Zahnspange

ruedes
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Zahnspange

Beitragvon ruedes » 26.08.2018, 08:46

hallo nach langer pause ;-)

ich hab da wieder mal eine interessante frage:

ein mj. kind lebt bei der mutter.
der vater ist unterhaltspflichtig.
das kind braucht eine zahnspange.
der vater wird zur kasse gebeten.

ist das so oder war das so?

in der zwischenzeit sind ja zahnspangen "gratis".
mit der voraussetzung, dass sie medizinisch als notwendig erachtet werden.
wenn also die zahnfehlstellung als "medizinisch notwendig" eine zahnspange erfordert, werden hier die kosten von der krankenkasse übernommen. somit bliebe für den vater diese zahnspange ohne finanzielle konsequenz.

viele zahnärzte reden aber den eltern/müttern ein, eine zahnspange zu nehmen ("weil es gscheiter ist"), ohne dass es medizinisch akut notwendig wäre und die kosten daher die krankenkasse nicht übernimmt.
somit gleicht mir (als laie) diese zahnspange einer schönheitsaktion.
muss für eine solche zahnspange auch der vater finanziell zwingend aufkommen?

vielen dank und schöne grüße
ruedes

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Re: Zahnspange

Beitragvon dgt » 26.08.2018, 21:01

ruedes hat geschrieben:hallo nach langer pause ;-)

ich hab da wieder mal eine interessante frage:

ein mj. kind lebt bei der mutter.
der vater ist unterhaltspflichtig.
das kind braucht eine zahnspange.
der vater wird zur kasse gebeten.

ist das so oder war das so?

in der zwischenzeit sind ja zahnspangen "gratis".
mit der voraussetzung, dass sie medizinisch als notwendig erachtet werden.
wenn also die zahnfehlstellung als "medizinisch notwendig" eine zahnspange erfordert, werden hier die kosten von der krankenkasse übernommen. somit bliebe für den vater diese zahnspange ohne finanzielle konsequenz.

viele zahnärzte reden aber den eltern/müttern ein, eine zahnspange zu nehmen ("weil es gscheiter ist"), ohne dass es medizinisch akut notwendig wäre und die kosten daher die krankenkasse nicht übernimmt.
somit gleicht mir (als laie) diese zahnspange einer schönheitsaktion.
muss für eine solche zahnspange auch der vater finanziell zwingend aufkommen?

vielen dank und schöne grüße
ruedes

Es ist ein Fehlschluss zu glauben, dass eine "nicht-Gratis-Zahnspange" medizinisch nicht notwendig sei. Nur die ganz schweren Fehlstellungen führen zu einer Gratiszahnspange. Aber bei "geringeren" Fehlstellungen sind noch Zuschüsse möglich, ohne dass es sich wirklich um reine Schönheitsaktionen handeln würde.

siehe zB OÖ. GKK

Abnehmbare Zahnspange

Sind die Voraussetzungen für die „Gratis-Zahnspange" nicht erfüllt, gilt:

Sie brauchen eine Bewilligung durch den Chefzahnarzt.
…bei Vertrags-Zahnärzten: Die OÖGKK übernimmt 70% der Kosten, das sind derzeit EUR 627,20 (Tarif 2018) pro Behandlungsjahr. 30% zahlt der Patient selbst, das sind EUR 268,80 (Tarif 2018) pro Behandlungsjahr.
…bei Wahl-Zahnärzten: Diese können ihr Honorar frei festlegen. Ein Preisvergleich lohnt sich daher. Wir empfehlen, einen Kostenvoranschlag einzuholen. Die OÖGKK erstattet 80 Prozent des Kassenanteiles, also derzeit EUR 501,76 (Tarif 2018) pro Behandlungsjahr zurück (Kostenerstattung). Das ist ein Fixbetrag unabhängig davon, wie viel der Wahl-Zahnarzt tatsächlich verrechnet.

In dem Moment wo die GKK zuzahlt, kommt das Gericht zum Schluss ==> Sonderbedarf Vater muss zahlen.

ruedes
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Re: Zahnspange

Beitragvon ruedes » 26.08.2018, 21:13

vielen dank.
was aber weiter heißt: wenn die gkk (oder sva) keinen zuschuß gewährt, ist der vater aus der pflicht, richtig?

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Re: Zahnspange

Beitragvon dgt » 27.08.2018, 10:10

ruedes hat geschrieben:vielen dank.
was aber weiter heißt: wenn die gkk (oder sva) keinen zuschuß gewährt, ist der vater aus der pflicht, richtig?

Nicht unbedingt. Umgekehrt, wenn diese einen Zuschuss gewähren, dann ist der Vater jedenfalls zahlungspflichtig.


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