWirkung" in meinem Fall ist durch Vertrauensverhältnis (sehr wichtige Bezugsperson) gegenüber "dem Fremdpersonal" deutlich höher...

Bringt es was, so zu argumentieren, und sich beim Gericht in Erinnerung bringen?)

Ich würde mich deutlich (!) in Erinnerung rufen.

ivo33
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Re: Vater Sozialpädagoge, Kind benötigt einen Sozialpädagoge

Beitragvon ivo33 » 25.10.2015, 11:40

dgt hat geschrieben:
ivo33 hat geschrieben:Guten Abend :-)

Ich würde gerne Ihre/Euere Meinung lesen.


Die Verhandlung ist am 6.5.2015 stattgefunden, seitdem habe ich in dieser Angelegenheit nix vom Gericht gehört....

In dieser Zeit habe ich ich mich etwas beruflich verändert. Ich bin Jugendcoach und Trainer, Sozialpädagoge im Projekt Neba, Produktionsschule, Bildung.bewegt. Ich geniesse regelmäßig interdisziplinären austausch, Intra- und Supervision, Weiterbildungen, ich bin im Kontakt mit Eltern, Behörden inkl. MA11.

Ich überlege mich beim Gericht ohne Druck zu erzeugen zu melden (na ja 6 Monate seit der Verhandlung sind vergangen und weder Entscheidung, noch eine Meldung). Ich will einfach dem Antrag auf Kontakterweiterung und auf Gemeinsame Obsroge hinzufügen, dass mein Sohn Bedarf im bestimmten Bereich hat, wo ich beruflich tätig bin, deswegen ist es von Vorteil wenn mein Sohn mit mir deutlich mehr Zeit verbring. Die "EinWirkung" in meinem Fall ist durch Vertrauensverhältnis (sehr wichtige Bezugsperson) gegenüber "dem Fremdpersonal" deutlich höher...

Bringt es was, so zu argumentieren, und sich beim Gericht in Erinnerung bringen?)

Ich würde mich deutlich (!) in Erinnerung rufen.


Vielen Dank für die Antwort und Ihre Bemühung.

Eine generelle Frage: bringt etwas für Kontakt-/Obsorgeverfahren wenn Kindesvater "Profi" ist (SozialPädagoge, Lehrer, usw.) .

Danke...

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Re: Vater Sozialpädagoge, Kind benötigt einen Sozialpädagoge

Beitragvon Limonea » 26.10.2015, 01:25

ivo33 hat geschrieben:Eine generelle Frage: bringt etwas für Kontakt-/Obsorgeverfahren wenn Kindesvater "Profi" ist (SozialPädagoge, Lehrer, usw.) .

Danke...


Kaum. Im Eltern-Kind Verhältnis steht die Beziehungsqualität im Vordergrund und weniger der akademische Überbau.
Unabhängig davon sind 6 Monate Funkstille vom Gericht natürlich mehr als Grund genug, um mal wieder bei Gericht vorbeizuschauen.

ivo33
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Re: Vater Sozialpädagoge, Kind benötigt einen Sozialpädagoge

Beitragvon ivo33 » 26.10.2015, 10:06

Limonea hat geschrieben:
ivo33 hat geschrieben:Eine generelle Frage: bringt etwas für Kontakt-/Obsorgeverfahren wenn Kindesvater "Profi" ist (SozialPädagoge, Lehrer, usw.) .

Danke...


Kaum. Im Eltern-Kind Verhältnis steht die Beziehungsqualität im Vordergrund und weniger der akademische Überbau.
Unabhängig davon sind 6 Monate Funkstille vom Gericht natürlich mehr als Grund genug, um mal wieder bei Gericht vorbeizuschauen.


Akso für traumatisiertes Kind bestellt man lieber wieder fremde akademisch ausgebildete personen, statt den vater mit gleicher qualifikation "mit dem Kind arbeiten lassen.."

Limonea
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Re: Vater Sozialpädagoge, Kind benötigt einen Sozialpädagoge

Beitragvon Limonea » 26.10.2015, 17:51

ivo33 hat geschrieben:Akso für traumatisiertes Kind bestellt man lieber wieder fremde akademisch ausgebildete personen, statt den vater mit gleicher qualifikation "mit dem Kind arbeiten lassen.."


Wenn es tatsächlich um eine psychische Traumatisierung geht: selbstverständlich. Therapeutische Beziehungen dürfen ausdrücklich nicht mit einer anderen Form von Beziehung vermischt werden. Es darf da kein Abhängigkeitsverhältnis geben, keine Verwandtschaft, keine Liebesbeziehung, keine Freundschaft.
Es wird Ihnen niemand verbieten in der Kontaktzeit Ihren Sohn zu fördern (motorisch, sprachlich, was auch immer). Das wird aber von Eltern sowieso erwartet.
Für das Gericht gelten im wesentlichen folgende Kriterien: a) eine gute Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen b)eine Gesprächsbasis zwischen den Eltern, die es ermöglicht (die besten) Entscheidungen für das Kind zu treffen.
Wenn die Kooperation der Eltern nicht klappt, können sie zu einer Erziehungsberatung und/oder Mediation verdonnert werden. Wenn es einen besonderen Förderbedarf gibt, dann müssen die Eltern/der/die Obsorgeberechtigte(r) das organisieren. Wenn man meint, dass man das selber schafft- ok. Im Zweifel, bzw bei schlechter Kommunikation zwischen den Eltern, wird man das jedenfalls an eine neutrale Stelle delegieren.
Natürlich kann das Gericht den einen oder anderen Elternteil für besonders oder nur wenig erziehungskompetent hält. Ich glaub nur nicht, dass es vom (wenn auch pädagogischen) Beruf- wo man emotional bei weitem nicht so verstrickt ist, wie beim eigenen Kind- auf die Erziehungskompetenz im Einzelfall schließen wird.

Grundsätzlich: die "Ich kann das alles viel besser selber machen"- Haltung führt eher zu hochgezogenen Augenbrauen bei Richtern.

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Re: Vater Sozialpädagoge, Kind benötigt einen Sozialpädagoge

Beitragvon ivo33 » 26.10.2015, 20:32

Limonea hat geschrieben:
ivo33 hat geschrieben:Akso für traumatisiertes Kind bestellt man lieber wieder fremde akademisch ausgebildete personen, statt den vater mit gleicher qualifikation "mit dem Kind arbeiten lassen.."


Wenn es tatsächlich um eine psychische Traumatisierung geht: selbstverständlich. Therapeutische Beziehungen dürfen ausdrücklich nicht mit einer anderen Form von Beziehung vermischt werden. Es darf da kein Abhängigkeitsverhältnis geben, keine Verwandtschaft, keine Liebesbeziehung, keine Freundschaft.
Es wird Ihnen niemand verbieten in der Kontaktzeit Ihren Sohn zu fördern (motorisch, sprachlich, was auch immer). Das wird aber von Eltern sowieso erwartet.
Für das Gericht gelten im wesentlichen folgende Kriterien: a) eine gute Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen b)eine Gesprächsbasis zwischen den Eltern, die es ermöglicht (die besten) Entscheidungen für das Kind zu treffen.
Wenn die Kooperation der Eltern nicht klappt, können sie zu einer Erziehungsberatung und/oder Mediation verdonnert werden. Wenn es einen besonderen Förderbedarf gibt, dann müssen die Eltern/der/die Obsorgeberechtigte(r) das organisieren. Wenn man meint, dass man das selber schafft- ok. Im Zweifel, bzw bei schlechter Kommunikation zwischen den Eltern, wird man das jedenfalls an eine neutrale Stelle delegieren.
Natürlich kann das Gericht den einen oder anderen Elternteil für besonders oder nur wenig erziehungskompetent hält. Ich glaub nur nicht, dass es vom (wenn auch pädagogischen) Beruf- wo man emotional bei weitem nicht so verstrickt ist, wie beim eigenen Kind- auf die Erziehungskompetenz im Einzelfall schließen wird.

Grundsätzlich: die "Ich kann das alles viel besser selber machen"- Haltung führt eher zu hochgezogenen Augenbrauen bei Richtern.



Danke, ich habe nie weder gehandelt noch behauptet, dass ich "gut, bzw. perfekt bin", ich gebe zu, dass ich viele Fehler gemacht habe und auch mache... Ich versuche sie zu reflektieren und zu lernen.

Die KM hat auch vor der Richterin gesagt, ich mache immer alles zu 100% richtig, ich muss nix machen.. Sie hat bis jetzt alles inkl. gemeinsames Gespräch bei der Familiengerichtshilfe ohne Grund abgewiesen...Auch aussergerichtliche Einigung ganz am Anfang über MA11 hat sie abgewiesen, es steht im Protokll, ich soll mich ans Gericht wenden..

Erstes Jahr war ich die Hauptperson für den Sohn, ich war in Karenz, die Mutter hat wegen Neurose gleich Milch verloren, der "Kleiner" wurde nie gestillt.

Aus verschiedenen Berichten (auch Familiengerichsthilfe) habe ich erfahren, dass der "Kleiner" angespannte Muskulatur, Konzentrationsprobleme, Kontaktprobleme, Komunikationsschwierigkeiten, usw. hat...Er braucht Sozialpädagogen, Logopädagogen, usw....Bei mir ( ich sehe ihn ca. 3 Studen inkl. Transporte pro Woche) nach 1-2 Stunden bei mir ist absolut locker, er spricht mir auch komplizierte Sätze freiwilig und automatisch nach, er kommuniziert mit mir laufend und viel (ist auf seine Art bemüht, ich verstehe ihn)....

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Re: Vater Sozialpädagoge, Kind benötigt einen Sozialpädagoge

Beitragvon dgt » 27.10.2015, 08:46

ivo33 hat geschrieben:Eine generelle Frage: bringt etwas für Kontakt-/Obsorgeverfahren wenn Kindesvater "Profi" ist (SozialPädagoge, Lehrer, usw.) .

Ich würde einen Antrag auf massive Ausdehnung des Kontaktrecht stellen, auch weil der Vater aufgrund seiner beruflichen Qualifikation gut auf das Kind eingehen kann.

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Re: Vater Sozialpädagoge, Kind benötigt einen Sozialpädagoge

Beitragvon Angelika » 29.10.2015, 15:52

dgt hat geschrieben:
ivo33 hat geschrieben:Eine generelle Frage: bringt etwas für Kontakt-/Obsorgeverfahren wenn Kindesvater "Profi" ist (SozialPädagoge, Lehrer, usw.) .

Ich würde einen Antrag auf massive Ausdehnung des Kontaktrecht stellen, auch weil der Vater aufgrund seiner beruflichen Qualifikation gut auf das Kind eingehen kann.

Plus den bereits besprochenen Fristsetzungsantrag, dringend!
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Verein "Dialog für Kinder - Österreich"
http://www.dialogfuerkinder.at


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