Komplizierte Geschichte bzw potentielle Scheidung

ratlos.
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Komplizierte Geschichte bzw potentielle Scheidung

Beitragvon ratlos. » 23.05.2010, 23:31

Liebes Forum,

ich werde versuchen die Geschichte soweit es geht vereinfacht aufzubröseln. Es ist alles recht kompliziert und ich bin wirklich ratlos und verzweifelt (mit den Nerven wirklich, wirklich am Ende etc).
Ich skizziere die Geschichte meiner Eltern (um deren potentielle Scheidung es geht):
Meine Mutter und mein Vater sind nun 23 Jahre verheiratet. Sie haben in einem EU-Land geheiratet und sind beide EU-Bürger, leben aber seit langer Zeit hier in Ö. Meine Mutter ist in Österreich seit mehr als 13 Jahren berufstätig. Mein Vater blieb 'zu Hause bei den Kindern' und kam über einmalige kurzzeitige Aushilfsjobs nicht hinaus (diese kann man an einer Hand abzählen). Aus dieser Ehe sind zwei Kinder, 22 und 12 Jahre entstanden.
Die Ehe ist seit vielen, vielen Jahren zerrüttet, beide Parteien bekriegen sich auf psychischer Ebene(geht zu 95% vom Ehegatten aus), keiner macht aber etwas. Die Ehegattin fürchtet sich vor ihrem Ehegatten, da es in der Ehezeit einige böse Streitereien gab (starke psychische Belastung ua Handgreiflichkeiten). Weiters fürchtet sie sich vor einer Scheidung da die erste Ehe bzw Scheidung des Ehegattens sehr böse, langwierig, nervenaufreibend und kostenspielig ausgegangen ist. Ihr Gatte möchte aus mir unbekannten Gründen ebenfalls nicht die Scheidung einreichen (subjektive Einschätzung: er muss nicht arbeiten, hat trotzdem ein Dach über dem Kopf und steuert schon auf die Pension zu, glaubt auch, dass es sein wohlverdientes Recht ist, nicht arbeiten zu müssen und dass ihm sowieso mehr als die Hälfte zusteht).
Er hat die Familie vor einem Jahr verlassen und ist abgetaucht. Dann entstand wieder ein Kontakt und die Eheleute führten Gespräche über eine Einigung. Diese ist geplatzt - die genauen Gründe kenne ich nicht.
Der Ehegatte terrorisiert die Familie und stellt eine hohe psychische Belastung dar. Die Ehefrau traut sich nicht an die Scheidung ran, aus folgenden Gründen: Angst vor einem langwierigen Verfahren, Angst vor ihrem Ehegatten und seiner Reaktion, Angst 'ihr' Vermögen teilen zu müssen (Ehegatte ist seit fast 20 Jahren nicht berufstätig, sie war immer arbeiten und ist der Ansicht, dass ihm nichts zusteht weil er nichts beigesteuert hat), etc etc.

Nach meinen Recherchen weiß ich nun, dass diese Situation eine strittige Ehescheidung erfordern würde. Die Ehegattin müsste einen Antrag auf Eheverfehlung stellen (seit Jahren interessiert er sich nicht für sie, setzt ihr psychisch zu, setzt die gesamte Familie unter psychischen Terror, hat die Familie vor einem Jahr verlassen etc). Wenn die Schuld des Ehegatten anerkannt wird und er nicht dagegen vorgeht kann die Scheidung ausgesprochen werden. Dann muss noch die gesamte Vermögensgeschichte geklärt werden, oder (innerhalb eines Jahres ab der rechtskräftigen Scheidung)? Außerdem kann die Scheidung auch hier vollzogen werden, oder? (Das wäre ein Vorteil für die Ehegattin, da der Ehegatte es in 20 Jahren Aufenthalts in Ö nicht zustande gebracht hat a.) Deutsch zu lernen oder b) sich einen Job zu suchen. Somit wäre sie hier im Vorteil, oder?)

Ich wäre allen sehr verbunden für jeden Rat & alle Tipps! Ich habe schon eine gute Scheidungsanwältin empfohlen bekommen, die ich bald kontaktieren möchte um weitere Infos zu bekommen. Ich möchte nur auch gern vorab hilfreiche Infos erfahren bzw andere Meinungen zu dieser vertrackten Situation hören.
Was sagt ihr?
Was kann man da tun?

guevara
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Re: Komplizierte Geschichte bzw potentielle Scheidung

Beitragvon guevara » 24.05.2010, 10:53

"außerdem kann die scheidung auch hier vollzogen werden, oder?"

das hängt ganz davon ab, welche eu-staatsbürgerschaft ihre eltern besitzen.

in vielen eu-ländern ist es bereits möglich, sich nach den gesetzen eines anderen landes scheiden zu lassen. das problem liegt darin, dass die einzelnen länder unterschiedliche regeln dafür anwenden, welches gesetz im einzelfall gilt.
http://ec.europa.eu/news/justice/100324_de.htm
Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.

werner
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Re: Komplizierte Geschichte bzw potentielle Scheidung

Beitragvon werner » 25.05.2010, 07:19

Jeder Zugewinn in der Ehezeit wird aufgeteilt (egal ob nur einer erwerbstätig war oder beide. Die klassische "Hausfrau und Mutter" kann ja nach 20 Jahren Haushaltsführung und Kindererziehung nicht mit leeren Händen dastehen - auch nicht wenn sie ein Mann ist!). Da fährt die Eisenbahn drüber.

Beim Ehegattenunterhalt kommt es dann darauf an, wie geschieden wird (einvernehmlich, einseitig schuldig, überwiegendes Verschulden, beidseitig schuldig) und wie die persönlichen Erwerbssituationen und auch die Erwerbsaussichten sind!

Der Auszug stellt sicher eine Eheverfehlung dar (wenn der Partner nicht zugestimmt oder geduldet hat. Allerdings kommt es jetzt darauf an, wie lange das zurück liegt, da auch Eheverfehlungen relativ rasch verjähren, wenn der Benachteiligte nicht rasch dagegen vorgeht.


Persönliche Anmerkung: Den Gerichtsstand danach auszusuchen, wo einer der beiden aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse grafierende Nachteile gegenüber dem anderen hat, halte ich für ziemlich Bäh :evil:
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ein mann und vater
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Re: Komplizierte Geschichte bzw potentielle Scheidung

Beitragvon ein mann und vater » 25.05.2010, 08:28

für solche fälle der echten hausfrauenehe ist der "verschuldensunabhängige ehegattenunterhalt" thema.
ich diskutiere nicht mit dummköpfen. sie ziehen dich zuerst runter auf ihr niveau und dort haben sie dann mehr erfahrung.

ratlos.
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Re: Komplizierte Geschichte bzw potentielle Scheidung

Beitragvon ratlos. » 25.05.2010, 11:56

Liebe Leute,

vielen Dank für die hilfreichen Posts!!


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