Abholort

Marta
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Abholort

Beitragvon Marta » 05.09.2015, 05:51

Liebes Forum-Team!

Zunächst: Ich wohne in Wien, habe alleinige Obsorge für meinen Sohn (5) und ein schlechtes Einkommen als Selbstständige, da ich meine Arbeitskraft nicht voll einsetzen kann bzw. als Alleinerzieherin hohe Kosten für Kinderbetreuung habe. Wir haben keine gerichtliche Regelung. KV nahm vor 2 Jahren Arbeit im Bgld an, Besuche seither 14-tägig, hat nach wie vor Wohnsitz in Wien, zusätzlich Haus im Bgld gekauft. Er beklagt sich regelmäßig, dass ihm die Strecke zu weit ist, sein Beruf zu anstrengend ist und alles zu viel.

Mein Anliegen:
Ich habe schon von einigen Personen gehört und auch hier im Forum gefunden: Grundsätzlich hat der besuchsberechtigte Elternteil das Kind von Wohnort des obsorgeberechtigten Elternteils abzuholen und dorthin zurückzubringen.
Ausnahmen sind möglich.

Wo kann ich das bitte sonst noch genauer nachlesen? Ich brauche eine Stelle in einem Fachbuch o.ä., damit ich es dem KV nachweisen kann. Er nötigt mich seit einigen Monaten jedes Mal per SMS dazu, unseren Sohn von ihm (in Wien) abzuholen. Ich möchte das aber nicht. Ich mache es trotzdem, sonst bringt er unser Kind nicht zurück.

Es geht zwar derzeit nur um Wien und nicht Bgld, doch ich habe eine Reihe von Gründen, warum ich die Abholung nicht machen möchte, zB Zeit, Distanz, Kosten, Sachen zusammensuchen oder warten müssen, schlechte Stimmung etc.

Was könnte ich tun bzw. sagen oder schreiben, anstatt gleich Gericht oder Jugendamt einzubeziehen?

Zum Beispiel hat er mir heute Nacht um 0:50 ein SMS geschrieben, dass ich heute ab 18 Uhr unseren Sohn abholen soll. Ich antwortete: Bitte kannst du ihn wieder nach Hause bringen? Danke. Er schrieb: nein kann ich nicht

Denn er ist der Meinung, dass das üblich ist, dass die Mutter das Kind zurückholt bzw. sich die Eltern auf halber Strecke entgegen kommen. Er möchte, dass ich das Zurückholen in Wien übernehmen soll, weil er ohnehin so viele km nach Wien fahren muss. Sozusagen als Ausgleich, damit ich auch etwas tue. Ich sehe das nicht so, denn er ist freiwillig so weit weg gezogen und ich habe ohnehin die gesamte Erziehung und den Alltag und eine Menge Kosten, die ich schwer bewältige. Die Abholung in Wien hat seit Sommer seine Schwester übernommen.

Neuerdings fordert er auch, dass unser Sohn 2 Wochen Urlaub im Bgld macht.
Ich befürchte, als nächstes will er, dass ich unser Kind ins Bgld bringe oder von dort hole.

Welchen Tipp können Sie mir bitte geben?

Vielen Dank im Voraus!
Marta

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dgt
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Re: Abholort

Beitragvon dgt » 05.09.2015, 10:07

Marta hat geschrieben:Zunächst: Ich wohne in Wien, habe alleinige Obsorge für meinen Sohn (5) und ein schlechtes Einkommen als Selbstständige, da ich meine Arbeitskraft nicht voll einsetzen kann bzw. als Alleinerzieherin hohe Kosten für Kinderbetreuung habe. Wir haben keine gerichtliche Regelung. KV nahm vor 2 Jahren Arbeit im Bgld an, Besuche seither 14-tägig, hat nach wie vor Wohnsitz in Wien, zusätzlich Haus im Bgld gekauft. Er beklagt sich regelmäßig, dass ihm die Strecke zu weit ist, sein Beruf zu anstrengend ist und alles zu viel.

Mein Anliegen:
Ich habe schon von einigen Personen gehört und auch hier im Forum gefunden: Grundsätzlich hat der besuchsberechtigte Elternteil das Kind von Wohnort des obsorgeberechtigten Elternteils abzuholen und dorthin zurückzubringen.
Ausnahmen sind möglich.

Wo kann ich das bitte sonst noch genauer nachlesen? Ich brauche eine Stelle in einem Fachbuch o.ä., damit ich es dem KV nachweisen kann. Er nötigt mich seit einigen Monaten jedes Mal per SMS dazu, unseren Sohn von ihm (in Wien) abzuholen. Ich möchte das aber nicht. Ich mache es trotzdem, sonst bringt er unser Kind nicht zurück.

Es geht zwar derzeit nur um Wien und nicht Bgld, doch ich habe eine Reihe von Gründen, warum ich die Abholung nicht machen möchte, zB Zeit, Distanz, Kosten, Sachen zusammensuchen oder warten müssen, schlechte Stimmung etc.

Was könnte ich tun bzw. sagen oder schreiben, anstatt gleich Gericht oder Jugendamt einzubeziehen?

Zum Beispiel hat er mir heute Nacht um 0:50 ein SMS geschrieben, dass ich heute ab 18 Uhr unseren Sohn abholen soll. Ich antwortete: Bitte kannst du ihn wieder nach Hause bringen? Danke. Er schrieb: nein kann ich nicht

Denn er ist der Meinung, dass das üblich ist, dass die Mutter das Kind zurückholt bzw. sich die Eltern auf halber Strecke entgegen kommen. Er möchte, dass ich das Zurückholen in Wien übernehmen soll, weil er ohnehin so viele km nach Wien fahren muss. Sozusagen als Ausgleich, damit ich auch etwas tue. Ich sehe das nicht so, denn er ist freiwillig so weit weg gezogen und ich habe ohnehin die gesamte Erziehung und den Alltag und eine Menge Kosten, die ich schwer bewältige. Die Abholung in Wien hat seit Sommer seine Schwester übernommen.

Neuerdings fordert er auch, dass unser Sohn 2 Wochen Urlaub im Bgld macht.
Ich befürchte, als nächstes will er, dass ich unser Kind ins Bgld bringe oder von dort hole.

Welchen Tipp können Sie mir bitte geben?

Grundsätzlich hat der Kontaktberechtigte das Kind abzuholen und zum Wohnort zurückzubringen. Die wenigen Ausnahmen, die es gibt, treffen auf Sie nicht zu.
Der Besuchsberechtigte hat selbst das Kind von dessen ständigem Aufenthaltsort abzuholen und dorthin zurückzubringen (EF-Slg 137.759; 134.275; OGH 2005/01/26, 7 Ob 285/04v; EF-Slg 107.729; 2003/04/29, 1 Ob 58/03s; EF-Slg 104.239; 2002/06/26, 7 Ob 134/02k; 2001/10/02, 2 Ob 236/01x; EF-Slg 96.559; 96.494; 89.683; OGH 1985/11/13, 1 Ob 664/85). Durch das KindRÄG 2001 ist insoweit keine Änderung eingetreten.
Nur wenn Sie keine gerichtliche Regelung haben ist nichts durchsetzbar. Ich würde daher beim Bezirksgericht die Festlegung der Regelung (einschließlich Abholen und Zurückbringen) beantragen. Dann ist auch seine Pflicht, das Kind zurückzubringen, durchsetzbar.

Marta
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Re: Abholort

Beitragvon Marta » 05.09.2015, 17:25

Vielen herzlichen Dank für Ihre prompte Antwort!! Ich werde mich mit den Entscheidungen gründlich auseinander setzen.
:-)

Ich bin etwas skeptisch: Meiner Ansicht nach könnte ich mit dem Gang zu Gericht ein jahrelanges unschönes Gerichtsverfahren lostreten, dessen Ausgang ungewiss ist. Oder werden solche Fragestellungen im Allgemeinen rasch behandelt und entschieden? Wie ist Ihre Erfahrung?

Marta
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Re: Abholort

Beitragvon Marta » 06.09.2015, 04:17

Wir haben folgende paradoxe Situation:

Wie erwähnt lässt der KV unser Kind seit Sommer von seiner Schwester bei mir abholen. Heute war es ebenfalls die Schwester, die unser Kind wieder übergeben hat. Ich musste abholen. Da ich im Regen im Stau steckte, kam sie mit der Straßenbahn entgegen. KV hatte sich schon am Nachmittag vom Kind verabschiedet und verließ die Wohnung vor dem Abendessen. Schrieb mir um halb vier ein SMS, dass Kind länger bleiben will und ich mir das mit der Schwester ausmachen soll. Ich habe nicht geantwortet. Kind erhielt vom KV die Auskunft, dass ich es verboten hätte. Tatsache ist, dass KV seine Kontaktzeiten an Familienmitglieder delegiert und mir gegenüber verschleiert, indem er falsche Informationen weitergibt oder verbale Angriffe tätigt oder neuerdings schriftliche Aufforderungen macht, unser Kind länger sehen zu wollen (obwohl er es ist, der die Kontakte ausdünnt).

Daheim hat sich mein Kind beklagt, dass der Papa kaum da war. Er kam in der Nacht vom Freitag zum Schlafen und war am Samstag allein einkaufen. Kind durfte nicht mitkommen. Kind meinte dazu, dass es ihn auch nicht wirklich stört, weil er sehr gern bei der Tante ist. Kind hat ihm aber gesagt, dass Kind den KV öfter und länger sehen will. Antwort vom KV jedes Mal, ich würde es nicht erlauben.

Zugleich kam aber heute per SMS die Drohung, dass er die weite Strecke nicht auf sich nehmen müsse. Dass es an mir läge, wenn Kind den KV nicht sehe, Kind diesen jedoch zur gesunden psychischen Entwicklung braucht (war früher mein Argument, als ich ihn bewegen wollte, öfter zu kommen). Er drohte mir mit Jugendamt.
Und das alles aus dem Anlass, weil ich wieder einmal erwähnte, dass ich nicht einverstanden bin, unser Kind abzuholen und das seine Aufgabe sei.

Meine Fragen:
1) Muss ich als Obsorgeberechtigte tatsächlich alles vom Gericht regeln lassen, um es durchsetzen zu können? Wozu ist dann die Obsorge gut? Bzw. was ist Obsorge wert, wenn man nichts durchsetzen kann?
2) Muss ich einer Verlängerung von Besuchszeiten zustimmen, wenn Kind berichtet, dass Papa kaum da ist?
3) Wie ist das Wohlverhaltensgebot durchsetzbar? Ich möchte nicht mehr mit Drohungen hinsichtlich eines Kontaktabbruchs oder dass er das Jugendamt einschaltet, belästigt werden. Das ist wahrscheinlich ein naiver Wunsch von mir. Ich weiß nicht, ob ich besser meine Ohren auf Durchzug stellen oder aktiv vor Gericht gehen soll.
4) Ich habe schon öfter überlegt, ob Mediation helfen könnte. Bin zum Schluss gekommen, dass es nichts bringen würde, denn wir haben schon öfter einvernehmliche Regelungen getroffen. KV ändert Vereinbarungen jedoch gerne einseitig. Selbst wenn KV Termine vorschlägt oder vorschreibt, ist nicht gewährleistet, dass er sie selbst einhalten kann.

Was raten Sie mir?

chessplayer
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Re: Abholort

Beitragvon chessplayer » 06.09.2015, 13:57

Marta hat geschrieben:Wir haben folgende paradoxe Situation:

Wie erwähnt lässt der KV unser Kind seit Sommer von seiner Schwester bei mir abholen. Heute war es ebenfalls die Schwester, die unser Kind wieder übergeben hat. Ich musste abholen. Da ich im Regen im Stau steckte, kam sie mit der Straßenbahn entgegen. KV hatte sich schon am Nachmittag vom Kind verabschiedet und verließ die Wohnung vor dem Abendessen. Schrieb mir um halb vier ein SMS, dass Kind länger bleiben will und ich mir das mit der Schwester ausmachen soll. Ich habe nicht geantwortet. Kind erhielt vom KV die Auskunft, dass ich es verboten hätte. Tatsache ist, dass KV seine Kontaktzeiten an Familienmitglieder delegiert und mir gegenüber verschleiert, indem er falsche Informationen weitergibt oder verbale Angriffe tätigt oder neuerdings schriftliche Aufforderungen macht, unser Kind länger sehen zu wollen (obwohl er es ist, der die Kontakte ausdünnt).

Daheim hat sich mein Kind beklagt, dass der Papa kaum da war. Er kam in der Nacht vom Freitag zum Schlafen und war am Samstag allein einkaufen. Kind durfte nicht mitkommen. Kind meinte dazu, dass es ihn auch nicht wirklich stört, weil er sehr gern bei der Tante ist. Kind hat ihm aber gesagt, dass Kind den KV öfter und länger sehen will. Antwort vom KV jedes Mal, ich würde es nicht erlauben.

Zugleich kam aber heute per SMS die Drohung, dass er die weite Strecke nicht auf sich nehmen müsse. Dass es an mir läge, wenn Kind den KV nicht sehe, Kind diesen jedoch zur gesunden psychischen Entwicklung braucht (war früher mein Argument, als ich ihn bewegen wollte, öfter zu kommen). Er drohte mir mit Jugendamt.
Und das alles aus dem Anlass, weil ich wieder einmal erwähnte, dass ich nicht einverstanden bin, unser Kind abzuholen und das seine Aufgabe sei.

Meine Fragen:
1) Muss ich als Obsorgeberechtigte tatsächlich alles vom Gericht regeln lassen, um es durchsetzen zu können? Wozu ist dann die Obsorge gut? Bzw. was ist Obsorge wert, wenn man nichts durchsetzen kann?
2) Muss ich einer Verlängerung von Besuchszeiten zustimmen, wenn Kind berichtet, dass Papa kaum da ist?
3) Wie ist das Wohlverhaltensgebot durchsetzbar? Ich möchte nicht mehr mit Drohungen hinsichtlich eines Kontaktabbruchs oder dass er das Jugendamt einschaltet, belästigt werden. Das ist wahrscheinlich ein naiver Wunsch von mir. Ich weiß nicht, ob ich besser meine Ohren auf Durchzug stellen oder aktiv vor Gericht gehen soll.
4) Ich habe schon öfter überlegt, ob Mediation helfen könnte. Bin zum Schluss gekommen, dass es nichts bringen würde, denn wir haben schon öfter einvernehmliche Regelungen getroffen. KV ändert Vereinbarungen jedoch gerne einseitig. Selbst wenn KV Termine vorschlägt oder vorschreibt, ist nicht gewährleistet, dass er sie selbst einhalten kann.

Was raten Sie mir?



Ganz ehrlich, setzen sie sich einfach hin und lesen sie einmal die Beiträge durch die hier so gepostet werden. Wenn sie sich ein bißchen Zeit nehmen, sind ihre Fragen wahrscheinlich zu 98% beantwortet.

Vielleicht sehen sie dann, dass es in 99,999% der Fälle in Österreich, sagen wir es einmal vorsichtig, a bissi anders sind als bei ihnen.....also, wake up!!

chessplayer

Limonea
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Re: Abholort

Beitragvon Limonea » 06.09.2015, 16:08

Marta hat geschrieben:
Meine Fragen:
1) Muss ich als Obsorgeberechtigte tatsächlich alles vom Gericht regeln lassen, um es durchsetzen zu können? Wozu ist dann die Obsorge gut? Bzw. was ist Obsorge wert, wenn man nichts durchsetzen kann?


Der Begriff "durchsetzen" bezieht sich (rechtlich) auf einen Beschluss. Es ist kein "Durchsetzen" im Sinne von " A setzt sich in einem Konflikt gegen B durch."
Um einen Beschluss durchsetzen zu können muss logischerweise ein Beschluss vorliegen. Sonst ist ja nichts da, was man durchsetzen könnte.
Die Obsorge ist das Rechtsverhältnis zum Kind. Sie können sämtliche das Kind betreffende Entscheidungen alleine Treffen (Kindergarten, Schulwahl, medizinische Versorgung,
div. Vertretungshandlungen, usw). Das Kontaktrecht ist das Recht, das das Kind und der Elternteil der nicht am Hauptwohnsitz mit dem Kind zusammenlebt, Kontakt zu haben.

Nachdem Sie die alleinige Obsorge haben, ist es möglicherweise eine Kindesentziehung, wenn er sich weigert das Kind zurück zu bringen.
http://www.jusline.at/195_Kindesentziehung_StGB.html
Es wird wahrscheinlich nicht so durchgehen, weil er sich ja nicht weigert das Kind "herauszurücken" sondern "nur" die Fahrt verweigert.

Marta hat geschrieben: Muss ich einer Verlängerung von Besuchszeiten zustimmen, wenn Kind berichtet, dass Papa kaum da ist?

Das Kontaktrecht ist grundsätzlich persönlich wahrzunehmen. Nachdem die Kontakte bei Euch offensichtlich nicht geregelt sind, steht es Ihnen vollkommen frei, wobei Sie zustimmen.
Protokollieren Sie, wann der Vater tatsächlich sein Kontaktrecht ausgeübt hat und wann nicht und beantragen Sie dann eine Regelung die sich daran orientiert.

Marta hat geschrieben: Wie ist das Wohlverhaltensgebot durchsetzbar? Ich möchte nicht mehr mit Drohungen hinsichtlich eines Kontaktabbruchs oder dass er das Jugendamt einschaltet, belästigt werden.

Nachdem eben nichts geregelt ist, ist da auch nichts, was man durchsetzen könnte. Sie können bei Gericht eine Belehrung des KV beantragen. Sie können auch beim Jugendamt vorsprechen und das JA ersuchen, den KV zu belehren. Es wird vorerst keine Konsequenzen haben, wenn es keinen durchsetzbaren Beschluss gibt.

Marta hat geschrieben: Ich habe schon öfter überlegt, ob Mediation helfen könnte. Bin zum Schluss gekommen, dass es nichts bringen würde, denn wir haben schon öfter einvernehmliche Regelungen getroffen. KV ändert Vereinbarungen jedoch gerne einseitig. Selbst wenn KV Termine vorschlägt oder vorschreibt, ist nicht gewährleistet, dass er sie selbst einhalten kann.

Vor Gericht wäre die Konsequenz, dass zb das Kontaktregelung abgeändert wird, die Kontakte eine Zeit lang nur begleitet stattfinden, oder auch ausgesetzt werden. Aber auch dafür braucht es zunächst eine Beschluss.
Es kann durchaus passieren, dass das Gericht eine Mediation oder Erziehungsberatung anordnet. In diesem Fall wäre mE eine Erziehungsberatung sinnvoller.

Marta hat geschrieben: Was raten Sie mir?


Beantragen Sie eine Regelung bei Gericht, wie auch schon Dr. Tews weiter oben geraten hat. Es geht ja letztlich darum, dass sich das Kind auskennt und die Kontakte entspannt und berechenbar erlebt. Derzeit habt ihr keine funktionierende Regelung.

Marta
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Re: Abholort

Beitragvon Marta » 06.09.2015, 23:29

Marta hat geschrieben: Was raten Sie mir?


Beantragen Sie eine Regelung bei Gericht, wie auch schon Dr. Tews weiter oben geraten hat. Es geht ja letztlich darum, dass sich das Kind auskennt und die Kontakte entspannt und berechenbar erlebt. Derzeit habt ihr keine funktionierende Regelung.


Ja, wie wahr. Es funktioniert nicht. Entspannung täte allen gut, nicht nur unserem Kind.

Vielen Dank für Ihre Einschätzung und die Tipps!

Marta
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Re: Abholort

Beitragvon Marta » 07.09.2015, 01:51

chessplayer hat geschrieben:Ganz ehrlich, setzen sie sich einfach hin und lesen sie einmal die Beiträge durch die hier so gepostet werden. Wenn sie sich ein bißchen Zeit nehmen, sind ihre Fragen wahrscheinlich zu 98% beantwortet.

Vielleicht sehen sie dann, dass es in 99,999% der Fälle in Österreich, sagen wir es einmal vorsichtig, a bissi anders sind als bei ihnen.....also, wake up!!

chessplayer


Lieber chessplayer, ganz ehrlich, ich hoffe, ich verstehe Ihr Posting total falsch. Bei mir kommt das nämlich so an, als würden Sie ausgerechnet auf die - Ihren Angaben zufolge - 0,001% harmlosen Frauen in Österreich, die also nicht den Ex veräppeln, verbal hinhauen. Aber vielleicht liege ich auch total daneben. Dann tut mir das Leid.

Sicherlich habe ich mich eine halbe Nacht mit den für mich relevanten Beiträgen in diesem Forum beschäftigt, bevor ich gepostet habe. Und wie Sie richtig feststellen, 98% meiner Fragen, wenn nicht sogar mehr, kann ich mir selbst beantworten. Hier gepostet habe ich die Spitze des Eisbergs. Meine Schmutzwäsche wasche ich woanders.

Ihrer Aufforderung folgend, habe ich mir die Zeit genommen, kurz in Ihre Geschichte hinein zu lesen. Wahrlich, sehr traurig. Ich kann mir vorstellen, wie frustrierend das alles sein muss. Für das Kind. Für Sie.

Vermutlich könnte ich mir davon etwas abkupfern und den KV ganz rasch erziehen, unser Kind wieder selbst nach Hause zu bringen, indem ich ihn beim nächsten WE mit verschlossenen Türen ärgere. Abgesehen davon hat er schon ganz andere Dinge geliefert, die meinerseits einen Kontaktabbruch gerechtfertigt hätten.
Aber was bringt das aus der Perspektive des Kindes? Und wieviel Energie kostet mich das selbst? Noch dazu müsste ich das alleine durchziehen, denn Ich hätte gar keine Mutter oder Schwiegermutter an der Hand, die den KV für mich abwimmelt. Nein danke.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Limonea
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Re: Abholort

Beitragvon Limonea » 07.09.2015, 14:20

Marta hat geschrieben:Ja, wie wahr. Es funktioniert nicht. Entspannung täte allen gut, nicht nur unserem Kind.


Manchmal ist man mit ärgern so beschäftigt, dass man dem anderen immer nur mitteilt, was einen stört, aber gar nicht sagt, was man will.
Schreiben Sie ihm zuerst einmal ein Mail, in dem Sie einfach erklären, dass SIE eine Regelung wollen, die für das Kind verlässlich und berechenbar ist und die es Ihnen erleichtert, den Alltag zu planen.
Versuchen Sie auf Vorwürfe oder Schuldzuweisungen zu verzichten. Darum geht es nicht. Sie wollen einfach nur eine funktionierende Regelung.
Machen Sie einen, höchstens zwei Vorschläge und fragen Sie ihn, wann er Zeit hat und welche Vorschläge er hat. Damit ist zumindest belegt, dass Sie eine Einigung gesucht haben.
Wenn es zu einer einvernehmlichen Lösung kommt, dann kann man diese bei Gericht in einen Beschluss aufnehmen lassen. Versuchen Sie ihm zu vermitteln, dass das BEIDE Seiten bindet, also auch er dadurch profitiert.
Kommt es zu keiner Einigung, dann müssen Sie eben die Regelung beantragen. Für das Gericht ist das "täglich Brot". Sie können sich dort am Amtstag über den Ablauf informieren und anfragen, ob Sie Anspruch auf Verfahrenshilfe haben. Es gibt nicht wenige Richter, die versuchen die Parteien zu einer einvernehmlichen Regelung zu bewegen.

Marta
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Re: Abholort

Beitragvon Marta » 08.09.2015, 15:33

Limonea hat geschrieben:Schreiben Sie ihm zuerst einmal ein Mail, in dem Sie einfach erklären, dass SIE eine Regelung wollen, die für das Kind verlässlich und berechenbar ist und die es Ihnen erleichtert, den Alltag zu planen.

Im Erstellen von Regelungen sind wir ganz gut. Da jetzt beim Abholen die "familiäre Besuchsmittlerin" dazwischen steht, klappt auch die Umsetzung von Teil A. Teil B, das Zurückbringen klappt deshalb nicht, weil wir uns nicht einig sind. Ich möchte auf mein Recht nicht verzichten, denn ich möchte gerne 2 Tage pro Monat, wo ich nicht in einem Verkehrsmittel sitzen muss, um mein Kind von A nach B zu bringen. Er rechnet mir vor, wieviele km er fährt, um die Besuche zu machen. Er will, dass ich auch herumfahre. Seit Neuestem droht er mir sogar mit dem Jugendamt, wenn ich unser Kind nicht abhole. Genau deshalb erkundige ich mich so detailreich.

Ich möchte gleichfalls ergänzen, dass ich in den letzten vier Jahren immer auf SEINE Terminwünsche eingegangen bin. Vielleicht kam es zwei Mal vor in all den Jahren, dass ein Termin wegen eines Arztbesuches o.ä. nicht ging. Ich bin ohnehin sehr flexibel. Womit ich aber gar nicht kann, das ist, wenn er dann kurzfristig an der Vereinbarung rüttelt, als hätte nur er Verpflichtungen und Termine. Es geht aber gar nicht, dass ich etwa um 22 Uhr ein SMS bekomme, dass er morgen eine Stunde später kommt. Weil dann ich diejenige bin, deren Termine platzen. Daher die Spannungen. Ob daran eine gerichtliche Regelung etwas ändern kann? Was ich hier in diesem Forum mitbekommen habe, sind die Regelungen offenbar zahnlos. Beugestrafen scheint es nur selten zu geben. Ich gehe davon aus, dass Beugestrafen die Fronten nur weiter verhärten würden.

Ich hätte auch gerne einen wertschätzenden Umgang. Die Beschimpfungen und Drohungen, mündlich und schriftlich, die ich schon über mich ergehen lassen musste, sind auch bemerkenswert. Erst vor wenigen Tagen zB kam auf mein "wie du dich verhältst, ist nicht ok" von ihm: "ich glaube nicht, dass du Interesse hast, das Jugendamt einzuschalten". Ich fasse das als Drohung auf, dass er mich anpatzen will. Kann ich dagegen eigentlich etwas tun? Mich schützen?
Ich denke mal, selbst mit gerichtlicher Regelung oder sogar gerade wenn ich eine Behörde einschalte, kann/will/wird er mich verleumden. Schwierigkeiten und zusätzliche Termine habe dann ich und nicht er.

Ich verstehe es übrigens nicht, was ihn antreibt.

Limonea
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Re: Abholort

Beitragvon Limonea » 08.09.2015, 23:24

Marta hat geschrieben: Da jetzt beim Abholen die "familiäre Besuchsmittlerin" dazwischen steht


Besuchsmittlerin?? Davon haben Sie aber vorher nichts geschrieben? Wie kommt es. dass Ihr eine Besuchsmittlerin habt?

Das Kind einfach nicht abholen würde ich sicher nicht. Auch wenn es seine Pflicht wäre, das Kind zurück zu bringen, ist es auf jeden Fall im Sinne das Kindeswohls, dass es wieder abgeholt wird. Wenn SIE sich weigern, das Kind abzuholen, dann tragen Sie dazu bei, dass der Konflikt auf dem Rücken des Kindes ausgetragen wird.
Kann die Besuchsmittlerin helfen, das Zurückbringen zu organisieren?
Also man kann in Ihrem Fall nur wiederholen: lassen Sie das ganze gerichtlich regeln.
Und vor dem Jugendamt brauchen Sie sich nicht fürchten. Es steht auch Ihnen frei, zum Jugendamt zu gehen. Er wäre nicht der erste, der versucht die Ex "anzubatzen "

neuling
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Re: Abholort

Beitragvon neuling » 09.09.2015, 08:50

Mit "familiäre Besuchsvermittlerin" - denke ich - ist wohl die Schwester des Kindsvaters gemeint. Siehe Posting weiter oben. der Kindsvater hat diese ja schon für die Abholung zwischengeschaltet. Aber offenbar möchte diese nicht alle Wege übernehmen, was auch verständlich ist.

Sie haben mein Mitgefühl, liebe Marta. Sie haben den umgekehrten Fall, bei uns war es die KM, die diese kreativen Wege jahrelang betrieben hat. Sie selbst und ihr neuer Partner haben die Kinderbesuchstermine ganz alleine vorgeschrieben und diese dann auch noch kurzfristig kreativ abgeändert und der KV mußte danach hüpfen, um die Kinder überhaupt sehen zu dürfen. Es hat den Kindern letztendlich nicht gut getan, aber das hat die KM selbst zu verantworten. Allerdings muß ich dazu auch sagen, daß die ganze Geschichte ohne gerichtlich durchsetzbares Besuchsrecht lief und daher nicht einzudämmen war, das war im Nachhinein gesehen sicher ein Fehler. Der KV hätte sich schon am Anfang dagegen wehren müssen.


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