Mitarbeit im Haushalt

Mary
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Mitarbeit im Haushalt

Beitragvon Mary » 28.03.2011, 10:40

Mein Mann ist bereits 24 Jahre ekelhaft zu mir, ich habe es aber leider noch nicht geschafft, mich von ihm scheiden zu lassen. Ich habe zu viel Angst, ob ich meine beiden Kinder finanziell durchbringe. Er hat gesagt, er würde seinen Job kündigen und ich würde kaum Geld von ihm bekommen. Ich selbst arbeite nur halbtags. Er hilft im Haushalt überhaupt nicht mit, weil er meint, ich hätte genug Zeit nach der Arbeit. Meist muss ich aber am Wochenende noch etwas machen, weil ich viel mit den Kindern unterwegs bin. Er beschimpft mich, ich hätte kein Zeitmanagement und würde unter der Woche nur die Zeit verplempern – darum rührt er am Wochenende keinen Finger. Er ist unheimlich gemein zu mir. Wie sieht das aus mit der geteilten Hausarbeit? Danke und lg, Maria

Nachfolgefrau
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Re: Mitarbeit im Haushalt

Beitragvon Nachfolgefrau » 28.03.2011, 11:04

Was wollen sie genau wissen? Ob Verweigerung der Haushaltsmitarbeit ein gewichtiger Scheidungsgrund ist? Oder was?

Grundsätzlich können sie sowas als Eheverfehlung geltend machen, genauso wie "er ist so gemein zu mir", aber sie haben argumentativ ein gewaltiges Problem: Sie arbeiten nur halbtags, er ganztags. Daher ist die Hausarbeit überwiegend ihr Job. Punktum. Das so prominente "Halbe-Halbe" gilt nur, wenn beide Partner gleichteilig außer Haus berufstätig sind.

Scheidungs- und Eheberatung gibts in keinem Internet-Forum! Aber wenn sie konkrete Fragen haben, können wir versuchen, ihnen Rat zu geben.

Wie alt sind die Kinder? Alt genug, dass sie Vollzeit arbeiten?
Bei getrenntem Wohnsitz wäre er auf jeden Fall unterhaltspflichtig für seine Kinder. Ob er auch für sie unterhaltspflichtig wäre, hängt von den Umständen od. dem Scheidungsergebnis ab. Den Job kündigen, um den Unterhalt zu umgehen, kann er keinesfalls -> Anspannung.

Bitte stellten sie KONKRETE Fragen.
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Mary
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Re: Mitarbeit im Haushalt

Beitragvon Mary » 28.03.2011, 11:50

Danke, bin neu im Forum, kenne mich mit den Gepflogenheiten noch nicht so aus.
Muss mein Mann im Haushalt mitarbeiten, oder darf er sich wirklich wie ein Macho hinter den Fernseher legen?
Kann er tatsächlich seinen gutbezahlten Job kündigen, um uns nur wenig zu zahlen? Kinder sind 14 und 12 Jahre alt.
Danke!

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Re: Mitarbeit im Haushalt

Beitragvon Nachfolgefrau » 28.03.2011, 11:58

Mary hat geschrieben:Danke, bin neu im Forum, kenne mich mit den Gepflogenheiten noch nicht so aus.
Muss mein Mann im Haushalt mitarbeiten, oder darf er sich wirklich wie ein Macho hinter den Fernseher legen?
Kann er tatsächlich seinen gutbezahlten Job kündigen, um uns nur wenig zu zahlen? Kinder sind 14 und 12 Jahre alt.
Danke!

-) Grundsätzlich muss er mitarbeiten. Da er aber ganztags berufstätig ist, ist die Hausarbeit überwiegend IHR Job. Sie können also mit "Halbe-Halbe" nicht argumentieren.
-) Nein, er darf nicht kündigen, um Kindesunterhalt zu umgehen. Bei getrenntem Wohnsitz muss er seinen Kindern Unterhalt zahlen (je 18% der UBGr). In einem Gerichtsverfahren (bei Scheidung sowieso) wird auch die Höhe des Unterhalts geklärt. Kündigt er, droht sofort die Anspannung.
-) Bei Kindern/Jugendlichen dieses Alters können sie nicht mehr mit Halbtagstätigkeit argumentieren. Bei Scheidung werden sie vollberufstätig werden müssen.

Sie haben mE nur 2 Möglichkeiten:
-) Eheberatung, so dass sich etwas zum Guten wendet.
-) Die Scheidung durchziehen und selbsterhaltungsfähig werden (Vollzeitarbeit).

Was wollen sie? Wollen sie Rat, wie sie ihr Eheproblem positiv lösen (Argumente) oder wollen sie Futter für eine produktive und möglichst konfliktfreie Scheidung?

Lesen sie sich hier mal in die umfangreiche Materie des Familienrechts ein, für einen ersten Überblick:
http://www.familienrecht.at/index.php?id=3
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Re: Mitarbeit im Haushalt

Beitragvon sananda » 31.08.2011, 15:00

Nachfolgefrau hat geschrieben:
Mary hat geschrieben:Danke, bin neu im Forum, kenne mich mit den Gepflogenheiten noch nicht so aus.
Muss mein Mann im Haushalt mitarbeiten, oder darf er sich wirklich wie ein Macho hinter den Fernseher legen?
Kann er tatsächlich seinen gutbezahlten Job kündigen, um uns nur wenig zu zahlen? Kinder sind 14 und 12 Jahre alt.
Danke!

-) Grundsätzlich muss er mitarbeiten. Da er aber ganztags berufstätig ist, ist die Hausarbeit überwiegend IHR Job. Sie können also mit "Halbe-Halbe" nicht argumentieren.
-) Nein, er darf nicht kündigen, um Kindesunterhalt zu umgehen. Bei getrenntem Wohnsitz muss er seinen Kindern Unterhalt zahlen (je 18% der UBGr). In einem Gerichtsverfahren (bei Scheidung sowieso) wird auch die Höhe des Unterhalts geklärt. Kündigt er, droht sofort die Anspannung.
-) Bei Kindern/Jugendlichen dieses Alters können sie nicht mehr mit Halbtagstätigkeit argumentieren. Bei Scheidung werden sie vollberufstätig werden müssen.

Sie haben mE nur 2 Möglichkeiten:
-) Eheberatung, so dass sich etwas zum Guten wendet.
-) Die Scheidung durchziehen und selbsterhaltungsfähig werden (Vollzeitarbeit).

Was wollen sie? Wollen sie Rat, wie sie ihr Eheproblem positiv lösen (Argumente) oder wollen sie Futter für eine produktive und möglichst konfliktfreie Scheidung?

Lesen sie sich hier mal in die umfangreiche Materie des Familienrechts ein, für einen ersten Überblick:
http://www.familienrecht.at/index.php?id=3[/quote]

Diese Anwort berührt mich etwas - na ja - ich sag mal ,unangemehm´...
Zunächst geht es schon mal gar nicht, dass der Ehegatte sich auf seinen ,Ganztagsjob´ stützt (wobei er sich aber häufig danachviele Freiheiten herausausnimmt... und schon nach Feierabend oft längst mit Kumpels beisammensitzt oder seinem Hobby frönt - Fußball udgl.( Und wie schaut das Wochenende aus?) - während die Frau - die ,nur´einem Halbtagsjob nachgeht, trotzdem mehr und länger als der Mann ,arbeitet´...da sollte schon unterschieden werden, weil es bei der Frau nicht damit beginnt, dass sie um sieben aus dem Haus geht und um 12:00 wieder daheim ist (meist schon zwei Stunden früher aufsteht).... bevor sie nämlich aus dem Hause geht, denn die Kinder (wenn auch 12 - 14jährig) - SIND zum Teil noch zu versorgen - überprüfen, ob Schularbeiten ordentlich gemacht werden , Schulsachen kontrollieren, ob ordentlich gekleidet und so weiter - vielleicht auch noch ein bissl Ansprache! - und eventuell auch der Mann lässt sich noch das Frühstück richten und noch einige Handgriffe mehr (Wäsche richten um nur EIN Beispiel zu nennen....und dann ist es oft so, dass die Frau bereits erledigt ihren Job antritt - vielleicht 5-6 Stunden...
Anschließend nach Hause hetzt, wahrscheinlich noch rasch einen Einkauf erledigt, es sollte ja gekocht sein und das Essen auf dem Tische dampfen, wenn der Göttergatte heimkommt - und auch die ,halbwüchsigen´ Kinder haben ein Recht auf Ernährung - und verzeihung bitte - 12 und 14hjährige SIND noch Kinder, die Ordnung und besonders in diesem schwierigen Alter noch viel Aufsicht, Zuneigung, Ansprache benötigen! Sie sind NICHT erwachsen und zum Selbsterhalt verpflichtet - also bitte!
Denn - ist es nicht so, dass die Erziehungsberechtigten dafür haften, wenn halbwüchsigen Kindern aus Langeweile Dummheiten in den Kopf kommen? Und wer trägt dann die Verantwortung? Immerhin die Frau - denn ihr wird dann nachgesagt ,Du ist ja zu Hause´ - und die, wenn sie geschieden ist, also einen Ganztagsjob übernehmen müsste, um dem - wie auch während der Ehe - sehr bequemen Gatten auch danach noch das Leben zu erleichtern.....
Sie bekommt dann die ,unterlassene Aufsichtspflicht´ aufgebrummt und der feine Herr putzt sich wieder raus - sie halten sich doch - erfahrungsgemäß - und zum großen Teil jeder Verantwortung fern - nicht alle! Aber das muss dann eben analysiert werden!

Nichts für ungut - aber hier sehe ich noch immer eine Lücke in der Gesetzesgebung, weil das so aussieht, als müsse eine Frau ALLE Verantwortung tragen - mitnichten - sie gehört zwischen den Partnern aufgeteilt - denn ein Part bedeutet ,HALBE-HALBE´!
Also 50 zu 50!

Christa
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Re: Mitarbeit im Haushalt

Beitragvon Christa » 31.08.2011, 19:51

Und welches Problem hast du konkret?
Soll von Gesetzes wegen geklärt werden wer was, und wieviel zu tun hat?

Wie Paare ihre Beziehung gestalten ist reine Privatsache. Niemand hindert Frauen daran einen Ganztagsjob auszuüben,
und die Brötchen zu verdienen.
Männer sind, zumindest in meiner Umgebung, durchaus bereit auch im Haushalt und der Kinderbetreuung mitzuhelfen. Frau muss sie nur lassen.
Die legendären Couchpotatoes sind langsam aber sicher vom Aussterben bedroht.
... Gehörtes in mir zu bergen und Achtung vor allem zu haben was lebt, und dort die Schönheit zu entdecken wo sie scheinbar nicht vorhanden ist, das ist es wonach ich streben will....

Bernd Podhradsky

Re: Mitarbeit im Haushalt

Beitragvon Bernd Podhradsky » 04.09.2011, 15:24

sananda hat geschrieben:
Nichts für ungut - aber hier sehe ich noch immer eine Lücke in der Gesetzesgebung, weil das so aussieht, als müsse eine Frau ALLE Verantwortung tragen - mitnichten - sie gehört zwischen den Partnern aufgeteilt - denn ein Part bedeutet ,HALBE-HALBE´!
Also 50 zu 50!

Ich denke, Sie sehen hier eine Gesetzeslücke, wo einfach keine ist. Gerade heutzutage ist die partnerschaftliche Lebensorganisation und Aufteilung sehr variantenreich - einer kasuistischen Gesetzgebung widerspricht dies. Es muss also ein Balanceakt zw Rechtssicherheit einerseits und Flexibilität im täglichen Leben andererseits vollführt werden.

Die Aufregung verstehe ich nach den Schilderungen hier überhaupt nicht; Tatsächlich wird sich der halbtags arbeitende Ehepartner eher um den Haushalt zu kümmern haben, als der ganztags arbeitende. In welchem Ausmass, hängt von konkreten Umständen ab (inwieweit ist dem Vollzeit Berufstätigen zuzumuten, dass er - neben zB Überstunden etc - noch Mitarbeit leistet). Das viel zitierte "halbe-halbe"-Prinzip klingt mathematisch sehr einfach, in der Praxis allerdings ist es viel komplexer - denn wie sind die einzelnen zum gemeinsamen Haushalt beitragenden Arbeiten denn nun zu gewichten?

Eine völlig andere Sache ist, dass anscheinend die Ehefrau hier durch den Ehemann auf mehrfache Art und Weise beleidigt und gedemütigt wird. Das ist - ohne die konkreten Umstände zu kennen - sicherlich dramatisch, hat aber mit der Frage der Aufteilung der Hausarbeit wenig zu tun.

Außerdem halte ich es für übertrieben die Angst "Verletzung der Aufsichtspflicht" zu schüren - ich halte das für etwas überzogen und realitätsfremd, zumal die hier beschriebene Ehe wohl viel grundlegender Probleme aufweist, als "wer potentiell eine Aufsichtspflicht über 12- und 14jährige Kinder verletzen könnte".

Beste Grüße,
Bernd Podhradsky


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