Generalvollmacht

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Generalvollmacht

Beitragvon chessplayer » 01.02.2017, 10:27

Eine allein obsorgeberechtigte Person, Mutter von drei Kindern, erteilt der mit ihr zusammenlebenden Person eine Generalvollmacht.

Diese Frau tritt in dieser Vollmacht all ihre Rechte ab....diese Person "darf" nun hinsichtlich der Kinder alles was die AOB darf und noch viel mehr...auch alle Geschäfte betreffend der KM, auch was die Obsorge betrifft

ua (Vertretung vor Behörden auch vor Gericht...Unterschriftenleistung auch bei RSa-Briefen...und last but not least, die Übertragung der Obsorge per Vollmacht)

Inwieweit kann solch eine Vollmacht gültig sein?


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Re: Generalvollmacht

Beitragvon dgt » 01.02.2017, 16:48

chessplayer hat geschrieben:Eine allein obsorgeberechtigte Person, Mutter von drei Kindern, erteilt der mit ihr zusammenlebenden Person eine Generalvollmacht.

Diese Frau tritt in dieser Vollmacht all ihre Rechte ab....diese Person "darf" nun hinsichtlich der Kinder alles was die AOB darf und noch viel mehr...auch alle Geschäfte betreffend der KM, auch was die Obsorge betrifft

ua (Vertretung vor Behörden auch vor Gericht...Unterschriftenleistung auch bei RSa-Briefen...und last but not least, die Übertragung der Obsorge per Vollmacht)

Inwieweit kann solch eine Vollmacht gültig sein?

Ein Abtreten der Obsorge gibt es rechtlich nicht. Der Vollmachtnehmer kann höchstens gleichberechtigt werden wie die KM, allerdings immer nur auf Widerruf (auch wenn dieser nicht in der Vollmacht drinnen ist).
Die Vollmacht kann sich auch nicht auf Kontaktrecht- und Obsorgeverfahren erstrecken, weil dort relative Anwaltspflicht herrscht.

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Re: Generalvollmacht

Beitragvon chessplayer » 03.02.2017, 16:37

dgt hat geschrieben:
chessplayer hat geschrieben:Eine allein obsorgeberechtigte Person, Mutter von drei Kindern, erteilt der mit ihr zusammenlebenden Person eine Generalvollmacht.

Diese Frau tritt in dieser Vollmacht all ihre Rechte ab....diese Person "darf" nun hinsichtlich der Kinder alles was die AOB darf und noch viel mehr...auch alle Geschäfte betreffend der KM, auch was die Obsorge betrifft

ua (Vertretung vor Behörden auch vor Gericht...Unterschriftenleistung auch bei RSa-Briefen...und last but not least, die Übertragung der Obsorge per Vollmacht)

Inwieweit kann solch eine Vollmacht gültig sein?

Ein Abtreten der Obsorge gibt es rechtlich nicht. Der Vollmachtnehmer kann höchstens gleichberechtigt werden wie die KM, allerdings immer nur auf Widerruf (auch wenn dieser nicht in der Vollmacht drinnen ist).
Die Vollmacht kann sich auch nicht auf Kontaktrecht- und Obsorgeverfahren erstrecken, weil dort relative Anwaltspflicht herrscht.



Den letzten Satz verstehe ich so, dass dies auch für vom Gericht eingesetzte Personen gilt (Besuchsmittler, Kinderbeistand) Gültigkeit hat.

KB bzw. mittlerweile auch wieder BM wollen nun explizit mit der KM telefonieren.....dies wird aber vom Lebensgefährten verweigert, denn seiner Aussage nach hat alles über ihn und seiner Mutter zu laufen.

Kann die allein obsorgeberechtigte KM sich wirklich so locker lässig weit zurücklehnen, dass keine Behörde oder auch Vertreter von Behörden auf sie zugreifen können, sei es auch nur telefonisch?

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Re: Generalvollmacht

Beitragvon dgt » 06.02.2017, 09:29

chessplayer hat geschrieben:
dgt hat geschrieben:
chessplayer hat geschrieben:Eine allein obsorgeberechtigte Person, Mutter von drei Kindern, erteilt der mit ihr zusammenlebenden Person eine Generalvollmacht.

Diese Frau tritt in dieser Vollmacht all ihre Rechte ab....diese Person "darf" nun hinsichtlich der Kinder alles was die AOB darf und noch viel mehr...auch alle Geschäfte betreffend der KM, auch was die Obsorge betrifft

ua (Vertretung vor Behörden auch vor Gericht...Unterschriftenleistung auch bei RSa-Briefen...und last but not least, die Übertragung der Obsorge per Vollmacht)

Inwieweit kann solch eine Vollmacht gültig sein?

Ein Abtreten der Obsorge gibt es rechtlich nicht. Der Vollmachtnehmer kann höchstens gleichberechtigt werden wie die KM, allerdings immer nur auf Widerruf (auch wenn dieser nicht in der Vollmacht drinnen ist).
Die Vollmacht kann sich auch nicht auf Kontaktrecht- und Obsorgeverfahren erstrecken, weil dort relative Anwaltspflicht herrscht.



Den letzten Satz verstehe ich so, dass dies auch für vom Gericht eingesetzte Personen gilt (Besuchsmittler, Kinderbeistand) Gültigkeit hat.

KB bzw. mittlerweile auch wieder BM wollen nun explizit mit der KM telefonieren.....dies wird aber vom Lebensgefährten verweigert, denn seiner Aussage nach hat alles über ihn und seiner Mutter zu laufen.

Kann die allein obsorgeberechtigte KM sich wirklich so locker lässig weit zurücklehnen, dass keine Behörde oder auch Vertreter von Behörden auf sie zugreifen können, sei es auch nur telefonisch?

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Eine Vollmacht befreit den Vollmachtgeber nicht von persönlich zu absolvierenden Terminen zB eine Einvernahme vom Gericht, mE auch nicht von Telefonaten mit der BM etc.


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