Steuerreform - böse Überraschung für Unterhaltspflichtige:

Benutzeravatar
dgt
Site Admin
Beiträge: 7330
Registriert: 27.01.2007, 10:55
Wohnort: Linz

Steuerreform - böse Überraschung für Unterhaltspflichtige:

Beitragvon dgt » 23.03.2015, 10:04

bevor sich jemand zu bald freut:

Steuerreform - böse Überraschung für Unterhaltspflichtige:

a) die Steuerersparnis aus den geringeren Steuersätzen wird voll in die Unterhaltsbemessungsgrundlage einfließen und diese Erhöähung (bis zu € 1.670,00 jährlich)

b) ob die Steuerersparnis aus dem verdoppelten Kinderfreibetrag in die Unterhaltsbemessungsgrundlage einfließen wird, ist noch ugnewiß. Inder EF-Z 5/2015 wird ein Artikel von Dr. Günter Tews erscheinen, der sich dagegeen ausspricht. Die Verdoppelung der Kinderfreibeträge bedeutet überdies in den unteren Einkommenssteuerstufen, dass die Sterersparnis nicht verdoppelt wird, sondern (in der niedersten) gerade mal 37% ausmachen wird.

c) ob die Steuerersparnis aus dem verdoppelten Kinderfreibetrag in die Kürzungsrechnung (anteilige Anrechnung der Familienbeihilfe auf die Unterhalsansprüche) einfließen wird, ist noch ungewiß. Inder EF-Z 5/2015 wird ein Artikel von Dr. Günter Tews erscheinen, der sich dagegeen ausspricht.

d) durch die herabgesetzten Steuersätze wird die anteilige Anrechnung der Familienbeihilfe auf die Unterhaltsansprüche spürbar geringer ausfallen und damit werden die Geldunterhaltsansprüche zusätzlich höher ausfallen.

e) absuderweise werden die viel geprügelten Millionäre die einzigen sein, die keine erhöhten Unterhaltsansprüche zu gewärtigen haben. Sie sind meistens durch die Luxusgrenzen gedeckelt. Somit bleibt den Millionären die Steuerersparnis zu Gänze. Durch den höheren Steuersatz beträgt die Steuerersparnis aus den Kinderfreibeträgen 120% zusätzlich. Durch den erhöhten Steuersatz auf 55% wird die anteilige Anrechnung der Familienbeihilfe auf die Unterhaltsansprüche höher ausfallen und damit werden die Geldunterhaltsansprüche zusätzlich geringer ausfallen.


werner
Beiträge: 5383
Registriert: 29.01.2007, 07:51
Wohnort: nicht Wien

Re: Steuerreform - böse Überraschung für Unterhaltspflichtig

Beitragvon werner » 27.03.2015, 11:14

Die Erhöhung des PKW-Sachbezugs von 1,5% auf 2% hat keinerlei Mehrwert für einen UH-Pflichtigen - bewirkt aber ebenfalls eine Erhöhung der UH-Verpflichtung da der Brutto-Sachbezugswert direkt der UH-Bemessungsgrundlage zugeschlagen wird.
Immer daran denken:
Die Kinderzeit ist das Schönste - erst die eigene und dann die der eigenen...
Powered by: http://www.dialogfuerkinder.at

Viktor67
Beiträge: 15
Registriert: 10.05.2012, 13:05

Re: Steuerreform - böse Überraschung für Unterhaltspflichtig

Beitragvon Viktor67 » 14.09.2015, 17:30

Hmmm, ich zahl auch die Luxusgrenze aber von Millionär weit entfernt... da wird auch oft klischeehaft argumentiert und vergessen wie früh die Luxusgrenze greift...

ZYX
Beiträge: 727
Registriert: 27.01.2007, 22:08

Re: Steuerreform - böse Überraschung für Unterhaltspflichtige:

Beitragvon ZYX » 13.01.2018, 18:51

Wenn die Steuerersparnis das Einkommen erhöht und das die neue Grundlage ist für den Unterhalt dann würde meine bei mir lebende Tochter den Unterhalt ihres Halbbruders finanzieren. Da wird sie den Halbbruder klagen müssen.

Und gibt es nicht eine OGH Feststellung, dass Steuererleichterungen den Eltern zu gleichen Teilen zugute kommen müssen? Das würde es ja nicht wenn die Steuerersparnis in die Unterhaltsberechnung einfließt?

LG
Zyx


Zurück zu „Unterhaltsrecht (mj. und vj.) Kinder“