Kindesentführung

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Karin
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Kindesentführung

Beitragvon Karin » 13.09.2016, 11:05

Kann ein bald volljähriger Jugendlicher, der beim AOB KV wohnt und sich mit seinem bei der AOB KM lebenden Geschwisterl (unter 16) auf ein Gespräch trifft (gegen den Willen bzw. im Unwissen der KM), im Härtefall mit Kindesentführung bzw. Hilfeleistung bestraft werden?
Liebe Grüße
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Re: Kindesentführung

Beitragvon dgt » 13.09.2016, 15:15

Karin hat geschrieben:Kann ein bald volljähriger Jugendlicher, der beim AOB KV wohnt und sich mit seinem bei der AOB KM lebenden Geschwisterl (unter 16) auf ein Gespräch trifft (gegen den Willen bzw. im Unwissen der KM), im Härtefall mit Kindesentführung bzw. Hilfeleistung bestraft werden?

Ein Gespräch führen ist keine KindesENTFÜHRUNG.
Das "Gespräch" darf natürlich nicht Tage dauern, ohne das die OB KM weiß, wo das Kind ist.

Kindesentziehung
StGB § 195 (1) Wer eine Person unter sechzehn Jahren dem Erziehungsberechtigten entzieht, sie vor ihm verborgen hält, sie verleitet, sich ihm zu entziehen oder sich vor ihm verborgen zu halten, oder ihr dazu Hilfe leistet, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen.
(2) Wer die Tat in Beziehung auf eine unmündige Person begeht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.
(3) Der Täter ist nur mit Ermächtigung des Erziehungsberechtigten zu verfolgen. Entzieht er diesem eine Person, die das vierzehnte Lebensjahr vollendet hat, so bedarf die Verfolgung überdies der Ermächtigung des Jugendwohlfahrtsträgers.

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Re: Kindesentführung

Beitragvon Karin » 13.09.2016, 16:55

Wenn die Thematik nicht direkt aus dem Leben gegriffen wäre, würde ich hier nicht nachfragen - leider :cry: (KM hat sich einst im Stundenplan geirrt und prompt eine Anzeige wg. Kindesentführung gemacht :evil: Sogar die Sozialarbeiter sichern sich doppelt und dreifach schriftlich ab, um nicht in die Schusslinie einer durchgeknallten KM zu kommen).
Die grundsätzliche Frage richtet sich dahingehend: das "Geschwistertreffen" MUSS geheim erfolgen, da KM ein solches niemals erlaubt. Wenn das KM-Kind folglich länger als die Schule/Fußballtraining etc. dauert, ausbleibt und sie wieder einmal eine Anzeige wg. Kindesentführung macht, sind die Bedenken einfach die, dass das dem bald vj. KV-Kind rechtlich auf den Kopf fallen könnte :oops: (das KM-Kind steckt noch zu sehr unter dem Kittel der KM, um sich im Härtefall gegen sie zu stellen)
Liebe Grüße

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Re: Kindesentführung

Beitragvon dgt » 14.09.2016, 06:50

Karin hat geschrieben:Wenn die Thematik nicht direkt aus dem Leben gegriffen wäre, würde ich hier nicht nachfragen - leider :cry: (KM hat sich einst im Stundenplan geirrt und prompt eine Anzeige wg. Kindesentführung gemacht :evil: Sogar die Sozialarbeiter sichern sich doppelt und dreifach schriftlich ab, um nicht in die Schusslinie einer durchgeknallten KM zu kommen).
Die grundsätzliche Frage richtet sich dahingehend: das "Geschwistertreffen" MUSS geheim erfolgen, da KM ein solches niemals erlaubt. Wenn das KM-Kind folglich länger als die Schule/Fußballtraining etc. dauert, ausbleibt und sie wieder einmal eine Anzeige wg. Kindesentführung macht, sind die Bedenken einfach die, dass das dem bald vj. KV-Kind rechtlich auf den Kopf fallen könnte :oops: (das KM-Kind steckt noch zu sehr unter dem Kittel der KM, um sich im Härtefall gegen sie zu stellen)

Nier und nimmer fällt dies unter Kindesentführung.

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Re: Kindesentführung

Beitragvon Karin » 14.09.2016, 08:53

dgt hat geschrieben: Nier und nimmer fällt dies unter Kindesentführung.

Dankeschön!
Dass allen (zusätzlichen) Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz nicht noch eine Kindesentführung gegen das KV-Kind schlagend wird :twisted:
Liebe Grüße

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Re: Kindesentführung

Beitragvon dgt » 15.09.2016, 09:22

Karin hat geschrieben:
dgt hat geschrieben: Nier und nimmer fällt dies unter Kindesentführung.

Dankeschön!
Dass allen (zusätzlichen) Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz nicht noch eine Kindesentführung gegen das KV-Kind schlagend wird :twisted:

Theoretisch könnte man für das "KV-Kind" en Kontaktrecht zum Geschwisterkind beantragen.

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Re: Kindesentführung

Beitragvon Limonea » 15.09.2016, 12:42

Wieso haben die Geschwister nicht einfach Kontakt, wenn das Kind mit dem Vater Kontakt hat? Oder gibt es da nur begleitete Kontakte? Dann spräche ja auch nichts dagegen.

Gut finde ich solche Geheimtreffen nicht. Dadurch wird das (jüngere) Kind in einen massiven Loyalitätskonflikt gedrängt. Es hat ja auch keine wirkliche Priorität, dass sich ein Kind "im Härtefall gegen die Mutter stellt."

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Re: Kindesentführung

Beitragvon Karin » 15.09.2016, 14:41

Limonea hat geschrieben:Wieso haben die Geschwister nicht einfach Kontakt, wenn das Kind mit dem Vater Kontakt hat? Oder gibt es da nur begleitete Kontakte? Dann spräche ja auch nichts dagegen.

Älteres Kind lebt beim AOB KV. Jüngeres Kind lebt bei AOB KM.
KM hat jahrelang jeglichen Konakt zwischen (beiden damals noch bei ihr lebenden) Kindern und dem KV mit allen Schmankerln unterbunden. Als das ältere Kind reif/alt genug war, ist es zum KV übersiedelt. KM hat dieses Kind daraufhin "verstoßen" und unterbindet dem noch bei ihr lebenden Kind sowohl den Kontakt zum KV als auch zum Geschwisterl (*offtopic* nix aus der Vergangenheit gelernt :evil: ).

Limonea hat geschrieben:Es hat ja auch keine wirkliche Priorität, dass sich ein Kind "im Härtefall gegen die Mutter stellt."

Natürlich hat es Priorität, ob ein Jugendlicher im Härtefall seine EIGENE Meinung zu sagen traut oder nachplappert, was ihm die KM als "seine Meinung" einbläut; zB. wenn es vom Gericht (JWT u. dgl.) befragt wird!!! :roll:
Liebe Grüße

Karin

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Re: Kindesentführung

Beitragvon Limonea » 15.09.2016, 15:44

Limonea hat geschrieben:Es hat ja auch keine wirkliche Priorität, dass sich ein Kind "im Härtefall gegen die Mutter stellt."

Natürlich hat es Priorität, ob ein Jugendlicher im Härtefall seine EIGENE Meinung zu sagen traut oder nachplappert, was ihm die KM als "seine Meinung" einbläut; zB. wenn es vom Gericht (JWT u. dgl.) befragt wird!!! :roll:[/quote]

"Eigene Meinung"... Es gibt durchaus "gute Gründe", weshalb sich Kinder im Konfliktfall abgrenzen. Das steht eher schon am Ende einer (bedauerlichen) Entwicklung, ist aber letztlich entlastend, weil dieses hin- und hergerissen werden wirklich schwer zu ertragen ist. Es geht nicht um Meinungen, sondern um Selbstschutz.
Priorität hat, das Kind gar keinem Härtefall auszusetzen und es auch keinem weiteren Loyalitätskonflikt auszusetzen.
Mmn soll der Kontakt zwischen den Geschwistern, so wie von Dr. Tews angeregt, korrekt über einen Antrag laufen. Das Kind mit solchen Geheimnissen zu belasten ist mE ein absolutes NoGo.

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Re: Kindesentführung

Beitragvon Karin » 16.09.2016, 07:57

Limonea hat geschrieben: Mmn soll der Kontakt zwischen den Geschwistern, so wie von Dr. Tews angeregt, korrekt über einen Antrag laufen.

Glauben Sie mir - wüsste ich nicht aus jahrelanger, prägender Erfahrung, dass solche Anträge (Verhandlungen) bei einer absolut uneinsichtigen KM (trotz zig vom BG angeregten/beigestellten Erziehungshelfern, Mediatoren, Familientherapeuten, Vorladungen uvm.) - nicht das Papier wert sind, auf dem sie stehen, würden wir heute noch einen solchen Antrag stellen.

Limonea hat geschrieben: Das Kind mit solchen Geheimnissen zu belasten ist mE ein absolutes NoGo.

Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Nachdem dies aber der momentan einzig gangbare Weg wäre, wird es derzeit kein Geschwistertreffen geben.

Thread kann geschlossen werden - Danke!
Liebe Grüße

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