Vertrauensperson

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Vertrauensperson

Beitragvon LL » 22.02.2007, 08:39

Strafverfahren, Privatanklage, Kläger gar nicht erschienen;
Angeklagter, unvertreten, möchte mit 3 Vertrauenspersonen den Saal des BG ..... betreten. Den Vertrauenspersonen des Angeklagten wird dies vom Richter untersagt.

Ist sowas echt zulässig? Wieso will ein Richter keine Vertrauenspersonen zulassen? Welchen Sinn haben eigentlich Vertrauenspersonen?

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Re: Vertrauensperson

Beitragvon dgt » 22.02.2007, 15:54

LL hat geschrieben:Strafverfahren, Privatanklage, Kläger gar nicht erschienen;
Angeklagter, unvertreten, möchte mit 3 Vertrauenspersonen den Saal des BG ..... betreten. Den Vertrauenspersonen des Angeklagten wird dies vom Richter untersagt.

Ist sowas echt zulässig? Wieso will ein Richter keine Vertrauenspersonen zulassen? Welchen Sinn haben eigentlich Vertrauenspersonen?


ME ist das rechtswidrig:

StPO § 230 (1) Nach der öffentlichen Verkündung dieses Beschlusses
müssen sich alle Zuhörer entfernen.
(2) Nur die durch die strafbare Handlung in ihren Rechten
Verletzten, wirklich angestellte Richter, die Konzeptsbeamten der
Staatsanwaltschaft und des Bundesministeriums für Justiz und die in
der Verteidigerliste eingetragenen Personen dürfen niemals
ausgeschlossen werden. Sowohl der Angeklagte als auch der
Privatbeteiligte oder Privatankläger kann verlangen, daß der Zutritt
drei Personen seines Vertrauens gestattet werde. § 162 Abs. 2
und 3 ist sinngemäß anzuwenden.

Wenn es keine Gründe für den Ausschluss gibt, wäre eine Dienstaufsichtsbeschwerde angebracht

LL

Re: Vertrauensperson

Beitragvon LL » 22.02.2007, 16:39

Wenn es keine Gründe für den Ausschluss gibt, wäre eine Dienstaufsichtsbeschwerde angebracht


Nach Aufrufen der Rechtssache untersagte der Richter den Zuhörern und den Vertrauenspersonen das Betreten des Gerichtssaales und erklärte die Verhandlung sei nicht öffentlich. Nur wenn die klagende Partei zustimmen würde, würde er die Öffentlichkeit zulassen.

Was sind Gründe für einen Ausschluss?

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Re: Vertrauensperson

Beitragvon dgt » 22.02.2007, 21:12

LL hat geschrieben:
Wenn es keine Gründe für den Ausschluss gibt, wäre eine Dienstaufsichtsbeschwerde angebracht


Nach Aufrufen der Rechtssache untersagte der Richter den Zuhörern und den Vertrauenspersonen das Betreten des Gerichtssaales und erklärte die Verhandlung sei nicht öffentlich. Nur wenn die klagende Partei zustimmen würde, würde er die Öffentlichkeit zulassen.

Was sind Gründe für einen Ausschluss?


Vertrauenspersonen machen sowieso nur Sinn bei nichtöffentlichen Verhandlungen. Die Begründung ist hirnverbrannt. Gründe für Ausschluss wären wenn die Vertrauenspersonen auch verdächtig wären, zB Stalking zu unterstützen etc.

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Beitragvon @zweitfrau » 17.04.2007, 09:08

habe gerade dieses interessante thema gelesen.

wie schauts eigentlich aus bei alimentationsgeschichten vor richter bzw. rechtspfleger?

die exfrau meines mannes wollte mich bereits einmal (2003) via ihres anwaltes vom gerichtssaal verweisen lassen mit der begründung: das geht mich ja alles nichts an. richter hat dem nicht zugestimmt mit der begründung: sorgfaltspflicht gegenüber den kindern während des aufenthaltes bei uns.

wenn jetzt das ganze wieder spruchreif wird, darf ich mit meinem mann rein oder muss ich auf anordnung fern bleiben, gelte ich als vertrauensperson, kann die km meinen ausschluss verlangen?

schönen tag
@zweitfrau

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Beitragvon dgt » 17.04.2007, 10:58

@zweitfrau hat geschrieben:habe gerade dieses interessante thema gelesen.

wie schauts eigentlich aus bei alimentationsgeschichten vor richter bzw. rechtspfleger?

die exfrau meines mannes wollte mich bereits einmal (2003) via ihres anwaltes vom gerichtssaal verweisen lassen mit der begründung: das geht mich ja alles nichts an. richter hat dem nicht zugestimmt mit der begründung: sorgfaltspflicht gegenüber den kindern während des aufenthaltes bei uns.

wenn jetzt das ganze wieder spruchreif wird, darf ich mit meinem mann rein oder muss ich auf anordnung fern bleiben, gelte ich als vertrauensperson, kann die km meinen ausschluss verlangen?

schönen tag
@zweitfrau


wenn Sie als Zeugin in Frage kommen, könnten Sie ausgeschlossen werden.
Als Vertrauensperson sind Sie NICHT von der Zustimmung der Gegenseite abhängig. sie jkönnen aber auf Nummer sicher gehen und sich von Ihrem Mann eine Vollmacht geben lassen und ihn vertreten (keine Anwaltspflicht). Aber auch dann sollten Sie nicht als Zeugin benannt sein.

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Beitragvon @zweitfrau » 17.04.2007, 11:27

danke für die info.

kurz die vorgeschichte.
2003 wurde ich bzw. mein gehaltszettel verlangt - durch km - für berechnung fiktiven ehegattenunterhalt. ich wurde auch schriftlich geladen.
anschließend d.h. nach dem in der verhandlung die fakten dargelegt wurden, wurde von der gegenseite verlangt ich habe den gerichtssaal zu verlassen, da mich ja die ganze sache nichts angeht.

nachdem das ganze wieder losgeht, und ich mit einigen merkwürdigkeiten bereits rechne, möchte ich einfach soviel wie möglich informationen erlangen.


herzlichen dank und schönen tag
@zweitfrau

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Beitragvon Nachfolgefrau » 17.04.2007, 13:03

@Dr. Tews hat die juristischen Fakten bereits erklärt.
Ich möchte noch etwas persönliches hinzufügen, meine Meinung: Es gibt - sorry- nix dümmeres, als wenn die Zweitfrau bei Verfahren gegen die Erstfrau anwesend ist. Es sei denn, man will die Situation bewusst eskalieren lassen...
Strategisch halte ich das bis auf wenige Ausnahmen auf jeden Fall für einen Fehler, weil die ganzen hochgekochten Emotionen dann wohl niemandem nützen.
Mir wurde von unserem Anwalt von solchen Aktionen eher abgeraten.
Wenn man geladen wird, ist es natürlich etwas anderes aber auch da würde ich mich bemühen, mit Abwesenheit zu glänzen und meinen Anwalt zu schicken.

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Beitragvon @zweitfrau » 17.04.2007, 16:47

Nachfolgefrau hat geschrieben: Ich möchte noch etwas persönliches hinzufügen, meine Meinung: Es gibt - sorry- nix dümmeres, als wenn die Zweitfrau bei Verfahren gegen die Erstfrau anwesend ist. Es sei denn, man will die Situation bewusst eskalieren lassen...
Strategisch halte ich das bis auf wenige Ausnahmen auf jeden Fall für einen Fehler, weil die ganzen hochgekochten Emotionen dann wohl niemandem nützen.
Mir wurde von unserem Anwalt von solchen Aktionen eher abgeraten.
Wenn man geladen wird, ist es natürlich etwas anderes aber auch da würde ich mich bemühen, mit Abwesenheit zu glänzen und meinen Anwalt zu schicken.Nachfolgefrau


ich geb dir komplett recht, aber wie gesagt, ich wurde "eingeladen". dieser anschließende "rauswurf" hat mich ziemlich verärgert, na was solls, ist vorbei. wir bzw. mein mann hat keinen anwalt konsultiert. 1. geldmangel und 2. war er der meinung bzgl. alimente und kindeswohl vorm familienrichter keinen anwalt zu brauchen. es ging ja nicht um scheidung. auch was gelernt aus diesem fehler. er war aufs kindeswohl bedacht und nicht auf derartigen konfrontationskurs mit km.

für diese sache: ich war immer der meinung man muss bei einer vorladung auch persönlich erscheinen. wenn ichs vermeiden kann, werde ich deinen lösungsvorschlag auch für mich übernehmen. hängt natürlich auch davon ab, wie weit eine med. befragung durchgeführt werden wird oder soll.

wie gesagt: mir gehts im moment darum, fakten und informationen zu sammeln.
danke für hilfe und unterstützung. bis bald @zweitfrau

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Beitragvon andrea » 18.04.2007, 11:47

@zweitfrau hat geschrieben: ich geb dir komplett recht, aber wie gesagt, ich wurde "eingeladen". dieser anschließende "rauswurf" hat mich ziemlich verärgert,


Was ist so schlimm dran? Du wirst vorgeladen, machst deine Aussage, legst deine Einkommensunterlagen vor und wartest dann vor der Türe ...

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Beitragvon @zweitfrau » 18.04.2007, 12:10

andrea hat geschrieben:
@zweitfrau hat geschrieben: ich geb dir komplett recht, aber wie gesagt, ich wurde "eingeladen". dieser anschließende "rauswurf" hat mich ziemlich verärgert,


Was ist so schlimm dran? Du wirst vorgeladen, machst deine Aussage, legst deine Einkommensunterlagen vor und wartest dann vor der Türe ...


wenns so nüchtern abgelaufen wäre, hätte ich auch kein problem damit gehabt.

aber mir wurde in dieser lieben verhandlung auch noch mitgeteilt, dass ich sehr wohl obsorgepflichtig bin für den zeitraum der kinder-anwesenheit;
wenn mein mann keine bettwäsche kaufen kann muss ich das machen;
es wurde auch verlangt, dass ich in meiner wohnung, nicht mehr rauchen darf - bei anwesenheit der kinder.
und da wird man halt verärgert.

die kinder kamen mit löchrigen socken, na dann "müssen sie halt welche kaufen" - richter. sie bin ich.
und so gings in einer tour dahin.
und dann wirst rausgeschickt mit der begründung: sie geht das nichts an.

also, was willst dann noch sagen? kannst du ein stück weit weg meinen unmut verstehen?
@zweitfrau


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