Wohnbeihilfe Einkommen nicht angegeben

Esche
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Wohnbeihilfe Einkommen nicht angegeben

Beitragvon Esche » 22.11.2015, 12:43

Hallo,

ich bin mir dieser Tage auf einen schlimmen Fehler gestoßen:
Ich habe vergessen mein Einkommen (relativ gering) vor dem Wohnbeihilfeamt darzulegen dummerweise beziehe ich bereits seit einem Jahr die Wohnbeihilfe. Ich werde mich auch sofort zur zuständigen Stelle begeben und den Fehler gestehen.
Meine Frage 1.) Was habe ich zu befürchten? 2.)Wird der gesamte ausbezahlte Betrag auch dann zurückverlangt wenn kein finanzieller Schaden beim Amt vorliegt das heißt auch bei korrekter Angabe des Einkommens die gleiche Höhe der jetzt ausbezahlten Wohnbeihilfe fällig gewesen wäre?

Danke für Auskünfte im Voraus!

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Re: Wohnbeihilfe Einkommen nicht angegeben

Beitragvon dgt » 22.11.2015, 13:07

Esche hat geschrieben:Hallo,

ich bin mir dieser Tage auf einen schlimmen Fehler gestoßen:
Ich habe vergessen mein Einkommen (relativ gering) vor dem Wohnbeihilfeamt darzulegen dummerweise beziehe ich bereits seit einem Jahr die Wohnbeihilfe. Ich werde mich auch sofort zur zuständigen Stelle begeben und den Fehler gestehen.
Meine Frage 1.) Was habe ich zu befürchten? 2.)Wird der gesamte ausbezahlte Betrag auch dann zurückverlangt wenn kein finanzieller Schaden beim Amt vorliegt das heißt auch bei korrekter Angabe des Einkommens die gleiche Höhe der jetzt ausbezahlten Wohnbeihilfe fällig gewesen wäre?

Eine Rückzahlung ist nur zu befürchten, wenn das Einkommen einen Einfluss auf die Wohnbeihilfe hat.

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Re: Wohnbeihilfe Einkommen nicht angegeben

Beitragvon Esche » 25.11.2015, 23:27

Hallo,

vielen Dank für die Antwort!

Ich habe meinen ganzen Unterlagen zusammengesucht und feststellen müssen das doch eine Rückzahlung fällig wird.
Das wäre ja nicht das Hauptproblem sondern eher die rechtlichen Konsequenzen immerhin ist es schwerer Betrug.Habe ich zu befürchten dass es trotz tätiger Reue
zu einem Verfahren kommt? Es geht um ca 400-500 €

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Re: Wohnbeihilfe Einkommen nicht angegeben

Beitragvon dgt » 26.11.2015, 18:45

Esche hat geschrieben:Ich habe meinen ganzen Unterlagen zusammengesucht und feststellen müssen das doch eine Rückzahlung fällig wird.
Das wäre ja nicht das Hauptproblem sondern eher die rechtlichen Konsequenzen immerhin ist es schwerer Betrug.Habe ich zu befürchten dass es trotz tätiger Reue zu einem Verfahren kommt? Es geht um ca 400-500 €

Warum soll es schwerer Betrug sein?
Wenn Sie den Betrag bezahlen und dann erst den Grund der Rückzahlung dem Amt mitteilen, ist es sowieso tätige Reue und es kommt mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit zu keinem Strafverfahren.
Aber: bei der Rückzahlung eher höher ansetzen. Wenn Sie nur einen Euro zu wenig zahlen, ist es keine tätige Reue.

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Re: Wohnbeihilfe Einkommen nicht angegeben

Beitragvon Esche » 26.11.2015, 19:22

Vielen Dank für die Antwort!

Vielleicht interpretiere ich diesen Paragraphen falsch http://www.jusline.at/147_Schwerer_Betrug_StGB.html vor allem beunruhigt mich der Teil
"falsche oder verfälschte Daten".
Bitte nicht falsch verstehen, ich werde für den Schaden (aus Überzeugung) ohnehin gerade stehen ich will mich nur vorab informieren.

Danke für Ihre Hilfe!

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Re: Wohnbeihilfe Einkommen nicht angegeben

Beitragvon dgt » 27.11.2015, 07:38

Esche hat geschrieben:Vielen Dank für die Antwort!

Vielleicht interpretiere ich diesen Paragraphen falsch http://www.jusline.at/147_Schwerer_Betrug_StGB.html vor allem beunruhigt mich der Teil "falsche oder verfälschte Daten".

Gemeint sind falsche oder gefälschte Computerdaten etc., nicht aber bloße falsche Angaben.

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Re: Wohnbeihilfe Einkommen nicht angegeben

Beitragvon Polly » 06.12.2015, 20:09

Zusätzliche Frage zu WBH- Rückzahlung der eingestellten WBH.


Wohnbeihilfe zuerkannt. Inzwischen Einkommensänderung, sofort Schreiben von WBH-Abteilung.

Da diese Einkommensänderung nicht auf Dauer vorgesehen war und mit ev. baldigen Änderungen verbunden war, gab es 2 Optionen:

1. Entweder weitere Auszahlung und am Ende des Jahres Neuberechnung sowie ev. Rückzahlung.
2. Oder Einstellung und weitere Auszahlung nach Freigabe wenn Einkommen nicht höher.

Leider bei der Option wurden Fragen und Antworten (telefonisch) offensichtlich missverstanden.
Habe eindeutig gefragt, ob die (von mir selbst) eingestellte monatl. Beträge wieder am Ende des Jahres ausbezahlt werden können(wenn berechtigt,) daher auch kein Risiko wenn Einkommen zu hoch.

Leider bekomme ich jetzt Info, dass eingestellte WBH nicht Rückerstattet sein können, obwohl Berechtigung da wäre. Ist diese Eingestellte Rückzahlung tatsächlich nicht möglich?

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Re: Wohnbeihilfe Einkommen nicht angegeben

Beitragvon guevara » 06.12.2015, 21:36

Polly hat geschrieben:iLeider bekomme ich jetzt Info, dass eingestellte WBH nicht Rückerstattet sein können, obwohl Berechtigung da wäre. Ist diese Eingestellte Rückzahlung tatsächlich nicht möglich?

Je nach Bundesland gelten hier unterschiedliche Regelungen.

Bei uns in OÖ z.B. wurde bis zum 30. Juni 2010 die WBH generell bis zu 6 Monaten rückwirkend gewährt, also egal ob Neu- oder Folgeantrag.

Ab 1. Juli 2010 wurde die WBH dann nur noch bei Neuanträgen (Ihr Antrag ist, da zwischenzeitlich WBH eingestellt wurde, rechtlich als solcher zu werten) ab Antragsdatum gewährt, rückwirkende Auszahlung dabei komplett gestrichen.
Bei Folgeanträgen wurde bis 31. Dezember 2010 die WBH hingegen noch 6 Monate rückwirkend ausbezahlt.

Ab 1. Jänner 2011 wurde dann auch bei Folgeanträgen die rückwirkende Auszahlung der WBH auf 3 Monate verkürzt.
Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.

Polly
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Re: Wohnbeihilfe Einkommen nicht angegeben

Beitragvon Polly » 06.12.2015, 22:22

Vielen Dank für die Antwort,

werde mal bei der Behörde nachhacken , wo ich diesbezüglich weitere Info bekommen kann.

mfg


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