Grundsätzliche Fragen

Sabine
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Grundsätzliche Fragen

Beitragvon Sabine » 07.03.2011, 09:25

Hallo!

Nachdem wir unsere Ehe nicht kitten können, haben wir vor einigen Wochen ein Agreement getroffen, dass wir derweilen zusammen wohnen bleiben, jeder allerdings seine Wege geht. Innerhalb der Wohnung haben wir uns insoferne getrennt, dass wir die Zeit mit den Kindern gemeinsam verbringen, allerdings abends sitzt und schläft er im Wohnzimmer, ich im Schlafzimmer.

Die ersten beiden Wochen lief das gut, er traf sich mit einer anderen Frau, ich traf mich mit einem anderen Mann. Zusätzlich wollte er 2 x die Woche noch trainieren gehen und wäre da abends auch nicht da gewesen. Mittlerweile hat sich die Sache mit der anderen Frau für ihn offenbar erledigt, das mit dem Training hintertreibt er auch nicht so sehr, d.h. er sitzt eigentlich den größten Teil der Woche abends zuhause.

Ich hingehen bin in meiner neuen "Beziehung" recht glücklich und möchte nach wie vor abends (wenn die Kinder im Bett sind bzw. versorgt sind) fort gehen, wobei ich klarerweise nicht täglich unterwegs bin, sondern nur 2-3 x die Woche. Alle zwei Wochen, wo die Kinder nicht bei uns sind möchte ich auswärts schlafen (auch das war seine Idee - nämlich, dass ich die freie Zeit optimal nutze - und das hab ich schriftlich).

Grundsätzlich gehe ich von einer einvernehmlichen Scheidung aus, falls dies aber nicht der Fall ist, inwieweit wirkt sich dieses Fortgehen, noch dazu zu einem anderen Mann auf die Scheidung, bzw. in weiterer Folge auf das Sorgerecht für die Kinder aus. Kann er mir damit als Argument unser Kind wegnehmen? Obwohl es ja einvernehmlich so beschlossen wurde, dass jeder seine Wege geht (klarerweise nicht schriftlich)?

Danke mal für die Hilfe!

Liebe Grüße,
Sabine

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Re: Grundsätzliche Fragen

Beitragvon Nachfolgefrau » 07.03.2011, 09:30

Ehebruch und/oder ehewidrige Beziehungen kann man NICHT einvernehmlich regeln und dem anderen NICHT rechtsgültig erlauben. Egal, was man sich privat für Genehmigungen schreibt.
Es bleibt immer eine schwere Eheverfehlung, die den anderen zur Klage berechtigt.

Wenn sie Pech haben, klagt ihr Mann auf Scheidung und sie werden schuldig geschieden (Auswirkung auf Unterhaltsregelung, ua auf Vermögensteilung).
Die Obsorgefrage hat damit nichts zu tun.

Alleine die Frage "kann er mir das Kind wegnehmen" spricht Bände. NIEMAND kann NIEMANDEM das Kind wegnehmen, denn für das Kind bleiben beide Eltern lebenslänglich bestehen....
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Sabine
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Re: Grundsätzliche Fragen

Beitragvon Sabine » 07.03.2011, 10:56

Nachfolgefrau hat geschrieben:Ehebruch und/oder ehewidrige Beziehungen kann man NICHT einvernehmlich regeln und dem anderen NICHT rechtsgültig erlauben. Egal, was man sich privat für Genehmigungen schreibt.
Es bleibt immer eine schwere Eheverfehlung, die den anderen zur Klage berechtigt.

Wenn sie Pech haben, klagt ihr Mann auf Scheidung und sie werden schuldig geschieden (Auswirkung auf Unterhaltsregelung, ua auf Vermögensteilung).


Danke, das kann er gerne probieren, da die erste Eheverfehlung vor 3 Jahren durch ihn erfolgte, und das jetzt eigentlich die Langzeitfolgen davon sind

Nachfolgefrau hat geschrieben:Die Obsorgefrage hat damit nichts zu tun.

Alleine die Frage "kann er mir das Kind wegnehmen" spricht Bände. NIEMAND kann NIEMANDEM das Kind wegnehmen, denn für das Kind bleiben beide Eltern lebenslänglich bestehen....


Das ist mir klar, weder will ich ihm noch er mir wegnehmen - es ging eben um die Obsorgefrage. Zu schlechten Zeiten droht er mir halt, in jedem Fall das Kind mitzunehmen, weil er weiß, dass er mich damit trifft.

Danke für die Antwort.

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Re: Grundsätzliche Fragen

Beitragvon ulrich » 07.03.2011, 11:06

Sie haben nicht zufällig die damalige Trennung der Lebensbereiche schriftlich vereinbart? Daraus könnte nämlich hervorgehen, dass die Ehe damals schon unheilbar tiefgreifend zerrüttet war und daher der (wechselseitige) Ehebruch nicht mehr ausschlaggebend für die Zerrüttung war.
einen 3 Jahre zurückliegenden und seit mehr als 6 Monate bekannten Ehebruch kann man freilich als "Stimmungsbild" anführen, nicht jedoch als Scheidungsgrund, weil verjährt.


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